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Verbraucherschutz: Lebensmittelkontrolleure decken Hygienemängel auf

Verbraucherschutz  

Hygienemängel bei Döner und Speiseeis

19.10.2009, 16:23 Uhr | dpa/AFP

Verbraucherschutz: Bei der Produktion von Dönerspießen geht es nicht immer hygienisch zu. (Foto: imago) (Foto: imago)Bei der Produktion von Dönerspießen geht es nicht immer hygienisch zu. (Foto: imago)Hygienemängel bei Hähnchen-Dönern, Schimmelpilzgifte im Reis und Mogelpackungen im Supermarkt - die Mängelliste der Lebensmittelkontrolleure für das Jahr 2008 ist lang. Bei Besuchen in rund einer halben Million Betrieben der Lebensmittelbranche haben sie bundesweit rund 130.000 Verstöße registriert - vor allem Hygienemängel. Das ist das Ergebnis des aktuellen Berichts des Bundesamtes für Verbraucherschutz zur Lebensmittelsicherheit (BVL).

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Hygienemängel bei jeder dritten Imbissbude

In jedem zweiten Betrieb, der Geflügelfleisch-Döner herstellt, beanstandeten die Kontrolleure die Hygiene. Auch bei jeder fünften der 331 kontrollierten Metzgereien waren Reinigung und Desinfektion bei der Geflügelzubereitung nicht in Ordnung. Beim Verkauf von Hähnchendöner stellten die Kontrolleure bei einem Drittel der getesteten Dönerbuden Hygienemängel fest.

Keime im Speiseeis

Beim Speiseeis wurden in etwa 170 der rund 1000 überprüften Betriebe, die Eis produzieren oder in Verkehr bringen, die hygienischen Zustände bemängelt. In gut einem Fünftel dieser Betriebe wurden bei der mikrobiologischen Untersuchung von Eisproben Mängel entdeckt - also eine Belastung mit Keimen.

Etikettenschwindel mit künstlicher Vanille


2008 haben sich die Kontrolleure auch den Umgang mit dem Gewürz Vanille unter die Lupe genommen. Es ist bei Eisherstellern sehr beliebt - aber teuer. Das verleitete viele Produzenten zum Etikettenschwindel. Die Verpackung warb mit echter Vanille, im Eis aber fanden sich nur künstliche Aromastoffe oder naturidentisches Vanillin. Von 290 Vanilleeisproben waren 110 Mogelpackungen - das entspricht 38 Prozent. Die Käse-Imitate, die in diesem Jahr als "Analog-Käse" Schlagzeilen machten, sind noch nicht Teil des Berichts.

Stiftung Warentest Künstliches Aroma in Vanilleeis

Schimmel in Reis, Schokolade und Lakritze

Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt waren Gifte aus Schimmelpilzen. Hier waren vor allem Reis, Schokolade und Lakritze mit teilweise hohen Werten belastet. Das Amt forderte bessere Eigenkontrollen der Unternehmen.

Chemikalien in Obst

Die meisten Reste unerwünschter Stoffe wiesen Obstproben auf - hier wurden in 76 bis 90 Prozent der Proben von Birnen, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Zitrusfrüchten wie Mandarinen oder Clementinen messbare Rückstände gefunden. In Birnenproben wurde das in der EU verbotene Insektenvernichtungsmittel Amitraz entdeckt.

Warnung vor Verzehr Insektengift in Birnen aus der Türkei

Bio-Obst und -Gemüse aus Deutschland wenig belastet

Positives hatte die Behörde bei Obst und Gemüse aus der heimischen Bio-Landwirtschaft zu vermelden: In den 350 geprüften Proben aus Deutschland fanden die Kontrolleure demnach kaum Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und keine bedenklichen Schwermetallgehalte.

Immer weniger Kontrollen möglich

Lebensmittelkontrollen sind Sache der Bundesländer, die Koordination und Auswertung aber übernimmt der Bund. 934.580 Kontrollbesuche gab es im Jahr 2008 in der deutschen Lebensmittelbranche. Damit warfen die Kontrolleure nach Angaben des Amtes einen kritischen Blick auf die Hälfte aller Betriebe, die mit Lebensmitteln zu tun haben. Im Jahr 2008 gab es rund eine Viertelmillion weniger Kontrollen als noch 2002. Der Rückgang erkläre sich durch aufwendigere Prüfungen, sagte BVL-Abteilungsleiter Gerd Fricke. Er betonte auch, dass die Verantwortung für die Lebensmittelsicherheit bei den Betrieben liege - und nicht beim Staat.

Foodwatch: Namen von Schmuddel-Betrieben nennen

Gegenwind erhielt das Bundesamt von der Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch. Geschäftsführer Thilo Bode nannte den Lebensmittelbericht "die jährliche Bankrotterklärung des staatlichen Verbraucherschutzes". An den hohen Beanstandungsquoten habe sich nichts geändert. Statt mehr Kontrollen und härteren Strafen forderte Bode die öffentliche Nennung von Betrieben, bei denen Mängel festgestellt werden. Gegen Analog-Käse und Schmuddel-Restaurants helfe nur Abschreckung durch Transparenz.

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