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Je nach Land: So viel Trinkgeld sollten Sie im Ausland geben

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Knigge für den Urlaub  

So viel Trinkgeld sollten Sie im Ausland geben

24.07.2018, 11:21 Uhr | ts, AFP, AM, az, t-online.de

Je nach Land: So viel Trinkgeld sollten Sie im Ausland geben. Münzen und Tasse auf dem Cafétisch (Quelle: Getty Images/lolostock)

Münzen auf dem Cafétisch: In Frankreich sollten Sie das "pourboire" unbedingt auf dem Tisch liegen lassen und nicht die Rechnung beim Bezahlen aufrunden. (Quelle: lolostock/Getty Images)

Auch im Ausland gehört es zum guten Ton, bestimmte Leistungen mit einem kleinen Geldbetrag zu honorieren. Doch herrscht oft Unklarheit, wie viel Trinkgeld im Urlaub gegeben werden sollte. Hier gibt es eine Vielzahl von Unterschieden je nach Land, die sowohl die Höhe des Betrags als auch die Übergabe betreffen. Im Folgenden finden Sie einige Tipps.

Andere Länder, anderes Trinkgeld

Im Ausland herrschen bekanntlich andere Sitten, was sich auch beim Trinkgeld deutlich zeigt. Alle diesbezüglichen Tipps sind sich jedoch in einer Sache einig: nur personenbezogene Dienstleistungen kommen dafür infrage. Diese erbringen beispielsweise Taxifahrer, Zimmermädchen, Kofferträger und Kellner. Auch Reiseführern kann man ein kleines Dankeschön geben.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Trinkgeldknigge

Wie wird Trinkgeld im Urlaub gegeben?

Im Ausland wird meist nicht aufgerundet, sondern Bargeld auf dem Tisch liegen gelassen. Währungen in Dollar oder Euro sind immer gerne gesehen, sollten aber als Schein überreicht werden, da Münzen nicht umgetauscht werden können. Außerdem sollte außer in den USA das Trinkgeld nie mit Kreditkarte draufgezahlt werden, weil der Betrag sonst auf der Rechnung landet und nicht komplett beim Kellner oder Kofferträger ankommt.

Bei längeren Aufenthalten empfiehlt es sich, nicht erst wie üblich am Ende zu zahlen, sondern bestimmten Personen schon zwischendurch eine Kleinigkeit zukommen zu lassen. Trinkgeldrechner in Form von Apps können helfen, den angemessenen Betrag zu finden. Handeln und Feilschen gehört in manchen Ländern dazu

Typische Branchen für Trinkgeld

Bei diesen Services liegen Sie mit ihrer finanziellen Geste richtig:

  • Gastronomie
  • Hotel- und Reisebranche
  • Taxifahrer
  • Schönheits- und Wellnessalons
  • Friseure

Bei einer Reise mit dem Kreuzfahrtschiff gelten besondere Regeln: Trinkgeldtipps für Kreuzfahrten finden Sie hier.

In den USA top, in Asien Flop

Mit Ausnahme einiger weniger, meist asiatischer Länder, in denen Trinkgeld als Beleidigung empfunden wird, ist die Zuwendung mittlerweile fast überall üblich. Die Höhe variiert dabei jedoch stark. In den USA wird zum Beispiel ein höherer "Tip" erwartet und gilt als Pflicht, weil der Service im Preis nicht enthalten ist. In den USA sind Servicekräfte wie Kellner wegen des geringen Lohnniveaus auf das Extrageld angewiesen. 15 bis 20 Prozent der Restaurantrechnung gelten als angemessen. Im Hotel kann man getrost als Faustregel rechnen: ein Dollar pro Übernachtung für das Zimmermädchen. Ähnliche Regeln gelten in Kanada.

Spezialfall Japan: Trinkgeld ist unerwünscht

In Japan wird sowohl das Geben als auch das Nehmen von Trinkgeld als würdelos empfunden. Ein höfliches Lächeln ist hier Dank genug.

Thailand: Weniger als zehn Bath gelten als Beleidigung

Typische Reiseländer wie Thailand, die von Touristen aus dem Westen aufgesucht werden, haben sich jedoch längst an westliche Gepflogenheiten gewöhnt. Im Restaurant sind zehn bis 15 Prozent angebracht. Weniger als zehn Bath gelten als Beleidigung.

