Sie sind hier: Home > Leben >

Discounter: Eier aus Käfighaltung dem Verbraucher untergeschoben

VERBRAUCHER  

Eier aus Käfighaltung untergeschoben

27.02.2008, 15:58 Uhr | bri

Ostereier im Verkauf brauchen keinen Herkunftsstempel. (Foto: Archiv)Ostereier im Verkauf brauchen keinen Herkunftsstempel. (Foto: Archiv)Die Herkunft mancher Eier passt so gar nicht zur fröhlichen Osterstimmung. Laut Informationen der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" verkaufen Discounter und Supermärkte bunte Ostereier aus Käfighaltung. Beschuldigt werden Aldi-Nord, Plus, Lidl, Edeka und Real. Wie die Tierschützer berichten, hätten Aldi und Plus bereits vor Jahren zugesichert, keine Eier aus Käfighaltung anzubieten.










Schock-Fotos Hühner in der Legebatterie
Wo kommt unser Essen her? So tricksen die Hersteller
Küchenhygiene So bleiben Sie sauber

Tierschützer: Aldi begeht Wortbruch

Laut "Vier Pfoten" hatte Aldi-Nord und Plus versichert, ab 2006 nur noch Eier aus Boden- oder Freilandhaltung anzubieten. Die Tierschützer riefen jedoch bei einem Zulieferer der Discounter und Supermärkte an und fragten, aus welcher Haltung die Eier stammen: Allesamt aus Käfighaltung, hieß es.

Stempel zeigt, wo Eier herkommen

Im Normalfall zeigt ein Stempel auf dem Ei, aus welchem Land es stammt und wie das Huhn gehalten wurde, ob im engen Käfig, in einem größeren Gehege oder unter freiem Himmel. Ostereier und gekochte Eier müssen jedoch keinen Stempel tragen. "Konzerne wie Aldi-Nord und Plus, aber auch Edeka, Lidl und Real nutzen diese Gesetzeslücke schamlos aus", sagt Markus Pfeuffer, Kampagnenleiter bei "Vier Pfoten".

Aus welcher Haltung stammt das Ei? So erkennen Sie es

Käfighaltung wird ab 2009 verboten

Die Haltung in engen Legebatterien ist seit Jahren umstritten. Tierschützer kritisieren sie als Tierquälerei: Die Tiere sich können sich kaum frei bewegen , sind anfälliger für Verletzungen und durch die Massenhaltung breiten sich Krankheiten schneller aus. Ab 2009 wird diese Haltungsform in der EU verboten.

Kunden wollen Eier von glücklichen Hühnern

Jahrelang argumentierte die Industrie, dass Käfighaltung die kostengünstigste Form der Eierproduktion sei. Doch offenbar zählt für die Verbraucher nicht nur der Preis. Das Aachener Marktforschungsunternehmen Dialego fragte 1000 Deutsche über ihrer Einstellung zum Eierkauf. 85 Prozent der Verbraucher sind demnach bereit, für ein artgerecht produziertes Ei mehr Geld auszugeben. Fast 70 Prozent kaufen Eier aus Boden- oder Käfighaltung.

Vorsicht, versteckte Käfig-Eier

Laut der Umfrage von Dialego finden 92 Prozent Befragten, dass Käfighaltung Tierquälerei ist. Nur drei Prozent gaben an, Eier aus Legebatterien zu kaufen. Jedoch kommen 70 Prozent der in Deutschland verkauften Eiern aus Legebatterien. Der Grund: Die Lebensmittelindustrie kauft diese Eier und verarbeitet sie zu Nudeln, Fertigkuchen oder auch Süßigkeiten. Über diesen Weg landen Käfig-Eier also doch bei den Verbrauchern auf dem Teller.

Mehr aus Vebraucher:
Schockbilder auf Kekspackungen (Archiv) Kampagne gegen Käfighaltung
Hersteller verschweigen Herkunft Woher kommt unser Essen?
Nachwiegen lohnt sich Mogeleien bei Obst und Gemüse

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal