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Schwanger im Urlaub: So klappt es mit dem Babymoon

Fünf Tipps  

Schwanger im Urlaub: So klappt es mit dem Babymoon

12.04.2019, 16:28 Uhr | dpa, cch, t-online.de

Schwanger im Urlaub: So klappt es mit dem Babymoon. Pärchen im Sonnenuntergang: Schwangere können mit ihrem Partner im Babymoon noch einmal die Zeit zu zweit genießen. Oder sie gönnen sich zusammen mit einer Freundin eine Auszeit. (Quelle: Getty Images/AleksandarNakic)

Pärchen im Sonnenuntergang: Schwangere können mit ihrem Partner im Babymoon noch einmal die Zeit zu zweit genießen. Oder sie gönnen sich zusammen mit einer Freundin eine Auszeit. (Quelle: AleksandarNakic/Getty Images)

Noch einmal die Zweisamkeit genießen, bevor das Baby da ist: Viele werdende Eltern fahren vor der Geburt in den Urlaub. Der Trend heißt "Babymoon". Was beim Urlaub mit Babybauch beachtet werden sollte.

Bevor schlaflose Nächte und ein sperriger Kinderwagen den Alltag bestimmen, können sich Paare noch einmal entspannen. Das Ganze heißt "Babymoon" – in Anlehnung an die Flitterwochen, also den "Honeymoon".

Ob an der Ostsee, in Bayern, Italien, der Schweiz oder Holland – europaweit haben sich Hotels auf werdende Eltern spezialisiert. Viele Babymoon-Hotels sind Wellnesshotels, in denen die Entspannungs- und Beauty-Leistungen speziell auf schwangere Frauen abgestimmt sind. "Das Angebot reicht von gesundem Essen, über Massagen von speziell geschulten Therapeuten, bis hin zu Atemübungen und Schwangerschafts-Fotoshootings", erzählt die Niederländerin Ilonka Molijn van Ginkel, die mit ihrem Unternehmen BabyMoon Travel Reise-Arrangements für Schwangere vermittelt.

Auch wer auf eigene Faust eine Reise in der Schwangerschaft organisiert, sollte diese fünf Tipps beachten:

1. Wann die beste Zeit ist, um schwanger zu verreisen

Als bester Zeitraum für Reisen in der Schwangerschaft gilt das zweite Trimester, also zwischen der 12. und 24. Schwangerschaftswoche (SSW). "Die Übelkeit und die Müdigkeit der ersten Wochen sind weg, und der Körper ist noch nicht zu sehr belastet mit der Schwangerschaft", erklärt Jan-Peter Siedentopf, Gynäkologe an der Berliner Charité.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft, oft ab der 35. Woche, lassen viele Airlines Schwangere nicht mehr an Bord. Manchmal verlangen sie ab der 28. SSW ein ärztliches Attest. Kreuzfahrtreedereien nehmen Schwangere meist ab der 24. Woche nicht mehr mit. Sie argumentieren, dass sie die medizinische Versorgung bei Komplikationen nicht sicher stellen können.

Schwangere bei der Massage: Viele Hotels, die sich auf den Babymoon spezialisiert haben, bieten Wellness-Behandlungen an. (Quelle: Getty Images/petrenkod)Schwangere bei der Massage: Viele Hotels, die sich auf den Babymoon spezialisiert haben, bieten Wellness-Behandlungen an. (Quelle: petrenkod/Getty Images)

2. Wie Schwangere am besten anreisen

"Die meisten deutschen Paare bleiben für den Babymoon am liebsten in Deutschland", erklärt van Ginkel. Vorteile einer kurzen Anreise: Bei Bahn- oder Autofahrten können sich Schwangere einfacher bewegen. Und das sollten sie, um Thrombose vorzubeugen. Bei längeren Flügen ist unter Umständen eine Thrombosespritze sinnvoll.

3. Welche Reiseziele sich für den Babymoon eignen

Wer in Deutschland bleibt, vermeidet große Klimaveränderungen. Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit sind bei Kreislaufproblemen, die in der Schwangerschaft oft auftauchen, nicht ideal. Und im Zweifelsfall ist das Paar eben schnell wieder zuhause. Schwangere, die in den Süden wollen, sollten mit ihrem Arzt sprechen.

Fernreisen sind in der Schwangerschaft aber nicht per se tabu: Ziele wie Kanada oder Australien können Paare problemlos ansteuern. Denn dort ist das Infektionsrisiko gering, und die medizinische Versorgung entspricht westlichen Standards.

Subtropische oder tropische Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko eignen sich dagegen weniger für den Babymoon – zumal sich Schwangere gegen bestimmte Erreger nicht mehr impfen lassen können.

Von Reisen in Malaria-Gebiete rät Gynäkologe Siedentopf ab. Zwar sei Malaria auch in der Schwangerschaft behandelbar. Eine Infektion kann jedoch zu Komplikationen führen. Länder, die das Auswärtige Amt als Zika-Gebiete kennzeichnet, sollten sie ebenfalls ganz meiden. Ein Zusammenhang frühkindlicher Fehlbildungen gilt bei Infektion der Frau als sicher.

4. Wie sich werdende Eltern auf den Urlaub vorbereiten

Zur Sicherheit sollten Schwangere vorab mit dem Arzt klären, welche Medikamente unbedenklich sind. Und für den Notfall die medizinische Versorgung vor Ort klären. "Die deutschen Botschaften geben manchmal Vertrauensärzte an, dort kann man nachfragen", erklärt Siedentopf. Ins Gepäck gehören zudem Mutterpass, Reiserücktritt- und Auslandsreisekrankenversicherung, die den Rücktransport einschließt.

5. Diese Regeln sollten vor Ort beachtet werden

Die Tropenregel "cook it, peel it or leave it" – also koch es, schäl es oder vergiss es – gilt auch für Schwangere. Siedentopf rät, um Magen-Darm-Infektionen zu vermeiden, auf

  • halb gegartes Fleisch,
  • ungeschältes Obst,
  • Softeis und
  • andere Süßspeisen mit rohem Ei zu verzichten.

Zudem besser Wasser aus Flaschen statt Leitungswasser trinken.

Schwangere am Strand: Viele werdende Eltern fahren noch einmal in den Urlaub, bevor das Baby da ist. (Quelle: Getty Images/SonerCdem)Schwangere am Strand: Viele werdende Eltern fahren noch einmal in den Urlaub, bevor das Baby da ist. (Quelle: SonerCdem/Getty Images)

Ins Gepäck gehört auch eine gute Sonnencreme – Reizungen, Allergien oder Pigmentflecken können in der Schwangerschaft häufiger auftreten. "Beim Lichtschutzfaktor gilt: Viel hilft viel", rät der Gynäkologe.

Auf Aktivitäten mit erhöhtem Unfallrisiko sollten Schwangere verzichten. Nicht empfehlenswert sind zudem Wanderungen in mehr als 2.500 Metern Höhe. "Da dort der Sauerstoffgehalt in der Atemluft deutlich niedriger ist", erklärt Siedentopf. Besser sind kleine Besichtigungstouren, Spaziergänge in den kühlen Morgen- und Abendstunden, Schwimmen oder ein Wellnessurlaub mit leichten Massagen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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