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Verbrauchertäuschung: Gefälschte Früchte in Getränken und Müsli

Einfach umgefruchtet: So werden wir mit falschen Früchten getäuscht

tze

04.03.2011, 12:57 Uhr
Verbrauchertäuschung: Gefälschte Früchte in Getränken und Müsli. Von den Früchten auf dem Etikett sind nur Spuren enthalten. (Fotos: Verbraucherzentrale Hamburg) (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

(Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

Umfruchten - das Wort klingt wie ein Fachbegriff aus dem Obstbau. Dahinter verbirgt sich ein Täuschungsmanöver bei der Lebensmittelkennzeichnung. Schon beim Frühstück bekommen wir "umgefruchtete" Früchte oder Formfrüchte untergejubelt. Trauen Sie nicht jeder Erdbeere auf der Verpackung. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat viele der falschen Früchtchen entlarvt. In der Foto-Show zeigen wir Beispiele.

Wie sich Äpfel in Himbeeren verwandeln

Wenn auf Müsli oder Fruchtschnitten Himbeeren abgebildet sind, erwartet man echte Früchte. Wer rechnet schon damit, dass er mit in Himbeersaft getränkten Apfelstücken abgespeist wird. Genauer gesagt: billig abgespeist. Hier spart der Hersteller eines Müslis Kosten für teure Früchte, indem er wesentlich billigere Sorten mit deren Aroma veredelt, passend färbt und den Geschmack gegebenenfalls mit Zucker intensiviert. Umfruchten nennt sich diese Technik der Lebensmittelindustrie.

Wo sich falsche Früchte in der Zutatenliste verstecken

Dem Umfruchten kommt man nur beim intensiven Studium der Zutatenliste auf die Spur. Falsche Erdbeeren können beispielsweise als "Fruchtstücke mit Erdbeergeschmack" deklariert sein. Doch wer beschäftigt sich ausgiebig mit dem Kleingedruckten, wenn große, pralle Früchte auf der bunten Packung zum Kaufen verführen.

Formfrüchte - gleicher Trick wie bei Formschinken

Das Prinzip der Formfrüchte ist das gleiche wie beim Formschinken: Die Lebensmittelindustrie fügt Stücke aus billigen Rohstoffen zu einem Ganzen und imitiert das hochwertige Original. In diesem Fall wird beispielsweise Fruchtmus in Form gebracht, mit Pflanzenextrakten gefärbt und mit Aromastoffen in die gewünschte Geschmacksrichtung getrimmt.

Aromatisiertes Apfelwasser statt exotischer Früchte

Auch bei vielen Fruchtgetränken werden Verbraucher getäuscht. Auf den Etiketten prangen exotische Früchte, Beeren oder Kräuter, doch deren Anteil ist mitunter minimal. So manches teure Fruchtelixier ist kaum mehr als aromatisiertes Apfel-, Trauben- oder Orangenwasser. Werden Sie misstrauisch, wenn auf der Zutatenliste an erster Stelle Apfelsaft aufgelistet ist. Aufschlussreich sind außerdem die Prozentanteile, die oft in Klammern angegeben sind.

Verbraucherschützer fordern ehrliche Abbildungen

"Verbrauchern kann nicht zugemutet werden, in mühevoller Kleinarbeit das Kleingedruckte in der Zutatenliste zu studieren", findet die Verbraucherzentrale Hamburg und fordert: "Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass auf der Schauseite des Produktes die wahre Zusammensetzung genannt und abgebildet wird."

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