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Meinung: Alle Kinder sollten das Gymnasium besuchen

Pro & Contra Gymnasium  

Warum alle Kinder das Gymnasium besuchen sollten

20.08.2014, 10:27 Uhr | Claudia Staub, t-online.de

Das deutsche Schulsystem ist ungerecht. Nach wie vor entscheidet die Herkunft über den Bildungserfolg. Um wirklich allen Schülern gleiche Chancen zu ermöglichen, hilft nur ein radikaler Schritt: Alle Kinder sollten ausnahmslos das Gymnasium besuchen.

Ob Kinder ein Gymnasium besuchen, hängt nicht etwa nur von ihrer Leistung ab, sondern von ihren Eltern. Selbst bei gleicher Intelligenz haben Kinder, deren Eltern keine Akademiker sind, viel schlechtere Chancen, das Abitur zu machen.

Kinder werden zu früh aufgeteilt

Schon nach der vierten Klasse werden Kinder auf die weiterführenden Schulformen aufgeteilt. Niedrig eingestufte Kinder werden damit frustriert und demotiviert. In der Grundschule gilt dagegen das Prinzip "eine Schule für alle Kinder", obwohl hier die Unterschiede der Schüler viel größer sind als später auf den weiterführenden Schulen. Dennoch zählt Deutschland im Grundschulbereich im internationalen Vergleich zu den erfolgreichen Ländern.

Die Gesellschaft wandelt sich

Unsere Gesellschaftsstruktur verändert sich. Es gibt insgesamt weniger Kinder und ihre Zahl wird weiter abnehmen. In ländlich geprägten Gebieten ist in manchen Regionen schon heute die Bevölkerung so geschrumpft, dass Schulen geschlossen oder zusammengelegt werden müssen.

Es wird immer schwieriger werden, ein zwei- oder gar dreigliedriges Schulsystem anzubieten. Für die Kinder wird das lange Fahrtwege in die jeweilige Schulen erforderlich machen. In den Ballungsräumen wird die Bevölkerung dagegen zunehmen. Hier werden die Kinder um Plätze an Schulen oder Betreuungseinrichtungen konkurrieren. Außerdem wird der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund zunehmen. Heutige Geburtenjahrgänge haben einen Migrantenanteil von etwa 30 Prozent.

Gymnasium für alle

Eine zukunftsfähige Schule teilt Schüler nicht auf, sondern gewährt allen die gleichen Chancen, lässt längeres gemeinsames Lernen zu, berücksichtigt den Elternwillen, ermöglicht alle Schulabschlüsse und kann mit Schülern unterschiedlichster Herkunft und Begabung umgehen. Statt eines zwei- oder dreigliedrigen Schulsystems, gibt es nur noch eine Schulform, die flexibel mit allen Kindern umgehen kann. Nicht alle Schüler müssen das Abitur machen, aber alle sollen die Chance dazu erhalten.

Natürlich könnte das auch eine Gesamt- oder Gemeinschaftsschule leisten. Um dennoch aus Gründen der Chancengleichheit das Prinzip "eine Schule für alle" zu gewährleisten, müssten aber die Gymnasien abgeschafft werden. Dies wird nicht zuletzt am massiven Elternwiderstand scheitern. Fragt man Eltern, welche Schulform sie sich für ihre Kinder wünschen, dann entscheidet sich die Mehrheit für das Gymnasium. Das Gymnasium ist positiv besetzt, steht seit Jahrzehnten für Bildung und Aufstieg. So kann die Lösung nur lauten: Alle Kinder besuchen das Gymnasium.

Modernes Lernen

Traditioneller Unterricht, bei dem der Lehrer im Frontalunterricht allen Schülern der Klasse das gleiche Wissen vorpaukt, kann an einer Schule für alle nicht funktionieren. Gruppenarbeit, Projekte, gut ausgebildete Lehrer, fächerübergreifendes und individuelles Lernen sind hier die Schlagworte für modernen und nachhaltigen Unterricht.

Wunschdenken? Dass all dies bei uns bereits heute möglich ist, zeigt sich jedes Jahr an den Preisträgern des Deutschen Schulpreises.

Contra: Keine Parallelwelten - schafft das Gymnasium ab!

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