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Stiftung Warentest: Kein Salat ohne Nitrat

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Nitrat im Salat

28.02.2008, 13:30 Uhr | bri

Rucola-Salat (Foto: Archiv)Rucola-Salat (Foto: Archiv)Die Stiftung Warentest hat 24 Blattsalate auf Inhaltsstoffe überprüft. Ob Rucola, Eisbergsalat oder Feldsalat - in allen Produkten fanden die Tester Nitrate, auch in Bio-Ware. Gefährlich wird Nitrat, wenn es bestimmte Bakterien zu Nitrit umwandeln. Im menschlichen Körper können sich daraus Nitrosamine bilden, die im Tierversuch Krebs auslösten. Die gute Nachricht: Die Salate waren kaum mit Pestiziden belastet.

Fotoserie Diese Obst- und Gemüsesorten sind kaum belastet

Kein Salat ohne Nitrat

Der gesetzliche Höchstwert für Nitrat im Eisbergsalat liegt bei 2000 Milligramm pro Kilogramm. Diesen Wert überschritt zwar keiner der geprüften Salatköpfe. Jedoch waren alle mit mehr als 1000 Mikrogramm Nitrat belastet. Für Rucola und Feldsalat gibt es keine Grenzwerte, sondern nur einen Vorschlagswert des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Dieser liegt bei 5000 Mikrogramm pro Kilo Salat. Bis auf den Rucola vom Hersteller "Pfalz Markt" blieben alle unter diesem Wert. Jedoch gab es auch keinen Feld- oder Rucola-Salat, der weniger als 1000 Mikrogramm Nitrat aufwies.

Bio-Salate deutlich belastet

Im Test waren auch alle Bio-Salate deutlich mit Nitraten belastet. Über 2500 Mikrogramm Nitrat fanden die Tester im Rucola von "Bio-Company" (Hersteller: Carduca) und in dem von Lidl (Bioness). Außerdem waren deutliche Mengen an Nitraten im Feldsalat vom Viv Bio-Frischemarkt (Agrilatina) und von Ebl Naturkost (Marianne Höfler). Außerdem im Eisbergsalat von Real (Grünes Land).

Pestizide im Bio-Salat

Die Tester fanden in den Salaten entweder keine Spritzgifte oder nur sehr geringe Mengen davon. Negativ viel jedoch der Bio-Feldsalat vom Viv Bio-Frischemarkt (Agrilatina) auf. Er enthielt das natürliche Pflanzenschutzmittel Rotenon, dass im Bio-Anbau erlaubt ist. Es sollte sich jedoch bis zur Ernte abgebaut haben.

Die Salat-Lüge

Nitrate oder gar Pestizide im Salat sind für jene ein gefundenes Fressen für jene, die Salate den Nutzen für die Gesundheit absprechen. "Die Salatlüge" geistert immer wieder durch die Medien: Der bekannte Lebensmittelchemiker Udo Pollmer bescheinigt Blattsalat die "Ernährungsphysiologie eines Papiertaschentuchs mit einem Glas stillen Wasser". Soll heißen: Blattsalate enthalten vor allem Wasser und nur wenig Nährstoffe.

Wie gesund ist Salat wirklich?

Für die Stiftung Warentest sind die Testergebnisse und auch die "Salatlüge" kein Grund, auf Salat zu verzichten. Frischer Salat liefere dennoch wichtige Vitamine und auch Folsäure. Wer sich mit noch mehr Vitaminen versogen will, solle an seinen Salat viel rohes Gemüse schnippeln. Die Tester raten lediglich, Rucola wegen der Nitratwerte nicht täglich in hohen Mengen zu essen.

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