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Schulforscher wirbt für zwei Wege zum Abitur

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Schulforscher wirbt für zwei Wege zum Abitur

24.08.2011, 09:25 Uhr | dpa

Schulforscher wirbt für zwei Wege zum Abitur. Wie sieht das Schulsystem der Zukunft aus? (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Wie sieht das Schulsystem der Zukunft aus? (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Bei der Bildungskonferenzen der CDU muss Bundesministerin Annette Schavan ihr neues Schulkonzept verteidigen. Es sieht die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule vor und damit den Abschied vom dreigliedrigen Schulsystem. Teile der Partei drohen bereits mit erbittertem Widerstand. Doch der Dortmunder Schulforscher Ernst Rösner, der bereits 1989 das Buch "Abschied von der Hauptschule" schrieb, hält Schavans Vorschläge für nicht ausreichend.

Sie hatten schon vor mehr als 20 Jahren den Abschied von der Hauptschule prognostiziert. Warum ist diese Schulform immer mehr zum Auslaufmodell geworden?

Rösner: Es gibt einen auffälligen Zusammenhang zwischen dem eigenen Schulabschluss der Eltern und dem Abschlusswunsch für die Kinder. Die Eltern wollen nämlich, dass der Abschluss ihrer Kinder besser als der eigene ist. Daraus ergibt sich eine Anspruchsspirale, die nicht umkehrbar ist. Immer mehr Eltern haben höherwertige Schulabschlüsse und wünschen sich für ihre Kinder noch höherwertigere Schulabschlüsse. Das ist kein falscher Ehrgeiz, sondern ein Reflex auf die Bedingungen des Ausbildungsmarktes. Denn die Berufe, die die Eltern mit ihrem Schulabschluss erreichen konnten, können die Kinder mit dem gleichen Schulabschluss nicht mehr erreichen. Und das ist auch der Grund dafür, dass alle Bemühungen, die Hauptschule wieder attraktiver zu machen, komplett gescheitert sind.

Das Konzept von Bildungsministerin Schavan, das im Kern das Ende der eigenständigen Hauptschule vorsieht, müsste dann ja ihre Zustimmung finden.

Rösner: Es ist für die CDU ein Sprung nach vorn, aber sie ist zu kurz gesprungen. Eine Umsetzung des Konzepts würde unvermeidlich nach einigen Jahren einen erneuten Anpassungsprozess nach sich ziehen. Was Frau Schavan vorschlägt, ist die Fusion von Haupt- und Realschule. Diese neue Haupt- und Realschule hat aber ein strukturelles Defizit: Es fehlen gymnasiale Standards. Ultima Ratio der Eltern bei der Wahl einer weiterführenden Schule ist jedoch das Vorhandensein gymnasialer Standards ab Klassenstufe fünf. Eine Schule, die das nicht anbietet, hat perspektivisch keine Chance.

Ist die Lösung dann eine Einheitsschule für alle?

Rösner: Nein, das wäre für mich eine ziemlich unpolitische Sichtweise. Wer glaubt, man könne das Gymnasium aus der bundesdeutschen Bildungslandschaft eliminieren, überhebt sich. Das wäre nicht bedarfsgerecht, und das Gymnasial-Klientel ist viel zu stark. Die Lösung könnte aber ein attraktives zweigliedriges Schulsystem sein, das nicht zweiwertig ist, sondern unterschiedliche Wege zum Abitur ermöglicht. Hier Gymnasium, dort gemeinsame Schule, egal wie sie heißt. Das bedeutet aber in beiden Fällen: Gymnasiale Standards ab Klasse fünf. Da führt kein Weg dran vorbei.

 

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