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Männer und Frauen: Frauen sind besser als Männer

Männer und Frauen  

Frau muss man sein!

22.02.2010, 09:48 Uhr | Jens Lubbadeh, Spiegel Online

Männer und Frauen: Laut Geschlechterforschung sind Frauen besser als Männer. (Foto: Archiv)Geschlechterforschung: Frauen sind jetzt das starke Geschlecht. (Foto: Archiv)Bildung, Gesundheit, Lebensplanung - Frauen haben Männer in fast allen Bereichen abgehängt. Mädchen werden besser gefördert, viele Jungs reagieren mit Frust, Verweigerung und Gewalt. Forscher warnen vor den Folgen, und auch Frauen sind alarmiert: Ihnen gehen die passenden Partner aus.

Männer verlieren gegen Frauen

"Neue Männer braucht das Land", sang Ina Deter im Jahr 1982. Damals begann eine Suche, die an der Universität Düsseldorf einen Höhepunkt erreicht: "Neue Männer - muss das sein? Über den männlichen Umgang mit Gefühlen" hieß der Kongress, der sich mit dem Verhältnis der Geschlechter befasste. Dabei wurde anhand von Statistiken deutlich: Jungen und Männer geraten im Geschlechtervergleich immer mehr ins Hintertreffen.

Mädchen sogar besser in Mathe

Ob Bildung, Gesundheit, Lebenserwartung - Frauen haben die Männer abgehängt:

  • Mädchen sind besser in der Schule, mittlerweile auch in den "klassischen" Jungs-Fächern wie Mathematik.
  • Mädchen machen häufiger Abitur und studieren, Jungs schmeißen häufiger die Schule.
  • Frauen rauchen weniger als Männer, nehmen nicht so häufig Drogen, leiden nicht so sehr unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und sie leben länger.
  • Frauen sind seltener kriminell

Frauen siegen auf Kosten der Männer

Dies ist das Ergebnis mehrerer Kinder und Jugendstudien, unter anderem der KiGGS-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, der Shell-Jugendstudie 2006 und der World Vision Kinderstudie 2007. Kurzum: Frauen sind die Gewinner, in allen Disziplinen. Das Problem ist: Es ist ein Sieg, der, so vermuten Sozialwissenschaftler, auf Kosten der Männer geht.

Frauen erweitern ihre Rolle

"Mit der Frauenförderung, die in den sechziger, siebziger Jahren begann, waren wir sehr erfolgreich", resümiert deshalb Klaus Hurrelmann, Sozial- und Bildungswissenschaftler an der Universität Bielefeld. "Doch vielleicht ist das ein Grund für das jetzige Männerproblem: Wir haben darüber die Männer vergessen." So würden Frauen stets ermuntert, ihre Rolle zu erweitern. Sie hätten sich ein "neues K" erobert: K für Karriere. Neben den traditionell weiblichen Ks - Kinder, Küche und Kirche.

Frauen sind die besseren Strategen

Aber dabei blieb es nicht: Frauen haben nicht nur nach und nach Männerbastionen erobert - sie haben laut Forschern auch die erfolgreicheren Strategien für das Leben allgemein. "In Kinder- und Jugendstudien zeigen bereits sechs- bis zwölfjährige Mädchen eine sehr hohe Motivation", sagt Hurrelmann. "Sie wollen Karriere und Familie - sie wollen alles." Dabei sind sie aufs Ganze gesehen flexibler als Jungen. Beispiel elektronische Medien: Während Mädchen zwar auch viel Zeit mit Internet und Fernsehen verbringen, gehen sie dennoch umsichtiger mit den neuen Medien um. Sie kombinieren sie mit klassischen Freizeitbetätigungen.

Frust und Aggression sind typisch für Männer

Anders viele junge Männer, die sich in Internet und Computerspiele förmlich flüchten: "Männer haben eine enorme Schlagseite hinsichtlich der elektronischen Medien", sagt Hurrelmann, "sie lassen sich viel mehr von Internet und Computerspielen absorbieren als die Mädchen." Dies hatte unter anderem die größte deutsche Jugendstudie zur Nutzung von Computerspielen ergeben, die das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen vor kurzem durchgeführt hatte. Frauen seien flexibler, anpassungsfähiger, durchschauten Spielregeln schneller und könnten Herausforderungen so besser meistern - in der Schule wie im Leben. Männer hingegen reagierten öfter mit Frust, Verweigerung, Rückzug oder nach außen gekehrter Aggression. Das zeige sich auch in Gewalttaten wie jüngst in Ludwigshafen. Auch Amokläufe seien ein reines Männerphänomen, sagt Hurrelmann.

Männer denken zu traditionell

Neben Unterschieden in Bildung und Freizeitgestaltung zeigen sich auch starke Diskrepanzen im Rollenverständnis: Viele Männer hängen noch immer stark einem traditionellen Bild an, Karriere steht bei ihnen im Vordergrund. Familie wollen sie zwar auch, doch sehen sie Karriere noch immer überwiegend als Domäne der Männer.

Die Folge: "Den Frauen gehen die passenden Männer aus", so Hurrelmann. "Das dürfte einer der viel zu wenig beachteten Gründe sein, warum wir in Deutschland so wenige Familiengründungen haben."

Unsicherheit der Männer beginnt in der Pubertät

Die Schwierigkeiten beginnen in der Schule. Hurrelmann sieht daher im Zurückfallen der Jungen im Bildungsbereich nur ein Symptom für eine allgemeine Unsicherheit in der Gestaltung ihrer Rolle. "Die Pubertät beginnt immer früher, für Mädchen heutzutage im Schnitt mit elfeinhalb Jahren, bei Jungen mit zwölfeinhalb." Es ist der Start ins Ungewisse, in einen Lebensabschnitt voller Unwägbarkeiten. Und der setzt sich - in Zeiten von Hartz IV und dem Schwinden von Familienstrukturen - mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter fort. "Frauen kommen mit dieser strukturellen Ungewissheit der Lebensplanung besser zurecht", sagt Hurrelmann.

Männer flüchten sich ins Hotel Mama

Wie gehen Jungs damit um? Überfordert mit den Herausforderungen des Lebens und ihrer Rolle bunkern sich viele von ihnen bei ihren Eltern ein. "Sie flüchten sich in ihre Herkunftsfamilie, in den sicheren Raum zwischen Kühlschrank und Waschmaschine, zurück in das symbiotische Verhältnis zu den Eltern", meint Hurrelmann. Das sei ein Grund, warum es heutzutage so wenige Konflikte zwischen den Generationen gebe. Dieser Rückzug fördere aber nicht gerade die Gründung eigener Familien und auch nicht den Reifeprozess der Männer.

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