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Pestizid-Beeren - Hersteller weisen Vorwürfe zurück

Pestizid-Beeren - Hersteller weisen Vorwürfe zurück

27.07.2010, 10:58 Uhr | dapd

. Vorsicht mit Johannisbeeren aus dem Supermarkt, warnt Greenpeace. (Foto: dpa)

Vorsicht mit Johannisbeeren aus dem Supermarkt, warnt Greenpeace. (Foto: dpa)

Eine Greenpeace-Warnung hat einen Streit darüber ausgelöst, ob deutsche Johannisbeeren mit Spritzmitteln belastet sind oder nicht. In einer Mitteilung hatte die Umweltschutzorganisation vor der Pestizidbelastung von in Deutschland angebauten Beeren gewarnt. Händler und der Industrieverband Agrar (IVA) wiesen die Vorwürfe zurück. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz hält die Johannisbeeren für ungefährlich.

Greenpeace: Gesundheitsgefahr durch Pestizide in Johannisbeeren

Der Umweltschutzorganisation zufolge belegen Laboranalysen von Johannisbeeren aus vier großen deutschen Handelsketten eine Kombinationen von bis zu neun verschiedenen Spritzmitteln. Die Umweltschützer warnten, die nachgewiesenen Pflanzenschutzmittel seien als gesundheitsgefährdend eingestuft. Getestet wurden 31 Proben von in Deutschland angebauten Johannisbeeren und Himbeeren, die Anfang Juli gekauft wurden. Himbeeren schnitten dabei deutlich besser ab als beim Test im Vorjahr: 29 Prozent der untersuchten Himbeeren waren pestizidfrei. 2009 waren es lediglich 20 Prozent. Getestete Bio-Produkte bestanden den Test.

Angeblich sechs Pestizide pro Beere

"In jeder untersuchten Johannisbeere stecken im Schnitt sechs Pestizide", sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen. "Beim letzten Beeren-Test 2006 wurden im Vergleich nur drei Pestizide pro Probe festgestellt." Einige der nachgewiesenen Spritzmittel könnten als Nervengift wirken, krebserregend sein oder den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen. Greenpeace fordert deshalb Grenzwerte für Mehrfach-Rückstände von Pestiziden. Die Organisation stelle bereits seit mehreren Jahren den Trend zu Pestizid-Mischungen in Obst und Gemüse fest, heißt es in der Mitteilung. Mit solchen Cocktails würden Produzenten die gesetzlichen Grenzwerte für einzelne Schädlingsbekämpfungsmittel umgehen.

Edeka prüft Pestizid-Vorwürfe

Insbesondere den Supermarkketten Tengelmann und Edeka wurde vorgeworfen, sie verkauften Produkte, die mit in Deutschland nicht zugelassenen Spritzmitteln belastet seien. Edeka gehe den Vorwürfen derzeit nach. "Bei den von Greenpeace geprüften Beeren sind wir überall erheblich unter den gesetzlichen Grenzwerten", sagt Edeka-Sprecherin Michaela Fischer-Zernin. "Zusätzlich wurde eine Probe mit einem Stoff gefunden, wobei es sich um einen Einzelfall handelt." Auch Kaiser's-Tengelmann prüft, wie es zur Belastung kommen konnte und ob gegebenenfalls eine Ausnahmegenehmigung vorlag.

Industrieverband kritisiert "reißerische Behauptungen"

Indes kritisierte der Industrieverband Agrar (IVA) die "reißerischen Behauptungen" von Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation habe sich damit als "ernstzunehmender Partner in der Debatte disqualifiziert", so der Verband. In einem ausführlicheren Bericht schreibe Greenpeace selbst, dass alle nachgewiesenen Stoffe laut EU-Richtlinie zugelassen sind oder eine Aufbrauchfrist haben und im Einzelfall mit Ausnahmegenehmigungen verwendet werden dürfen. Das baden-württembergische Verbraucherministerium erklärte: "Bislang sind die Lebensmittelchemiker des Untersuchungsamtes in Stuttgart auf keine Johannisbeeren aus Baden-Württemberg gestoßen, die als gesundheitlich bedenklich einzustufen gewesen wären." Weil die Ernte noch nicht abgeschlossen sei, laufe derzeit die Überprüfung noch.

Bundesamt hält Warnungen für unbegründet

Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat Warnungen der Umweltorganisation Greenpeace vor mit Pestiziden belasteten Johannisbeeren als unbegründet zurückgewiesen. Von Johannisbeeren gingen keine gesundheitlichen Gefahren aus, erklärte das Amt. Da Greenpeace keine Überschreitungen gesetzlicher Höchstgehalte an Pestiziden gefunden habe, seien die 13 untersuchten Proben der Beeren lebensmittelrechtlich nicht zu beanstanden.

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