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Genveränderte Lebensmittel: In diesen Produkten steckt Gentechnik

Gentechnik  

Gen-Zutaten in vielen Produkten enthalten

21.05.2009, 14:18 Uhr | AFP/dpa

Verbraucher: Nach wie vor ist der Anbau auf deutschen Äckern verboten. (Foto: imago)Nach wie vor ist der Anbau auf deutschen Äckern verboten. (Foto: imago)In Deutschland wird um eine klare Linie beim Umgang mit der Gentechnik gerungen. Am runden Tisch handeln momentan zwischen CDU und CSU, ob Deutschland angesichts ungeklärter Risiken durch genveränderte Pflanzen auf Chancen für den Forschungsstandort Deutschland verzichten sollte. Doch während der Anbau auf deutschen Äckern verboten ist, bahnt sich die Technologie langsam aber stetig ihren Weg in die Supermarkt-Regale. Zwar ist das Angebot an gentechnisch veränderten Produkten noch sehr klein. Doch nicht überall, wo Gentechnik drin ist, steht es auch auf der Verpackung.

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In welchen Produkten im Supermarkt steckt schon Gentechnik?

Bislang gibt es im Handel laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nur wenige Produkte mit gentechnisch veränderten Zutaten. Bei den Ausnahmen handelt es sich einer Greenpeace-Erhebung zufolge meist um Lebensmittel aus dem Ausland. Dazu gehören etwa Sojaprodukte aus Asien oder Schokoriegel aus den USA. Der Handel meidet Gen-Nahrung, weil er befürchtet, dass sie von den Verbrauchern links liegen gelassen wird. Reine Gen-Produkte wie etwa genverändertes Gemüse, Obst oder Fleisch gibt es nicht. Allerdings dürfen Genpflanzen an Tiere verfüttert werden, wodurch Gentechnik in den Nahrungskreislauf gelangt.

Sind Lebensmittel mit Gen-Zutaten speziell gekennzeichnet?

Hersteller sind grundsätzlich dazu verpflichtet, alle gentechnisch veränderten Nahrungsbestandteile in den Zutatenlisten auf den Verpackungen abzudrucken. Ausgenommen von der Pflicht sind aber Tierprodukte wie Milch, Eier und Fleisch oder Zusatzstoffe, die von gentechnisch veränderten Bakterien erzeugt wurden. Orientierung über den Verzicht auf jegliche Gen-Zutaten gibt Verbrauchern die 2008 eingeführte freiwillige Kennzeichnung "Ohne Gentechnik". Diese nutzen vor allem die Hersteller von Tierprodukten, wie etwa Milchbauern, die kein Gen-Soja an ihre Kühe verfüttern. Allerdings ist die Kennzeichnung bislang nicht einheitlich geregelt wie etwa das EU-Bio-Siegel.

Sind Bio-Produkte gentechnikfrei?

Auch hier können Einschränkungen bestehen. Zwar sieht die EU-Ökorichtlinie vor, dass bei der Herstellung von Bio-Produkten keine Gen-Zutaten verwendet werden dürfen. Spuren gentechnisch veränderter Bestandteile aber können etwa durch den Pollenflug von Feldern mit Genpflanzen verursacht werden. Diese müssen auf Lebensmittelverpackungen bis zu einem Anteilswert von 0,9 Prozent nicht gesondert ausgewiesen werden. Allerdings sind die Hersteller von Bio-Produkten gehalten, alles technisch Mögliche zu tun, um solche Verunreinigungen auszuschließen. In der Praxis sind diese Verunreinigungen laut Greenpeace sehr unwahrscheinlich.

Müssen Gaststätten auf Speisekarten Gerichte mit Gen-Zutaten kennzeichnen?

Ja. Nach Angaben von Greenpeace allerdings bleiben solche Hinweise in der Praxis nicht selten aus. Den Angaben zufolge werden etwa Pommes Frites in einigen Fällen in Speiseöl aus Genpflanzen frittiert. Für den Verbraucher ist dies in der Regel nicht nachzuvollziehen.

Welche Auswirkungen haben Gen-Produkte auf die Gesundheit?

Dazu gibt es unterschiedliche Angaben. In den USA oder Kanada sind Lebensmittel aus Genpflanzen oder Milch von Kühen, die mit Gen-Soja gefütterten wurden, schon seit über zehn Jahren auf dem Markt. Laut BVL gibt es dort "keine Erkenntnisse, dass sich der Verzehr (...) schädlich auf die Gesundheit von Menschen ausgewirkt hat". Milch von Kühen, die mit Gen-Soja gefüttert wurden, dürfte demnach risikolos sein. Greenpeace dagegen sieht beim Verzehr von Genpflanzen ein Risiko, dass diese aufgrund ihrer Genstruktur verstärkt allergische Reaktionen auslösen können.


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