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Schinken-Imitat: EU verbietet Fleischkleber

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EU-Parlament verbietet Fleischkleber

19.05.2010, 16:32 Uhr | apn/dpa, dpa, dapd

Schinken-Imitat: EU verbietet Fleischkleber. Schinken-Imitat: EU verbietet Fleisch-Kleber. (Foto: imago)

Schinken-Imitat: EU verbietet Fleisch-Kleber. (Foto: imago)

Das EU-Parlament hat die Zulassung des sogenannten Fleischklebers gestoppt und damit den Anspruch der Verbraucher auf ein echtes Steak gewahrt. Denn Thrombin ist ein Enzym, das verwendet wird, um aus mehreren Fleischresten ein einzelnes Fleischprodukt zusammenzukleben. Das geschieht häufig bei Steaks und abgepackten Roh-Schinken, zum Beispiel Nuss- oder Lachsschinken. Das deckte die Verbrauchersendung "Markt" im April dieses Jahres auf.

Schinken-Imitate führen Verbraucher in die Irre

In der EU-Resolution heißt es: Zusammengeklebtes Fleisch führt die Verbraucher in die Irre. Deshalb soll ein Schinken, der aus Fleischresten besteht, nicht als hochwertiger Vollschinken verkauft werden dürfen, befanden die Parlamentarier weiter . "Die Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass sie ein echtes Steak oder einen echten Schinken kaufen, und nicht zusammengeklebte Fleischstücke. Ein Steak soll ein Steak bleiben", sagte der SPD-Abgeordnete Jo Leinen. Für die Zulassung in der EU hätte der Nutzen für die Verbraucher klargestellt werden müssen. Die Kommission hatte vorgeschlagen, zusammengeklebte Fleischprodukte zu kennzeichnen und in Restaurants zu verbieten. Das reichte den Abgeordneten nicht aus, um vor Irreführung zu schützen.

Grüne begrüßen Verbot

Damit ist der Vorschlag der EU-Kommission zunächst vom Tisch: Sie wollte Thrombin EU-weit als Lebensmittelzusatzstoff zuzulassen. Vor allem Grüne und Sozialdemokraten begrüßten die Entscheidung. Dies sei eine wichtige Entscheidung, "um die weitere Pervertierung unserer Lebensmittelproduktion zu stoppen", sagte die Sprecherin für Ernährungspolitik, Uli Höfken. Dagegen sagte der FDP-Abgeordnete Holger Krahmer, Thrombin und ähnliche Zutaten tierischen Ursprungs würden von Metzgern seit Jahrhunderten für die Herstellung von Blut- und Leberwurst verwendet.

Klebefleisch ist nicht schädlich

Der Klebeprozess ist nach Angaben von EU-Gesundheitskommissar John Dalli gesundheitlich unbedenklich und wird in mehreren Ländern angewendet. In Deutschland werden mit diesem Verfahren Wurstwaren und andere Formfleisch-Produkte hergestellt. Zusammengeklebtes Fleisch als vollwertigen Schinken zu bezeichnen, ist in Deutschland ohnehin verboten. Neben Thrombin wird auch das Enzym Transglutaminase zum Zusammenkleben von Fleisch benutzt.


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