Italien: Coperto macht den Unterschied

In Italien hingegen ist zu überprüfen, ob auf der Rechnung der Begriff "coperto" steht. Dies ist ein Zuschlag für das Gedeck. Wurde dieser von dem Lokal von sich aus erhoben, darf der Obolus für den Kellner dann bescheidener ausfallen. In Italien können Sie das Trinkgeld vor dem Verlassen des Restaurants einfach auf den Tisch legen. Maximal zehn Prozent reichen vollkommen aus.

Frankreich: Es darf ruhig etwas mehr sein

In französischen Restaurants darf es ein wenig üppiger ausfallen: Mit einer Zuwendung in Höhe von zehn bis 15 Prozent der Rechnung liegen Sie hier richtig. In Frankreich sollten Sie das "pourboire" jedoch unbedingt auf dem Tisch liegen lassen und nicht die Rechnung beim Bezahlen aufrunden.

Im Hotel wird Trinkgeld nicht unbedingt erwartet, vom Taxifahrer hingegen etwa zehn Prozent des Fahrpreises.

Skandinavien: Weniger ist mehr

Je höher man in den Norden kommt, desto weniger wird gegeben. In Dänemark und Skandinavien wird oft gar nichts erwartet, in Schweden dagegen gelten zehn Prozent als angemessener Richtwert.

Lesen Sie hier: Der richtige Umgang mit Geld im Ausland.

Großbritannien und Irland: Versteckter "Tip"

Hier können Sie die üblichen zehn Prozent weglassen, falls Sie auf Ihrer Rechnung den Vermerk "service charge" finden – dann wurde das Trinkgeld schon mitkassiert.

Österreich: Trinkgeld ist gern gesehen

In Restaurant und Taxi sind zehn bis 15 Prozent Trinkgeld angebracht. Im Hotel erhält der Kofferträger einen Euro pro Gepäckstück, das Zimmermädchen einen bis zwei Euro pro Tag.

Portugal und Spanien: "Gorjeta" und "propina"

In der Gastronomie werden fünf bis zehn Prozent "gorjeta" beziehungsweise "propina" liegen gelassen. Im Taxi sind etwa zehn Prozent Trinkgeld üblich.

Australien und Neuseeland: Dank für das gute Essen

Für guten Service freuen sich Kellner hier über einen "Tip" von etwa zehn Prozent des Rechnungsbetrag. Obligatorisch wie in den USA ist die finanzielle Zuwendung in diesen Ländern jedoch nicht.

Türkei: Hier gibt es "Bakschisch"

In der türkischen Gastronomie sind zwischen zehn und 15 Prozent "Bakschisch" üblich. Gar nichts zu geben wirkt unhöflich. Zimmermädchen oder Gepäckträger freuen sich über umgerechnet rund einen Euro extra. Im Taxi wird gerundet.

Ägypten und Nordafrika: Trinkgeld gehört zur Kultur

In nordafrikanischen Ländern hat das Trinkgeld eine lange Tradition und ist fester Bestandteil der Kultur. Wer in Ägypten, Marokko oder Tunesien allzu sparsam mit dem "Bakschisch", also der "Gabe", umgeht, gilt als geizig und arrogant. In Restaurants gelten rund zehn Prozent der Rechnungssumme als angemessen. Zimmermädchen, Gepäckträger und andere Dienstleister freuen sich über ein Trinkgeld von umgerechnet etwa einem Euro.

Auf Kreuzfahrten: Andere Regeln als an Land

Je nach Reederei ist die Trinkgeldfrage unterschiedlich geregelt. Vor allem bei internationalen Veranstaltern wird es erst an Bord erhoben, zum Teil auch als automatische Gebühr auf dem Bordkonto. Einige Reedereien machen Trinkgeldvorschläge von zehn Euro oder 13,50 Dollar pro Tag.

Tipp: Mit zehn Prozent sind Sie auf der sicheren Seite

Fazit: Als Faustregel können Sie sich merken, dass Sie weltweit mit einem Trinkgeld in Höhe von zehn Prozent nicht komplett falsch liegen.

Verwendete Quellen:
  • AFP
  • eigene Recherche

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