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Aktionsrat Bildung: Deutsche Kindergärten nur Mittelmaß

Aktionsrat Bildung: Deutsche Kindergärten nur Mittelmaß

27.02.2012, 09:30 Uhr | dpa

Deutschlands Kindergärten sind nach Einschätzung des Aktionsrats Bildung pädagogisch nur mittelmäßig. Die Wissenschaftler fordern deswegen in ihrem neuen Jahresgutachten dringend eine gemeinsame Anstrengung von Bund und Ländern, um die Ausbildung des Personals zu verbessern - und es besser zu bezahlen als bisher.

Eine studierte Fachkraft in jeder Kita gefordert

Bis 2020 sollte an jeder Kindertageseinrichtung mindestens eine Fachkraft mit Hochschulstudium tätig sein. "Dazu müssten die bestehenden Ausbildungskapazitäten verdoppelt bis verdreifacht werden", heißt es in dem Gutachten, das am 28.2. veröffentlicht werden soll. Außerdem solle die Bezahlung studierter Frühpädagogen auf das Niveau vergleichbarer Studienabschlüsse angehoben werden.

"Professionalisierung" des Fachpersonals nötig

Der gegenwärtige Ausbau der Kinderbetreuung müsste mit Maßnahmen "zur Sicherstellung und Verbesserung der Qualität" begleitet werden, verlangen die Bildungsforscher. Die pädagogische Förderqualität sei gegenwärtig "häufig nur mittelmäßig". Deswegen schlägt der Aktionsrat ein bundesweites Programm zur "Professionalisierung" des Fachpersonals vor: Familien- und Kultusministerkonferenz sollten schon in diesem und im nächsten Jahr ein gemeinsames Gesamtkonzept zur Aus-, Weiter und Fortbildung entwickeln.

Weiterbildung soll Pflicht werden

Unter anderem soll Fort- und Weiterbildung zur Pflicht für das Personal werden. Der Aktionsrat plädiert außerdem dafür, die Hochschulstudiengänge im Bereich Frühpädagogik deutschlandweit zu vereinheitlichen. Für bereits im Beruf tätige Erzieher sollten berufsbegleitende Studiengänge ausgebaut werden.

Professorenstellen für Frühpädagogik schaffen

Die Wissenschaftler schlagen außerdem vor, schon ab dem Jahr 2017 auf die Neuanstellung niedriger qualifizierter Kinderpflegerinnen und Sozialassistentinnen in Kindergärten und Kindertagesstätten zu verzichten. An den Hochschulen müssen nach Ansicht des Aktionsrats dringend neue Professorenstellen für Frühpädagogik geschaffen werden.

Der Aktionsrat Bildung ist ein Gremium renommierter Bildungsforscher, das von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) 2005 gegründet wurde. Vorsitzender ist Dieter Lenzen, Präsident der Hamburger Universität. "Wir brauchen mehr Investitionen in die frühkindliche Bildung", forderte vbw-Präsident Randolf Rodenstock.

"Öffentliche Investitionen zu gering"

Gebraucht werde ein "Quantensprung" in der Qualifizierung des Personals. "Die öffentlichen Ausgaben sind in den frühen Bildungsbereichen in Deutschland zu gering. So investieren zum Beispiel England, Italien und USA bis zu 30 Prozent mehr in der Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen."

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