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Lehrer kritisieren Handschrift ihrer Schüler

Neue Studie  

Handschrift mangelhaft: So schlecht schreiben Schüler in Deutschland

09.04.2019, 14:52 Uhr | AFP, dpa

Lehrer kritisieren Handschrift ihrer Schüler. Schüler schreibt in sein Heft: Bundesweit kritisieren Lehrer die Handschrift ihrer Schüler. (Quelle: imago images/PhotoAlto)

Schüler schreibt in sein Heft: Bundesweit kritisieren Lehrer die Handschrift ihrer Schüler. (Quelle: PhotoAlto/imago images)

Unleserlich und zu langsam: Die Handschrift der Schüler hat sich nach Einschätzung ihrer Lehrer in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Das ergab eine Onlinebefragung. Doch worin liegen die Ursachen?

Viele Lehrer in Deutschland kritisieren laut einer Studie die handschriftlichen Fähigkeiten ihrer Schüler. 37 Prozent der Kinder an Grundschulen haben nach Ansicht der Lehrer Probleme damit, eine lesbare und flüssige Handschrift zu entwickeln, wie es in einer Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) und des Schreibmotorik-Instituts heißt.

Handschrift mangelhaft: Das sind mögliche Ursachen

Als Ursachen nannten mehr als zwei Drittel der befragten Lehrer zu wenig Routine, schlechte Motorik und Konzentrationsprobleme. Häufig oder sehr häufig liegt es auch an der "fortschreitenden Digitalisierung der Kommunikation", wie mehr als jeder zweite Befragte angibt. Auch einen "zu starken Medienkonsum" der Schüler betrachtet fast die Hälfte der Lehrkräfte als problematisch.

Dementsprechend empfinden mehr als neun von zehn Befragten Stift und Papier als geeignet für den Unterricht. Nur jeder fünfte Grundschullehrer und 61 Prozent der Sekundarschullehrer bewertet Tastatur und Computer als geeignet.

Schreiben lernen wird in der Schule vernachlässigt

Gleichzeitig bemängelt ein Großteil der Befragten, dass die individuelle Förderung auf der Strecke bleibe. 64 Prozent geben demnach an, dass häufig oder sehr häufig zu wenig Zeit für das Üben bleibe. Auch werde im Lehrplan zu wenig Wert auf das Schreiben lernen gelegt, gibt mehr als die Hälfte der Lehrer an.

Der VBE und das Schreibmotorik-Institut befragten für die Studie 2.046 Lehrer. Die Onlinebefragung fand zwischen September 2018 und Januar 2019 statt.

Warum das Handschreiben überhaupt wichtig ist

"Beim Handschreiben – das belegen auch zahlreiche Studien – geht es um Bildung. Handschreiben unterstützt die Rechtschreibung, das Lesen, das Textverständnis, letztlich die schulischen Leistungen insgesamt", erläutert Marianela Diaz Meyer, Geschäftsführerin des Schreibmotorik Instituts.

Dass Schüler heutzutage allerdings länger als 30 Minuten schreiben sollten, hält Schriftforscherin Hurschler Lichtsteiner zumindest für die Grundschule für fraglich. "Schreiben hat eine wichtige Funktion, aber ist kein Ausdauersport mehr", sagt sie. Die Handschrift sollte aber durchaus früh automatisiert sein, damit die Kinder den Kopf frei haben für die Planung ihrer Texte.

Aus Sicht der befragten Lehrer können beim Schreibenlernen neben verstärktem Üben zu Hause und in der Schule sowie speziellem Training auch Aktivitäten helfen, die auf den ersten Blick nichts mit dem Schreiben zu tun haben, aber die Feinmotorik trainieren: zum Beispiel Malen, Basteln oder Kochen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP, dpa

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