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Schneckenplage: Dänemark verzweifelt an den Nacktschnecken

Dänemark im Schnecken-Krieg

09.08.2007, 17:16 Uhr | bri/dpa, t-online.de

"Tötet die Schnecke!" - Mit dieser Schlagzeile auf der Titelseite hat die Kopenhagener Zeitung "Politiken" ihre Leser am Donnerstag zum Einsatz gegen die große Landplage dieses Sommers aufgerufen. Während das auch augenzwinkernd gemeint war, erwägt Dänemarks Umweltministerin Connie Hedegaard ernsthaft eine gesetzliche Verpflichtung zur Schneckenbekämpfung für alle Bürger. Konservative Regierungspolitiker plädieren für den Zwangseinsatz von Arbeitslosen im Kampf gegen die Invasion der schleimigen, roten Wegschnecke. Die Volkssozialisten rufen nach der Mobilisierung der Zivilverteidigung. Und verängstigte Bürger fragen in Leserbriefen, ob man nicht schneckenfressende Enten und Igel in den Kampf schicken könnte.

Nacktschnecken im Garten Tipps gegen die Schnecken-Invasion

Ferienhäuser von Schnecken umzingelt

Wie nie zuvor hat sich die Spanische Rote Wegschnecke so explosiv vermehrt. Profi- und Hobbygärtnern fressen die kleinen Nacktschnecken das Gemüse weg. Rund um die Ferienhäuser an Dänemarks Küsten bilden die "Killerschnecken", wie sie hier genannt werden, ebenso gnadenlos einen immer engeren Gürtel wie auf Fahrradwegen.

Rentnerin tötet 1500 Schnecken

"Wenn ich zum Einkaufen radele, mache ich mit dem Vorderreifen so viele wie möglich platt", berichtete die Rentnerin Solveig Ovesen in "Jyllands-Posten". In den letzten vier Wochen habe sie 1500 Schnecken beseitigt. Solche Berichte über die verschiedensten Methoden zur Schneckentötung füllen die dänischen Medien mehr als Berichte zur Flutkatastrophe in Asien mit Millionen Obdachlosen. Die Idee der Umweltministerin einer gesetzlichen Schneckenbekämpfungspflicht kam jedoch nicht so gut an. Zwangsmaßnahmen seien undänisch. Ein Bürgermeister gab im Rundfunk zum Besten, dass er sich nur schwer vorstellen könne, wie Beamte zur Kontrolle durch die Grünanlagen unbescholtener dänischer Haus- und Gartenbesitzer stapfen.

Dänen diskutieren den Schneckentod

Der Komiker Anders Lund Madsen machte sich unbeliebt, als er in einem Zeitungsartikel fragte, wie all die martialischen Vorschläge wie Zerschneiden, Verbrennen, Kochen oder Einsalzen von Schnecken mit den sonst so heiligen Grundsätzen des Tierschutzes zu vereinbaren seien. "Niemand weiß, wie langsam eine Schnecke stirbt, wenn sie in der Mitte durchgeschnitten wird", bemerkte Madsen. Der von ihm angeschriebene Tierschutzverband schwieg.

Furcht vor der "Hybridschnecke"

Alle Experten in Dänemark sind sich einig, dass auch noch so raffinierte Bekämpfungsmethoden die Ausbreitung der Schnecken lediglich ein bisschen eindämmen, keineswegs aber bremsen können. Die Kräfte der Natur deuten eher in die andere Richtung. "Bisher haben wir erst die Spitze des Eisberges gesehen", prophezeit das Naturschutzamt. Wenn sich die Spanische Wegschnecke erst mal mit der heimischen Waldschnecke zu einer Hybridschnecke gekreuzt habe, dann werde diese sich "noch in ganz anderer Geschwindigkeit ausbreiten", meinte Schneckenforscherin Sabine Engelke.

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