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Viel Risiko für wenig Geld

Elektrogeräte  

Viel Risiko für wenig Geld

11.12.2008, 13:07 Uhr | ag/dpa

Billigprodukte: Haartrockner, die bei Hitze schmelzen. (Foto: dpa)Schockierend: Haartrockner, die bei Hitze schmelzen. (Foto: dpa)Brennende Haartrockner, schmelzende Bügeleisen, Stichflammen aus Plastik-Feuerzeugen: Tester schlagen Alarm, was die Qualität dieser Geräte angeht. Jedes dritte Produkt fällt wegen drastischer Sicherheitsmängel durch. Dass trotzdem wird das eine oder andere in Geschenkpapier eingewickelt unterm Weihnachtsbaum landen wird, treibt Armin Mahl und seinen Kollegen tiefe Sorgenfalten ins Gesicht. Sie setzen in der Geräteuntersuchungsstelle der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) in in Karlsruhe und prüfen Elektrogeräte, Spielzeug und Haushaltsartikel auf Herz und Nieren. Die Ergebnisse sind schockierend.

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Toaster, die in Flammen aufgehen

In ihrer zehnjährigen Geschichte nahm die Behörde rund 1200 verdächtige Stücke eingehend unter die Lupe. Im vergangenen Jahr wurden 163 von 198 überprüften Produkten beanstandet, 63 davon wegen schwerer Sicherheitsmängel, darunter Toaster, die in Flammen aufgingen, Mehrfachsteckdosen mit Kurzschluss und Himmelslaternen, die zu schnell Feuer fingen. Mal sind die Produkte auch falsch gekennzeichnet, mal lösen sich kleine Teile, die von Kinder verschluckt werden können, oder es besteht die Gefahr, dass sich die Kleinen an zu langen Seilen und Schnüren strangulieren können.

Schnelle Rückrufaktionen

Geben Mahl und sein Team Alarm, so können die zuständigen vier Regierungspräsidien den Verkauf der angekreideten Produkte stoppen. Sie können aber auch einen Rückruf starten oder sogar die Vernichtung der mangelhaften Ware anordnen. Neben dem Imageschaden entstehen den betroffenen Unternehmen dadurch hohe Folgekosten, die bis in den Millionen-Euro-Bereich gehen könnten. Meistens allerdings sei der Hersteller selbst an den Ergebnissen interessiert und nehme die Produkte vom Markt, bevor die Behörde tätig wird, meint Margaretha Barth, Präsidentin der LUBW.

Mangelwaren aus Fernost

Natürlich steigt nach Ansicht der Tester die Zahl der Mangelwaren mit der Produktflut aus den Ländern wie China, die die deutschen Sicherheitsstandards nicht besitzen. „Je billiger das Gerät, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ein gefährliches Produkt kaufen“, warnt LUBW-Sprecher Jürgen Höß. Dennoch könne auch nicht generell gesagt werden, dass die billigen Sachen schlecht sind und die teureren gut. „Man darf sich also auch nicht der Illusion hingeben, dass Markenprodukte immer sicher sind“, sagt Barth.

Experten: Produkte vor Kauf auspacken

Der Rat der Experten: Verbraucher sollten das Produkt vor dem Gang zur Kasse immer auspacken. "Das ist erlaubt und die Möglichkeit sollte auch wahrgenommen werden“, meint Barth. Vor allem beim Dauerbrenner der Tests von Armin Mahl und seinen Kollegen, den Mehrfachsteckdosen, raten die Prüfer zum Do-it-Yourself-Check: "Wenn sich die Steckdose zum Beispiel von Hand öffnen lässt, sollte man besser die Finger von ihr lassen“, meint Mahl, nachdem er das Plastikgehäuse mit den bloßen Fingern in Sekunden auseinandergerissen hat.

30 Zentimeter Stichflamme aus Feuerzeugen

Auf dem Tisch seines Kollegen steht bereits eine Armada von bunten Spielzeugautos, auf kleinen Videofilmchen zeigt Mahn, wie in den Tests der Prüfstelle Föngeräte in Sekundenschnelle verkohlen, wie 30 Zentimeter hohe Stichflammen aus Plastik-Feuerzeugen zündeln oder ein Lichtschlauch vor den Augen der Experten sich auf v170 Grad Celsius erhitzt und in Brand gerät. Der wohl spektakulärste technische Mangel seiner LUBW-Karriere? „Wir hatten mal einen kompakten Satelliten-Receiver“, erinnert sich Mahl. „Auf den ersten Blick funktionierte der ganz normal, aber wenn man den Stecker rauszog, umdrehte und wieder in die Steckdose steckte, stand das ganze Gehäuse unter Strom.

Gefährliche Produkte auf der RAPEX-Liste

Gefährliche Produkte, sofern sie denn beanstandet wurden, landen auf der so genannten RAPEX-Liste der EU. Diese Liste ist im Internet auf der Seite des Europäischen Verbraucherzentrums abrufbar und wird wöchentlich aktualisiert. Wem selbst der Billigtoaster durchgebrannt ist oder wer eine Hautreizung von der neuen Gummiente für die Badewanne bekommen hat, der sollte sich an die Verbraucherzentralen oder an die zuständige Gewerbeaufsichtsbehörde wenden. In Rheinland-Pfalz sind das die Struktur- und Genehmigungsdirektionen in Koblenz und Neustadt. Die können dann Warnmeldungen oder Rückrufaktionen herausgeben.

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