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Schulen: Weniger soziale Unterschiede durch Bewegung

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Schulen  

Schulsport hilft gegen Armutsfolgen

02.09.2010, 10:42 Uhr | Pressetext

Schulen: Weniger soziale Unterschiede durch Bewegung. Schüler beim Slalomlauf.

Bewegung erfüllt auch wichtige soziale Aufgaben. (Bild: Archiv) (Quelle: t-online.de)

Bewegung erweist sich bei Kindern immer mehr als Heilmittel gegen viele Problemen. Sie hilft auch, die Gesundheitsunterschiede zwischen Arm und Reich zu verringern. Das haben Forscher der Universität Leipzig am Europäischen Kardiologenkongress gezeigt. Laut ihren Ergebnissen verbessern besonders Kinder aus benachteiligten Familien durch Schulsport ihre Gesundheit.

Gute Nachricht für Benachteiligte

Schon bei Kindern gilt, dass Sozialstatus und Bildungsniveau das Körpergewicht und die Fitness beeinflussen. Sozial Schwächere stehen in beiderlei Hinsicht schlechter da. Das zeigten die Forscher um Katharina Machalica. Sie untersuchten dazu Schüler aus einem Gymnasium, dessen Absolventen üblicherweise auf die Universität wechseln, sowie Gleichaltrige aus einer Schule, bei der das Sekundarschul-Zeugnis meist das Ende des Bildungsweges darstellt.

Die Hälfte der Schüler beider Gruppen erhielt ein Jahr lang jeweils fünf statt zwei Stunden Sportunterricht pro Woche. Wie zu erwarten war, hatte das deutliche Verbesserungen im Fettgewebe, Body-Mass-Index sowie in der Körperkoordination und Fitness zur Folge. Allerdings war der positive Effekt bei Schülern mit schwächerem sozioökonomischen Hintergrund weit stärker als bei den Gymnasiasten. Zusätzlicher Schulsport wirkt sich demnach positiv auf die körperliche Leistungsfähigkeit und das Herzrisiko aus.

Bewegung auch im Klassenzimmer

Einen Zusammenhang von Status und Bildung mit dem Herz-Kreislauf-Risiko erkennt auch der Wiener Kardiologe Thomas Stefenelli. "Rauchen, schlechte Ernährung und körperliche Inaktivität sind in Familien mit niedrigem Sozial- und Bildungsstatus häufiger", so der Experte. Studien machen auch Familienprobleme dafür verantwortlich. "Sozial benachteiligte Kinder, etwa aus Migrantenfamilien, machen am Wochenende oft weniger Bewegung", ergänzt Stefan Wyss vom Schweizer Bundesamt für Sport (BASPO).

Das Schweizer Programm "Schule bewegt", das Wyss koordiniert, will Bewegung in der Schule auch außerhalb der Turnstunden verankern. "Schulklassen verpflichten sich dabei zu 20 Minuten täglicher Bewegung. Wer als Lehrer mitmacht, erhält kostenlos Anleitungen, wie er Bewegung im Unterricht integrieren kann." Diese Maßnahme fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Lernen selbst. "Je mehr Sinne beteiligt sind, desto besser nehmen Schüler den Lernstoff nachweislich auf", so Wyss. Sechs Prozent der Schulklassen - das sind jährlich 60.000 Schweizer Grundschüler - beteiligen sich am Projekt.

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