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Fruchtwasseruntersuchung nicht immer zuverlässig

Schwangerschafts-Untersuchungen  

Wie sinnvoll ist die Fruchtwasseruntersuchung?

01.12.2015, 15:46 Uhr | bri, t-online.de

Fruchtwasseruntersuchung nicht immer zuverlässig. Vor einer Fruchtwasseruntersuchung sollte man mit dem Arzt die Risiken abwägen. (Quelle: imago images/Science Photo Library)

Vor einer Fruchtwasseruntersuchung sollte man mit dem Arzt die Risiken abwägen. (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Mit einer Fruchtwasseruntersuchung wollen Frauen sicher gehen, ob ihr Kind gesund auf die Welt kommt. Doch hundertprozentig verlässlich ist die Methode nicht. Eine Studie italienischer Forscher zeigt: Nur knapp die Hälfte aller bekannten genetischen Veränderungen können mit diesen Untersuchungen entdeckt werden. Wir haben mit einer Frauenärztin gesprochen, was Schwangere beachten sollten.

Auch bekannte Erbkrankheiten nicht immer erkannt

Die italienischen Forscher untersuchten rund 116.000 Befunde von Schwangerschaftsuntersuchungen, darunter über 80.000 Fruchtwasseruntersuchungen. Das Ergebnis: Nur rund die Hälfte der bekannten genetischen Defekte wurden tatsächlich gefunden. Die Studie zeigte, dass die Trefferquote bei typischen Defekten wie dem Down-Syndrom zwar höher war, jedoch lag lag sie nicht bei 100 Prozent.

Fruchtwasseruntersuchung ist kein Garantieschein

Auch Dr. Regina Rasenack, Expertin für Schwangerschaftsmedizin an der Uni Freiburg, warnt davor, Fruchtwasseruntersuchungen als eine Art "Garantieschein" hinzunehmen: "Die Untersuchung kann nicht alles erkennen. Herzfehler zum Beispiel, können durch diese Untersuchung ebenfalls nicht diagnostiziert werden."

Untersuchung mit Risiken verbunden

Bei einer Fruchtwasseruntersuchung führt der Arzt eine Nadel durch die Bauchdecke der Schwangeren in die Fruchtblase ein und entnimmt wenige Milliliter Flüssigkeit, um diese dann zu untersuchen. Die Entnahme der Flüssigkeit ist nicht ungefährlich, es kann es zu Komplikationen kommen wie Blutungen, Verletzungen der Gebärmutter, Infektionen und sogar Fehlgeburten. "Eine Fruchtwasseruntersuchung ist deshalb nur angebracht, wenn vorherige Bluttests auf mögliche Krankheiten des Kindes hindeuten oder genetische Defekte bereits innerhalb der Familie der Schwangeren aufgetreten sind", rät die Ärztin.

Intensive Beratung nötig

Rasenack empfiehlt Schwangeren, sich intensiv von ihrem Frauenarzt darüber beraten zu lassen, wie hoch die Risiken für bestimmte Krankheiten des Kindes und wie aussagekräftig die Untersuchungsmethoden sind. Frauen, die bereits Erbkrankheiten in der Familie hatten, empfiehlt die Ärztin die Schwangerenkonfliktberatung sowie die Humangenetische Beratung in den Kliniken.

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