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"Öko-Test": Zu viele Vitamine im Multivitaminsaft

Multivitaminsäfte im Test  

Zu viele Vitamine im Saft

30.01.2009, 13:12 Uhr | cme

Multivitaminsäfte sind laut "Öko-Test" häufig überdosiert. (Foto: Archiv)Multivitaminsäfte sind laut "Öko-Test" häufig überdosiert. (Foto: Archiv)Gerade in der Erkältungszeit peppen viele Menschen ihre Vitaminversorgung mit Multivitaminsäften auf. Was viele nicht wissen: Künstliche Vitamine aus Säften können auch schaden. Das Verbrauchermagazin "Öko-Test" hat 24 Multivitaminsäfte untersucht und dabei festgestellt: Viele Säfte sind zu stark vitaminisiert, 18 Produkte enthalten synthetisches Beta-Carotin, ein Vitamin, das Lebensmitteln gar nicht mehr zugesetzt werden sollte. Es steht in Verdacht, zumindest bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko zu erhöhen. Vier Säfte fielen im Test komplett durch.

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Synthetisches Beta-Carotin kann schaden

Beta-Carotin ist eine Vorstufe des lebenswichtigen Vitamin A und kommt natürlicherweise in vielen pflanzlichen Lebensmitteln vor, zum Beispiel in Karotten, Kürbis oder Mais. Isoliertes, also künstlich hergestelltes, Beta-Carotin kann allerdings schaden, es erhöht beispielsweise die Lungenkrebsrate bei Rauchern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher schon seit 2001, die Tagesdosis in Nahrungsergänzungsmitteln auf zwei Milligramm zu beschränken und in Lebensmitteln auf den Zusatz von isoliertem Beta-Carotin zu verzichten. Das Institut weist zudem daraufhin, dass die Vitamin-A-Versorgung in Deutschland mehr als ausreichend ist. Zwar haben die Hersteller nach eigenen Angaben die zugesetzten Mengen gesenkt. Doch die wenigsten verzichten ganz darauf, da Beta-Carotin auch zu der leuchtend orangenen Farbe beiträgt. Positive Ausnahme sind die getesteten Bio-Säfte sowie die Säfte von Aldi Nord und Aldi Süd, die auf den Zusatz des Vitamins verzichten.

Kein ausgeprägtes Aroma

Ein weiterer Kritikpunkt der Tester war die unzureichende "Rearomatisierung" vieler Säfte. Die Fruchtsaftverordnung schreibt nämlich vor, dass Säfte aus Konzentrat so wiederhergestellt werden müssen, dass sie den gleichen Geschmack aufweisen wie vergleichbare Direktsäfte. Das bedeutet, dass dem Konzentrat nicht nur Wasser, sondern auch Aromen wieder zugesetzt werden müssen. Doch das gelingt vielen Herstellern offenbar nicht einwandfrei. Das führte bei "Öko-Test" zu Punktabzug.

Nur für die Bio-Säfte gab es "sehr gut"

Nur dreimal vergaben die Tester ein "sehr gut", und zwar für drei der vier Biosäfte im Test. Der vierte Biosaft im Test, "Dr. Koch Bio Trink 10" erhielt dagegen nur ein "ausreichend", obwohl er weder mit künstlichem Beta-Carotin noch mit anderen Vitaminen versetzt war. Zur Abwertung führten zugesetzte Aromastoffe sowie eine "viel zu schwache Rearomatisierung des Orangen- und Apfelsaftes". Auch die Aldi-Säfte erhielten nur ein "befriedigend", obwohl die Hersteller auf den Zusatz von Beta-Carotin verzichten. Auf Nachfrage teilte "Öko-Test" mit, dass "jeder Kritikpunkt unabhängig von einer Gewichtung zu einer Abwertung führte".

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