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Viele Grundschulen müssen ohne Rektor auskommen

Niemand will den Job machen  

Viele Grundschulen müssen ohne Rektor auskommen

22.06.2016, 10:19 Uhr | dpa, AFP

Viele Grundschulen müssen ohne Rektor auskommen. Die Leitung einer Schule ist offenbar nicht mehr so attraktiv wie noch vor einigen Jahren. Rund 1000 Grundschulen haben keinen Rektor. (Quelle: dpa)

Die Leitung einer Schule ist offenbar nicht mehr so attraktiv wie noch vor einigen Jahren. Rund 1000 Grundschulen haben keinen Rektor. (Quelle: dpa)

Etwa 1000 Grundschulen in Deutschland müssen ohne feste Schulleitung auskommen. Rund jede zehnte Grundschule hat nur eine kommissarische Führungskraft, berichtet die "Welt am Sonntag".

Wesentliche Gründe für den Bewerbermangel seien hohe Anforderungen und eine vergleichsweise geringe Bezahlung. Das Problem beschäftigt die Schulbehörden seit langem.

Die Bezahlung sei "völlig unattraktiv", sagte der Vorsitzende des Lehrerverbands Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, der "WamS". Dem Rektor einer Grundschule blieben zudem neben der Unterrichtsverpflichtung zwölf Stunden pro Woche für Leitungsaufgaben. "Das ist lächerlich."

In Deutschland gibt es derzeit laut Statistik knapp 15.600 Grundschulen. Besonders viele Schulleiter fehlen laut Umfrage der "WamS" in Berlin und in Nordrhein-Westfalen. In der Hauptstadt habe jede fünfte Grundschule keinen Rektor oder keinen Konrektor. In Nordrhein-Westfalen fehle an 345 von 2787 Grundschulen ein Rektor, an 670 ein Stellvertreter. Die meisten Lehrkräfte an Grundschulen sind Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten.

"Nicht auf Knopfdruck zu lösen"

"Das Problem unbesetzter Schulleitungsstellen ist nicht auf Knopfdruck zu lösen", sagte die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). "Deswegen arbeiten wir daran, die Arbeitsbedingungen mittel- und langfristig konkret zu verbessern." So sei die Leitungszeit erhöht worden - also die Zahl der Stunden, die Schulleiter für Leitungsaufgaben haben. Zudem würden künftige Schulleiter umfassend auf ihre neue Aufgabe vorbereitet.

Gleichstellung mit Lehrern weiterführender Schulen

Ilka Hoffmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte die Länder auf, deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die offenen Leitungspositionen zu besetzen. Grundschullehrer müssten hier mit den Lehrern weiterführender Schulen gleichgestellt werden. Außerdem müssten die Länder deutlich mehr in Verwaltungsjobs investieren, sagte Hoffmann. Gerade im ländlichen Raum gebe es viel zu wenig Vollzeit-Sekretariate.

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