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Schulpflicht: Schulverweigerer zu Geldstrafen verurteilt

Schulpflicht: Christliche Schulverweigerer zu Geldstrafen verurteilt

19.01.2011, 12:52 Uhr | dapd

Schulpflicht: Schulverweigerer zu Geldstrafen verurteilt. Sogenanntes Homeschooling ist in Deutschland nur in Ausnahmefällen erlaubt. (Foto: imago)

Sogenanntes Homeschooling ist in Deutschland nur in Ausnahmefällen erlaubt. (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Weil sie ihre Kinder aus religiösen Motiven nicht zur Schule schicken, sind Eheleute aus dem nordhessischen Homberg zu Geldstrafen von jeweils 40 Tagessätzen verurteilt worden. Das Amtsgericht in Fritzlar sprach den 48-jährigen Familienvater und seine drei Jahre jüngere Ehefrau wegen wiederholter Verstöße gegen die Schulpflicht schuldig. Aufgrund des sehr niedrigen Einkommens der Familie, die auch Sozialleistungen strikt ablehnt, wurde die Höhe der einzelnen Tagessätze auf einen symbolischen Betrag von einem Euro festgesetzt. Die Geldstrafe beträgt damit jeweils 40 Euro. Dennoch kündigten die Angeklagten an, in Berufung zu gehen.

Eltern lehnen vor allem Biologieunterricht ab

Das strenggläubig christliche Paar hat neun Kinder im Alter zwischen zwei Wochen und 22 Jahren, davon vier im schulpflichtigen Alter. Es besteht darauf, seinen Nachwuchs selbst zu Hause zu unterrichten. Die Eheleute argumentieren, es gebe keine Schule, die ihren Glaubensvorstellungen entspreche. In einer langen und emotionalen Erklärung prangerte der Vater vor Gericht vor allem den Sexualkundeunterricht an, der nach seiner Ansicht das Keuschheitsgebot der Bibel verletzt. Aber auch einen Biologieunterricht, der auf der Evolutionstheorie statt auf der biblischen Schöpfungsgeschichte aufbaut, lehnen die Eltern ab.

Homeschooling nur in Ausnahmefällen erlaubt

Es ist das erste Mal, dass diese Schulverweigerer deshalb verurteilt wurden. Geldbußen aber haben sie bereits mehrfach zahlen müssen. Das von ihnen praktizierte sogenannte Homeschooling ist in Deutschland nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt, etwa bei einer langen Erkrankung der Kinder.

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