Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Schulkind & Jugendliche >

Ländliche Regionen bei Bildung nicht benachteiligt

Neues Gutachten  

Bildung: Ist sie in den Städten besser?

21.05.2019, 11:23 Uhr | dpa

Ländliche Regionen bei Bildung nicht benachteiligt. Aus Sicht der Experten muss das Bildungssystem künftig flexibler auf die regionalen Bedingungen und die Bedürfnisse vor Ort zu reagieren. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Aus Sicht der Experten muss das Bildungssystem künftig flexibler auf die regionalen Bedingungen und die Bedürfnisse vor Ort zu reagieren. Foto: Sebastian Gollnow. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Der Aktionsrat Bildung untersuchte Bildungsunterschiede zwischen Stadt und Land. Was die Experten fordern und wo die Grenze zwischen guter und schlechter Bildung verläuft.

Die Experten haben in ihrem diesjährigen Gutachten unter anderem untersucht, wie sich der Wohnort auf die Bildung von Kindern, Jugendlichen und Berufstätigen auswirkt.

Bildungsunterschiede innerhalb einer Stadt groß

Das Fazit des von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) ins Leben gerufenen Aktionsrates: Einen simplen Stadt-Land-Gegensatz gibt es nicht. Eine bildungsbezogene Benachteiligung ländlicher Regionen lasse sich nicht belegen. Zwar gebe es auf dem Land weniger Abiturienten, dafür sei aber das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten größer. Außerdem zielten Eltern von Kindern in diesen Regionen nicht im gleichen Ausmaß auf höhere Abschlüsse. "Übrigens sind die Bildungsunterschiede innerhalb einer Stadt nicht selten höher als zwischen Stadt und Land."

Aus Sicht der Experten muss das Bildungssystem künftig flexibler auf die regionalen Bedingungen und die Bedürfnisse vor Ort reagieren. Zumal sich die Rahmenbedingungen derzeit gravierend ändern: Viele Menschen zieht es vom Land in die Städte, vor allem aus dem Osten ziehen viele weg. Flüchtlinge wiederum werden gezielt auch in kleinen Ortschaften angesiedelt, hinzu kommen strukturelle Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Was die Experten raten

Die Experten haben klare Handlungsempfehlungen für die Politik entwickelt. So sollten Kindertagesstätten ausgebaut und es sollte mehr Personal gewonnen werden, Grundschulen auf dem Land auch durch die Zusammenlegung von zwei Jahrgängen gezielt erhalten werden. In allen Kitas und Schulen solle verstärkt auf die Unterschiedlichkeit der Schüler geschaut werden, mahnen die Fachleute.



Wenn viele Kinder soziale Schwierigkeiten oder eine andere Muttersprache haben, sollten aus ihrer Sicht zusätzliche Mittel bereitgestellt werden. Über den Einsatz sollen die Einrichtungen dann auch selbstständig entscheiden dürfen – etwa für mehr Personal oder Förderangebote. Zudem sollten Lehrer besser für den Umgang mit schwierigen Schülern geschult werden.

Die Experten empfehlen für jeden Bildungsabschnitt im Leben konkrete Maßnahmen. "Denn das jeweilige Bildungsangebot ist ein wichiger Standortfaktor für Unternehmen und Fachkräfte", betont vbw-Präsident Wolfram Hatz.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Schulkind & Jugendliche

shopping-portal