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Verbraucherzentrale: Hersteller mogeln beim Abfüllen von Buttermilch

VERBRAUCHER-TIPPS | MOGELPACKUNGEN  

Mogelpackung: Bei Buttermilch ist meist zu wenig drin

19.05.2008, 12:48 Uhr | cme

Buttermilch: weniger drin als draufsteht (Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)Buttermilch: oft weniger drin als draufsteht (Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)Buttermilch gilt als gesunder und erfrischender Schlankmacher. Doch wer einen 500-Gramm-Becher des beliebten Sommergetränks kauft, bekommt zu wenig für sein Geld. Bei einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) waren 47 von 51 getesteten Becher nicht voll, das sind 92 Prozent. Im Schnitt enthielten sie fünf Gramm weniger als auf der Packung angegeben. Besonders negativ fielen im Test die Produkte der Sachsenmilch AG auf, die zur Unternehmensgruppe Müller gehören. Alle getesteten 32 Produkte waren zu knapp befüllt. Die Molkerei produziert unter anderem auch die Eigenmarken von Aldi, Real und Edeka.

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Gezielte Schummelei?

Da alle Produkte der Sachsenmilch AG-Produkte unterfüllt waren, vermutet die Verbraucherzentrale Hamburg gezielte Schummelei: "Die Stichprobe legt nahe, dass in dieser Molkerei häufig zu wenig abgefüllt wird", sagte Armin Valet von der VZHH. Rechnet man das Ergebnis auf die Jahresproduktion an Buttermilch in Deutschland hoch, so kommen bei den Verbrauchern rund 100 Tonnen weniger Buttermilch an als auf den Bechern steht. Das einzig positive Ergebnis im Test lieferten die drei Bioprodukte von Alnatura und Bio Wertkost: Die Becher enthielten deutlich mehr als 100 Gramm.

Geringe Unterschreitungen erlaubt

Eine zu knappe Befüllung der Packung verstößt nicht in jedem Fall gegen das Gesetz. Nach der geltenden Fertigpackungsverordnung sind einzelne geringe Unterschreitungen erlaubt. Erst wenn das Gewicht eines 500-Gramm-Bechers unter 470 Gramm liegt, kann ein einzelner Becher beanstandet werden. Allerdings muss die Füllmenge einer ganzen Charge im Mittelwert erreicht werden. Das heißt: Wenn einige Becher etwas weniger enthalten, muss in anderen Bechern etwas mehr drin sein. Das war bei den meisten Produzenten nicht der Fall. Verbraucherschützer Valet fordert eine Gesetzesänderung: "Was drauf steht, muss auch drin sein. Sonst nutzen Unternehmen die Gesetzeslücke für weitere Unterfüllungen aus."

Mogelei auch bei anderen Lebensmitteln

Auch bei anderen Verpackungen wird kräftig gemogelt, wie die Verbraucherzentralen immer wieder bemängeln. Beispielsweise enthält bei süßen Brotaufstrichen, Fischprodukten, Bier oder Pflegemitteln jede siebte bis zehnte Packung zu wenig Inhalt. Bei Speiseöl ist jedes fünfte Produkt unterfüllt, bei Wein sogar jedes zweite. Das ergaben Tests in Nordrhein-Westfalen. Bei Verpackungen mit schwankenden Gewichtsangaben wie abgepackten Salaten, Gemüse oder Fleisch sind die Abweichungen besonders groß. Hier sind 15 Prozent Untergewicht keine Seltenheit. Schon wenige Gramm oder Milliliter zu wenig in der Packung kosten die Verbraucher jährlich Millionen, den Herstellern dagegen bringen sie dagegen dicke Gewinne.

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