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Rapex: Gefährliche Produkte nach dem Rapex-Warnsystem

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Rapex- Gefährliche Produkte  

Immer mehr gefährliche Produkte überschwemmen Europa

15.04.2010, 18:10 Uhr | dpa/jlu

Rapex: Gefährliche Produkte nach dem Rapex-Warnsystem. Rapex: Bericht über gefährliche Importware in der EU. (Foto: Rapex)

Autsch: Dieser Handmixer unbekannter Herkunft kann Elektroschocks verpassen. (Foto: Rapex)

Ein Handmixer, von dem man Elektroschocks bekommen kann: Das ist nur eines von insgesamt 1993 Gefahrenprodukten, die Kontrolleure im vergangenen Jahr an das EU- Schnellwarnsystem RAPEX gemeldet haben. Laut dem aktuellen RAPEX-Bericht ist damit die Zahl der gefährlichen Konsumgüter erneut gestiegen - 2008 waren es noch 1866. Fachleute schätzen die Dunkelziffer aber deutlich höher. Wie in der Vergangenheit, kamen auch 2009 die meisten beanstandeten Waren aus China. Am häufigsten waren Spielwaren, Kleidung, Elektrogeräte und Fahrzeuge betroffen. Die meisten gefährlichen Produkte meldete Spanien (220), gefolgt von Deutschland (187) und Griechenland (154).


Elektroschock durch Kabelfehler

Der Rapex-Bericht führt verschiedene Gefahrprodukte an, darunter auch einen Handmixer, der Elektroschocks verursachen kann. Bei diesem stellten die Kontrolleure fest, dass das Kabel nicht richtig am Gerät befestigt war. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Innenverdrahtung des Mixers beim Quirlen beschädigt wird. Die Folge: Der Benutzer kann einen elektrischen Schlag bekommen. Darüber fehlt beim Gerät eine Vorrichtung, die verhindert, dass Teig oder andere Lebensmittel den Mixer verstopfen. In welchem Land der Handmixer hergestellt wurde, ist nicht bekannt. Verkauft wurde er in Ungarn.

Schlechte Verarbeitung lässt Wasserkocher schmelzen

Doch nicht nur beim genannten Mixer besteht Elektroschock-Gefahr, sondern auch bei Tisch- und Deckenlampen, einem Standventilator, einem Glätteisen oder einer Lichterkette. Der Grund: schlechte Verarbeitung und nicht eingehaltene Sicherheitsvorschriften. Sicherheitsmängel fanden die Kontrolleure auch bei anderen Elektrogeräten und Haushaltswaren: Ein nicht isolierter Wasserkocher war halb geschmolzen und ein Heizofen angekokelt. Ein Laserpointer kann Sehschäden verursachen, ein Feuerzeug kann zu Verbrennungen führen. Bei einem Ledersofa fanden die Tester sogar die in der EU verbotene Substanz Dimethylfumarat. Bereits geringe Mengen des Stoffs können Allergien auslösen.

Kinder könnten Pailletten verschlucken

Besonders gefährlich ist Importware für Kinder - 472 der Meldungen an RAPEX betrafen Spielzeuge: Zu lange Kordeln an Pullis und T-Shirts drohen ihre kleinen Träger zu erdrosseln. Karnevals-Perücken können blitzschnell in Flammen aufgehen, Lebensmittel-Imitate aus weichem Plastik können verspeist und Kleinteile verschluckt werden. In einem rosa-gelben Babystrampler aus China konnten die Kontrolleure sogar das tödliche Gift-Chemikalie Anilin nachweisen. Eine weitere Gefahr des Stramplers: Die aufgeklebten Blümchen und Pailletten können verschluckt werden.

80 Prozent der Spielwaren kommt aus China

Eine gesonderte Marktstudie aus 13 EU-Ländern zeigt, dass ein Fünftel der Kinderspielzeuge nicht den Sicherheitsstandards entspricht. Die meisten davon hatten Probleme mit der Mechanik. 80 Prozent der Spielwaren in Europa stammen aus China.

RAPEX warnt vor gefährlichen Produkten

Das EU-Schnellwarnsystem RAPEX (Rapid Alert System for dangerous non-food Consumer Products) soll dem schnellen Informationsaustausch dienen, sobald in einem Teilnehmerland ein gefährliches Produkt gefunden wird. So können betroffene Waren schnell vom europäischen Markt genommen werden. Bei RAPEX geht es um Waren wie Spielzeug, Elektrogeräte, Fahrzeuge oder Kleidung. An dem Warnsystem beteiligen sich alle EU-Staaten sowie Liechtenstein, Norwegen und Island. Für Lebens- und Futtermittel sowie Arzneien gibt es eigene europäische Warnsysteme. In Deutschland sind die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zuständig.

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