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Sexting: Kampagne gegen Nacktfotos im Netz

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Nacktfotos per Handy  

Sexting: Schweiz startet Kampagne gegen Nacktfotos im Netz

22.10.2013, 09:19 Uhr | dpa

Sexting: Kampagne gegen Nacktfotos im Netz. Jugendliche verschicken manchmal unbedacht brisante Inhalte über Internet oder Handy. (Quelle: imago)

Jugendliche verschicken manchmal unbedacht brisante Inhalte über Internet oder Handy. (Quelle: imago)

Immer mehr Jugendliche versenden erotische Fotos von sich per Handy an den Freund oder die Freundin. Gegen dieses "Sexting" ist jetzt in der Schweiz eine landesweite Kampagne gestartet worden. Junge Menschen würden sich mit dem Verschicken von Nacktaufnahmen über soziale Netzwerke oder via SMS erheblichen Gefahren aussetzen, warnt die Stiftung Pro Juventute (Für die Jugend). Unter dem Slogan "Sexting kann dich berühmt machen. Auch wenn du es gar nicht willst" bietet die Stiftung Hilfe an.

Die Jugendlichen nutzen fürs Sexting - ein Kunstwort aus "Sex" und "Texting" - meist das Handy oder den Computer. Eltern können dies in den meisten Fällen bei ihrem technikaffinen Nachwuchs nicht verhindern. Zwar gibt es für Computer Sperrsoftware. Wesentlich sinnvoller ist aber, an die Einsicht der Jugendlichen zu appellieren. Vielen ist nicht klar, welche Gefahren mit dem Verschicken der Bilder verbunden sind.

Schlimme Form von Cyber-Mobbing

Der Missbrauch intimer Fotos oder Videos sei eine der schlimmsten Formen von Cyber-Mobbing, sagt der Kinder- und Jugendpsychologe Urs Kiener: "Für Jugendliche kann es äußerst belastend sein, wenn intime Fotos von ihnen im Netz kursieren." Sie fühlten sich dann oft "extrem hilflos und verzweifelt".

Eltern sollten mit ihren Kindern reden

Häufig hätten Teenager ein sehr reduziertes Bild davon, wie sie beim anderen Geschlecht Eindruck schinden können, sagt Kristin Langer, Mediencoach der deutschen Initiative "Schau hin - Was dein Kind mit Medien macht". Eltern sollten mit ihren Kindern über das Thema reden, so Langer. Sie könnten ihren Kindern erklären, dass die beim Sexting im Mittelpunkt stehende Körperlichkeit nur einen kleinen Teil der Sexualität ausmache.

Bei den Jugendlichen dürfe nicht der Eindruck hängenbleiben: "Wenn ich will, dass mich jemand toll findet, muss ich ihm nur etwas von meinem Körper zeigen", warnt Langer. Das sei vor allem für Kinder belastend, deren Äußeres nicht dem gängigen Schönheitsideal entspreche. Stattdessen könnten Eltern erklären, dass es verschiedene Ausdrucksebenen zum Flirten gebe wie Gefühle, Sprache und Gesten.

Verbote nützen nichts

Generell ist der Austausch von pornografischen Bildern für Minderjährige auch im gegenseitigen Einvernehmen verboten. Dennoch: Bei einer Umfrage unter Jugendlichen in der Schweiz gaben laut Pro Juventute sechs Prozent der Teilnehmer an, erotische Aufnahmen von sich verschickt zu haben. In anderen Ländern sollen es schon weit mehr sein. In Großbritannien erklärte laut der Zeitung "Daily Mail" kürzlich die Hälfte von 500 befragten Teenagern, intime Fotos per Handy erhalten zu haben; 40 Prozent gaben an, solche Aufnahmen von sich gemacht zu haben.


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