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Verbraucher: Falsche Aromastoffe in Orangensaft

VERBRAUCHER-TIPPS  

Falsche Aromastoffe in Orangensaft

25.02.2008, 13:00 Uhr | ug

Verbraucher-Tipps: Orangensaft im Test. (Foto: Archiv)Orangensaft im Test. (Foto: Archiv)Ob direkt gepresst oder aus Konzentrat hergestellt: Eine riesige Auswahl an Orangensaft finden Verbraucher in Supermärkten. Doch wie steht es um die Qualität der Produkte? "Öko-Test" hat 27 Orangensäfte aus Konzentrat und Direktsäfte getestet. Das Ergebnis: Teils schmecken die Säfte nicht einwandfrei, manche enthalten künstliches Vitamin C und ein Produkt enthält Pfirsich- statt Orangenaroma. Stehen die Säfte zu lange im Laden, schmecken sie mitunter fad statt fruchtig.

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Pfirsich- statt Orangenaroma

Testverlierer ist der „Orange Premium Direktsaft“ von Netto. Das Produkt enthält Aromastoffe aus dem Labor mit der Geschmacksrichtung Pfirsich/Aprikose. „Im Orangensaft haben die rein gar nichts zu suchen. Das Produkt ist deshalb nicht verkehrsfähig“, so "Öko-Test". Auch nahmen die Tester „eine etwas fremdartige blumige Note“ im Geruch wahr. 

Schlechtes Aroma durch langes Lagern

Zudem enthält fast jeder zweiter Saft erhöhte Mengen des so genannten Aromastoffes Alpha-Terpineol. Dieser Stoff kann durch starkes Erhitzen oder lange Lagerung des Saftes entstehen. Teils kommt es dadurch zu Fehlaromen, der Saft schmeckt beispielsweise nicht mehr einwandfrei und fad statt fruchtig. Laut "Öko-Test" machten mehrere Anbieter darauf aufmerksam, dass ihre Produkte schon neun bis zehn Monate im Handel seien und dass die Aromen sich im Laufe dieser Lagerung natürlicherweise verändern können. Die Tester schlagen daraufhin folgenden Warnhinweis für die Verbraucher vor: "Dieser Saft kann sich während der Lagerung verändern; lassen Sie ihn im Regal stehen, wenn er nur noch sechs Monate haltbar ist."

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Kritik für künstliches Vitamin C

Ein weiteres Ergebnis: Obwohl im Orangensaft von Natur aus viel Vitamin C enthalten ist, taucht es bei vier Säften zusätzlich auf der Zutatenliste auf: bei "Becker’s Bester
Orangensaft mild", "Dittmeyer‘s Valensina Apfelsinensaft", "Rio d‘Oro Orange Premiumdirektsaft" von Aldi Süd sowie "Pure Fruit Orangen Direktsaft" von Aldi Nord. Verwenden Hersteller künstliches Vitamin C, „können sie damit synthetisch ausgleichen, wenn die Früchte klima- oder sortenbedingt weniger Vitamin C enthalten". Ein zusätzlicher Vorteil für die Hersteller: Künstliches Vitamin C wirkt als Konservierungsstoff und macht das Produkt länger haltbar. „Die Zugabe sehen wir allerdings kritisch, weil Vitamine, die natürlicherweise im Lebensmittel stecken, besser sind als jede synthetische Ergänzung“, so "Öko-Test".

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Gut und nicht gesundheitsschädlich

Die gute Nachricht: Die Hälfte der getesteten Säfte schneidet mit "gut" ab. Zwei Produkte erhalten als Endergebnis ein "sehr gut", nämlich "Fairglobe Orangensaft Fairtrade" von Lidl und "Orange Direktsaft" von Lindavia. „Die restlichen haben zwar Mängel, aber immerhin keine, die gesundheitsgefährdend sein könnten“, so "Öko-Test". So enthielt kein Produkt eine erhöhte Menge an Keimen. Sechs Produkte weisen zwar Spuren von Pestiziden auf, diese liegen jedoch weit unter den gesetzlich festgelegten Höchstmengen.

So gut wie frisch gepresst?

Die Stiftung Warentest hatte bereits Ende 2006 Direktsäfte aus Kühlregalen der Supermärkte untersucht. Von 14 solcher Orangen- und Blutorangensäfte fiel jeder zweite im Test durch: Note "mangelhaft", weil die Säfte zum Teil "verdorben" und "fremdartig" schmeckten. Nicht ein Produkt schnitt "sehr gut" ab. In punkto Geschmack gab für die Säfte von Tip, rio d'oro (Aldi Süd) nur ein mangelhaft. Ebenso für die Säfte der Marken Jordan, La Sienna und Don Simon. Im Geschmack überzeugte nur der Testsieger mit sehr gut: "Frische Paradise“ von Minimal.

Wasser und Chemie im Direktsaft

Im Produkt "Pure Press" von Plus fanden die Tester so genanntes  Fremdwasser. "Zusätzliches Wasser hat in einem Direktsaft nichts zu suchen, die Säfte sollten nur aus dem Fruchtwasser der Orange bestehen", sagt Dr. Birgit Rehländer, die Leiterin der Testreihen. Zwar waren auch hier alle Säfte ohne Keime und damit mikrobiologisch einwandfrei. Doch im Saft von Jordan fanden die Tester die Chemikalie ITX. Zwar wurde der vom Bundesinstitut für Risikobewertung festgelegte Grenzwert eingehalten. Da jedoch die gesundheitlichen Folgen von ITX noch unklar sind, sollten die Hersteller diesen Stoff meiden, so die Tester.

Direktsäfte nicht besser

Das Fazit der Tester: Direktsäfte aus dem Kühlregal bieten nicht den Geschmack eines frisch gepressten Orangensaftes. Mehr Vitamin C enthielten sie auch nicht. Wer auf das Fruchtfleisch keinen Wert legt, sei auch mit Orangensäften aus Konzentrat gut bedient, die zudem preiswerter seien.

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