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Start 2018: Kultusminister beschließen "Digitalstrategie" für Schulen

Ab 2018  

Die Digitalstrategie für Schulen ist beschlossen

08.12.2016, 16:22 Uhr | dpa, AFP

Start 2018: Kultusminister beschließen "Digitalstrategie" für Schulen . Deutschlands Schulen werden digital. (Quelle: imago)

Deutschlands Schulen werden digital. (Quelle: imago)

Deutschlands Schüler sollen für die digitale Welt fit gemacht werden. Dieses Ziel verfolgt die "Digitalstrategie" der Kultusministerkonferenz (KMK). Schon ab dem Schuljahr 2018/2019 sollen die Vorgaben umgesetzt werden.

Darin wird festgeschrieben, welche Computer-Kompetenzen die Jugendlichen künftig haben müssen, wenn sie die Schule verlassen. Diese verbindlichen Vorgaben sollen bereits für Kinder gelten, die im Sommer 2018 eingeschult werden. Um die Vermittlung dieser Inhalte sicherzustellen, sollen auch die Lehrerausbildung und die technische Ausstattung der Schulen entsprechend angepasst werden. Die Vereinbarungen betreffen neben Schulen und Hochschulen auch die Berufsausbildung.

Die KMK-Präsidentin und Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) sprach von einem klaren Handlungskonzept. "Digitale Medien halten ein großes Potential zur Entwicklung und zum Einsatz neuer Lehr- und Lernprozesse bereit, sie tragen dazu bei, Schülerinnen und Schüler individuell noch besser zu fördern und damit unsere Anstrengungen für mehr Chancengerechtigkeit durch Bildung zu unterstützen", erklärte sie.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte den "Passauer Neuen Nachrichten", Bund und Länder seien bei dem Thema nicht weit auseinander. "Unsere Grundlinien passen gut zusammen." Sie sei gespannt, welche Maßnahmen die Kultusminister gemeinsam umsetzten und was jedes Land allein vorhabe. Ihren im Oktober vorgeschlagenen milliardenschweren Digitalpakt will sie ab Januar mit den Ländern verhandeln. Laufe alles wie von ihr geplant, könnten die ersten Mittel ab Anfang 2018 abgerufen werden.

Digitale Lernumgebung heißt das Ziel

Die KMK setzt sich in dem Strategiepapier unter anderem zum Ziel, dass möglichst bis 2021 jeder Schüler jederzeit, wenn es im Unterricht sinnvoll ist, eine "digitale Lernumgebung und einen Zugang zum Internet" nutzen kann. Voraussetzung dafür seien unter anderem die Ausstattung der Schulen, aber auch die Klärung verschiedener rechtlicher Fragen etwa zum Datenschutz oder zum Urheberrecht.

Die Länder nehmen sich zudem vor, in ihre Lehr- und Bildungspläne die Kompetenzen aufzunehmen, "die für eine aktive, selbstbestimmte Teilhabe in einer digitalen Welt erforderlich sind". Dieses Ziel bezieht sich dabei aber nicht auf ein eigenes Fach, sondern auf alle Fächer.

Die Länder verpflichten sich in der verabschiedeten Strategie, dass alle Schüler, die zum Schuljahr 2018/2019 eingeschult werden oder in weiterführende Schulen eintreten, "bis zum Ende der Pflichtschulzeit die in diesem Rahmen formulierten Kompetenzen erwerben können".

Knackpunkt ist die Lehrerbildung

Ein Schwerpunkt der Strategie ist zudem die Aus- und Fortbildung der Lehrer für die Digitalisierung. "Der Motor dieser Entwicklung müssen die lehrerbildenden Hochschulen sein", heißt es in dem Papier.

Ambitionierter Zeitplan

Der Deutsche Philologenverband begrüßte das Konzept als "sehr differenzierten, vernünftigen, aber auch zukunfts- und lösungsorientierten Ansatz". Verbandschef Heinz-Peter Meidinger nannte es allerdings äußerst ambitioniert, dass die Schüler die Kompetenzen bereits ab dem Schuljahr 2018/19 verbindlich erwerben können sollen. Er könne nur hoffen, dass die Bundesländer die nötigen Ressourcen auch wirklich zur Verfügung stellen.

Die KMK unterzeichnete derweil mit dem Zentralrat der Juden eine gemeinsame Erklärung zur "Vermittlung jüdischer Geschichte, Religion und Kultur in der Schule". Die Schüler sollen künftig ein breiteres Bild des Judentums vermittelt bekommen. "Das Judentum darf im Schulunterricht nicht nur auf Verfolgung und Opferdasein reduziert werden", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster.

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