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Frischmilch: Irreführende Lebensmittelkennzeichnung

ESL-Milch  

Verbraucherschützer bemängeln Milchkennzeichnung

20.07.2009, 12:11 Uhr | bri mit Material von AP und dpa

ESL-Milch ist kaum von echter Frischmilch zu unterscheiden, sagen Verbraucherschützer. (Foto: dpa)ESL-Milch ist kaum von echter Frischmilch zu unterscheiden, sagen Verbraucherschützer. (Foto: dpa)Am Milchregal werden Verbraucher offenbar weiterhin in die Irre geführt: Laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) gibt es in Geschäften kaum noch traditionelle Frischmilch, dafür aber die so genannte ESL-Milch, eine vorgekochte, lange haltbare Milchsorte. Und die sei kaum von herkömmlicher Frischmilch zu unterscheiden, kritisiert der vzbv. Im Februar hatte die Milchindustrie sich verpflichtet, eine klare Kennzeichnung einzuführen. In einer Stichprobe des vzbv war nur ein Drittel der Milchpackungen eindeutig gekennzeichnet.

Tipps Woran Sie Milch-Sorten erkennen

ESL-Milch in der Kritik

Immer mehr Supermärkte bieten ESL-Milch an. Sie ist länger haltbar als andere Milchsorten und zwar bis zu drei Wochen. Verbraucherschützer hatten Anfang 2009 die Kennzeichnung dieser Milch kritisiert. Denn auf der ESL-Milch prangen Hinweisen wie "frisch" oder "maxi frisch". Jedoch ist diese Milch bereits vorgekocht und kann daher nicht frisch sein. Durch das Erhitzen gehen Vitamine verloren.

Falsche Versprechen

Die Milchindustrie hatte sich im Februar 2009 verpflichtet, eine klare Kennzeichnung einzuführen, zum Beispiel durch Hinweise wie "länger haltbar". Das haben Verbraucherschützer nun überprüft: Die Verbraucherzentralen der Länder untersuchten in einer Stichprobe 660 Milchpackungen oder Flaschen. Nur ein Drittel war korrekt gekennzeichnet.

Kaum noch Frischmilch im Supermarkt

Andere Produkte führten irreführende Bezeichnungen wie "extra lange frisch", "länger frisch" oder "maxi frisch", womit sie nach Ansicht der Verbraucherschützer besondere Frische suggerieren. Auch bei Marken- oder Bioprodukten habe sich immer noch ESL-Milch ohne einen Hinweis auf die längere Haltbarkeit gefunden. Außerdem werde traditionelle Frischmilch in vielen Geschäften überhaupt nicht mehr angeboten, sagt Gerd Billen, Geschäftsführer des vzbv.

Nach dem Öffnen nur kurze Haltbarkeit

ESL steht für "Extended Shelf Life" und bedeutet "längeres Leben im Regal". ESL-Milch wird bei 127 Grad für 10 bis 15 Sekunden erhitzt, was zu einem leichten Kochgeschmack führt. Das Verfahren ist nicht zu verwechseln mit dem Ultrahocherhitzen von H-Milch. Nach dem Öffnen verdirbt ESL-Milch genauso schell wie Frischmilch.

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