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Die gravierendsten Mängel in deutschen Kitas

Anspruch und Wirklichkeit  

Die gravierendsten Mängel in deutschen Kitas

06.11.2014, 15:55 Uhr | dpa

Die gravierendsten Mängel in deutschen Kitas. Ab dem zweiten Geburtstag haben Kinder in Deutschland Anspruch auf einen Kindergartenplatz. (Quelle: dpa)

Ab dem zweiten Geburtstag haben Kinder in Deutschland Anspruch auf einen Kindergartenplatz. (Quelle: dpa)

Seit August 2013 gibt es für Kinder mit Beginn des zweiten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Trotzdem finden nicht alle Eltern einen Platz für ihr Kind. Zum Teil gibt es aber auch Probleme mit der Qualität der Betreuung. Das sind die gravierendsten Mängel in den Kitas:

Personalmangel

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass Kinder, die in personell schlecht ausgestatteten Einrichtungen betreut werden, häufiger krank werden. Außerdem gilt der Grundsatz "Bildung ist Bindung". Das heißt, frühkindliche Bildung kann nicht funktionieren, wenn sich eine Erzieherin um sechs Zweijährige kümmern soll.

Qualität der Ausbildung

Erzieher sind durch ihre pädagogische Ausbildung oft nicht auf den großen Beratungsbedarf in Erziehungsfragen vorbereitet, den viele Eltern und vor allem Alleinerziehende heute haben. Das ist jedoch aus Sicht älterer Erzieher dringend nötig. Sie sagen: Heute gibt es viel mehr überforderte Eltern und dadurch steigt auch die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder.

Öffnungszeiten

Die meisten Kitas öffnen um 7 Uhr und schließen zwischen 17 und 18 Uhr. Wer im Schichtdienst arbeitet, in der Gastronomie oder im Einzelhandel tätig ist, kommt damit nicht hin. Das gilt zum Teil auch für Architekten, medizinische Berufe, Journalisten und andere Berufsgruppen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten.

Ungesundes Essen

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung stellt fest, dass nur in jeder dritten Kita kindgerechtes Essen angeboten wird.

Ausstattung

Viele Kitas haben für die freie Entfaltung der Kinder nicht genügend Platz. Möbel für Kindergarteneinrichtungen sind oft nicht bedarfsgerecht, sondern einfach nur "Möbel für Grundschulkinder im Kleinformat".

Mehrheit der Eltern ist mit Kitas zufrieden

Dennoch ist die Mehrheit der Eltern in Deutschland ist mit dem Angebot an Betreuungsplätzen in Kitas und Kindergärten zufrieden. Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft sagten 45 Prozent der Mütter und Väter, sie seien mit der Qualität der öffentlichen Betreuungseinrichtungen eher zufrieden. 13 Prozent sind sogar sehr zufrieden. Eher negativ wurden die Kitas dagegen von 37 Prozent der Befragten bewertet.

Ähnlich fiel das Ergebnis bei der Frage nach der Zahl der angebotenen Betreuungsplätze aus. 59 Prozent der Eltern zeigten sich zufrieden mit dem Angebot, rund 36 Prozent sind nicht zufrieden.

Insgesamt sind die Eltern in den östlichen Bundesländern deutlich zufriedener mit der Qualität der Kitas in ihrer Umgebung, als jene im Westen Deutschlands.

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