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Mit Fingerabdruck bezahlen - Neuland für Schulen

Von dpa
21.03.2012Lesedauer: 3 Min.
Fingerprint-Bezahlsystem in Schulen: Erleichterung oder Überwachung?
Fingerprint-Bezahlsystem in Schulen: Erleichterung oder Überwachung? (Quelle: dpa-bilder)
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Der Fingerabdruck: Für viele ist der Begriff verknüpft mit Schlagwörtern wie gläserner Bürger und Überwachungsstaat. Und so etwas soll nun auch an Schulen Thema sein? Während vor zwei Jahren noch in einer Schule in Bayern die Einführung eines Zugangssystems per Fingerprint Proteststürme auslöste, blieb es bei einem Fingerprint-Bezahlsystem in einem Flensburger Gymnasium im Januar dagegen ruhig.

Mit Fingerabdruck in der Schulkantine bezahlen

Für den Geschäftsführer der Herstellerfirma, Thomas Abel, steht das Thema auch nicht für Datenmissbrauch, sondern für das Ende von Abzocke und Diskriminierung unter Schülern. Kinder, die Zuschüsse zum Essen bekämen, würden durch "Essensmarken" stigmatisiert, findet Abel. Der Fingerabdruck macht alle gleich. Schüler können nicht erpresst werden, keiner kann ihnen Bargeld oder Cash-Karte stehlen. "Und der Finger kann nicht verloren gehen."

Interessenten gibt es in ganz Norddeutschland

Seit 2010 ist er mit seinem Elmshorner Unternehmen am Markt, erst im Oktober haben sie eine neue Technologie herausgebracht. Interessenten gibt es in ganz Norddeutschland. Abel erklärt seine Methode: "Wir nehmen nicht wirklich den Abdruck ab, sondern erstellen einen Binärcode, den kann man nicht reproduzieren. Es gibt einige wenige markante Punkte auf dem Finger, wir errechnen eine Linearfläche und setzen das um in ein Template. Das wird verschlüsselt. Die biometrischen Daten sind so verändert, dass sie nicht mehr reproduzierbar sind. Mit unserem Verfahren erzielen wir eine Erkennungsrate von über 98 Prozent."

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Inbetriebnahme des Systems an der Flensburger Schule

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein hat der Inbetriebnahme des Systems an der Flensburger Schule grundsätzlich zugestimmt, erläutert Mitarbeiter Holger Brocks. Eine endgültige Bewertung werde gerade vorgenommen. Das Zentrum habe die "rechtskonforme und vor allem datensparsame Anwendung" zu prüfen. Entscheidend sei, dass biometrische Daten von Betroffenen den rechtlichen Anforderungen entsprechend und nur für die Zeit verarbeitet werden, in der sie benötigt werden.

Vorbehalte habe es in Flensburg und auch an anderen Schulen so gut wie keine gegeben, sagt Abel. "Von 1000 Eltern haben durchschnittlich zwei erhöhten Klärungsbedarf." Viel Überzeugungsarbeit sei aber nötig. Alternativ bietet die Schule auch Kartenzahlung an. Eine Umfrage unter den Eltern habe ergeben, dass kaum jemand die Karte wolle.

"Gläserne" Kinder?

In Offenburg starteten vor fünf Jahren die bundesweit ersten Schulen mit der Bezahlung per Fingerprint. Ulrich Kipper ist Vorstand der Herstellerfirma. "Das Abendland ist nicht untergegangen", sagt er lachend. Mit fünf Schulen habe es angefangen, inzwischen böten alle Offenburger Schulen mit Mittagstisch das System an. "Wir hatten damals den Anspruch, etwas aufzubauen, damit Kinder nicht Bargeld rumschleppen, gemobbt werden oder als Sozialhilfeempfänger erkennbar sind." Aus der städtischen Politik habe es Kritik gegeben, die Kinder könnten "gläsern" werden. "Mega-daneben" fand Kipper das. Mit dem Stuttgarter Innenministerium habe man sich dagegen abgestimmt, beispielsweise bei Einwilligungsformularen.

Auch in Offenburg gibt es Alternativen wie die Chipkarte. "Aber die Mehrzahl der Schüler nutzt die Biometrie", hat Kipper festgestellt. Anfragen für das System habe er nach Offenburg für einige Jahre nicht mehr bekommen. "Die politische Dimension war wohl für viele Gemeindeväter zu heiß." Zuletzt sei aber wieder mehr Interesse dagewesen.

Fingerprint-System in Deutschland noch nicht verbreitet

Generell scheint das System in Deutschland noch bei weitem nicht angekommen. Weder in Thüringen, Sachsen, Bayern, noch in Rheinland-Pfalz ist den zuständigen Ministerien oder dem Datenschutz etwas bekannt. In Hamburg ist keine staatliche Schule bekannt, die ein Fingerprint-System nutzt, ebenso wenig in Berlin. Technisch seien Fingerabdruck-Scanner nie hundertprozentig genau, findet der dortige Sprecher des Datenschutzbeauftragten. Und je weiter ein Abdruck gestreut werde, desto schlechter werde er als Authentifizierungsmittel. Auch in Niedersachsen ist der Landesschulbehörde keine Schule mit Fingerprintverfahren bekannt. Chipkarten seien dagegen verbreitet.

Kein Bedarf an Hochschulen

An den Universitäten des Landes sieht es nicht anders aus. Kein Bedarf, heißt es beim Studentenwerk der Uni Göttingen. In Oldenburg gibt es keine Nachfrage, zudem werden höhere Kosten gefürchtet. Für Schulen kann sich Ted Thurner vom Studentenwerk das System dagegen eher vorstellen. Immense Kosten verursache das Fingerprint-System, glaubt das Studentenwerk in Hannover. Stimmt nicht, meint Abel. 3000 Euro koste sein Fingerprint-System, 10.000 wären es bei einem Cash-Karten-System. Beim Studentenwerk Ost-Niedersachsen ist das System kein Thema, zumal viele Studenten beim Thema Datenschutz sensibel seien.

Fingerabdrücke von Schülern erfassen - absolut nicht angemessen

Zu Recht, findet Frank Rosengart vom Chaos Computer Club (CCC). Aus Sicht des Clubs seien Fingerabdruck-basierende Bezahl- oder Identifikationssysteme vollständig abzulehnen - vor allem an Schulen. Es sei "absolut nicht angemessen, die Fingerabdrücke von Schülern zu erfassen, nur um den Bezahlvorgang zu beschleunigen". Zudem würden die Schüler an biometrische Erfassung und Kontrolle gewöhnt. "Das sind Maßnahmen, die mit Kriminalität und Terror in Verbindung gebracht werden. Sicherlich ein falsches Signal für eine Schule." Zudem böten Fingerabdrücke keine Sicherheit: Der CCC habe mehrfach gezeigt, wie Fingerabdruck-Lesegeräte überlistet werden können. Abel hingegen ist überzeugt von seinem System und gibt sich selbst auf die Frage "Würde ich mein Kind dort registrieren lassen?" die Antwort: "Ja."

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