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Bier auf Augenhöhe mit Wein Teil 2

Bier auf Augenhöhe mit Wein Teil 2

05.07.2016, 15:12 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Bier auf Augenhöhe mit Wein Teil 2. Edle Biere für Feinschmecker. (Quelle: Braufactum)

Edle Biere für Feinschmecker. (Quelle: Braufactum)

Der zweite Teil unseres großen Biertests

Framboise, Boon, Belgien:

Bei diesem Bier werden 250 Gramm Himbeeren im Eichenfass in einer zweiten Gärung mit Himbeeren vergoren, dazu kommen noch ein paar Sauerkirschen. Für Rauschmann ist dies das Bier, das ihn am meisten überrascht hat. Da die Fruchtzucker aus der Himbeere vergoren sind,  ist das Bier trocken, außerdem weist es eine angenehme Säurenote auf. Das Fruchtaroma ist überwältigend. Tatsächlich erinnert das Bier beim ersten Schluck an eine Berliner Weiße, was auch wegen der ähnlichen Verarbeitung kein Wunder ist. Die Überraschung kommt beim Abgang: Es bleibt eine säuerliche Note, Süße ist fast nicht vorhanden, bittere Geschmacksstoffe sind Fehlanzeige. Ein Bier, das nicht wie ein Bier schmeckt. Da ausschließlich Himbeeren und kein Sirup oder Aromen verwendet werden – das ist für Braufactum sehr wichtig – hat das Bier ein authentisches  und sehr natürliches Aroma.  Es passt mit nur 5,5 Prozent Alkohol ideal als Aperitif und bietet sich zu fruchtigen Gerichten wie Datteln im Speckmantel an. Für die Wanted.de-Redaktion war das Framboise ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber durchaus originell. Ein ideales Frauenbier für den Sommer. Tatsächlich registriert auch Braufactum eine verstärkte weibliche Nachfrage nach dem Getränk. Wanted.de-Note:  2

Pale 31 Firestone Walker, Paso Robles Kalifornien: Für Rauschmann ein tolles leichtes hopfenbetontes Bier mit schönen Zitrusnoten. Sehr erfrischend. Das Pale 31 hat gerade wieder den World Beer Cup gewonnen. Der erste Eindruck: Eine eindrucksvolle Farbe, die an frisch geschleuderten Mischblüten-Honig erinnert. Im Geschmack dominieren Zitrusfrüchte, Mandarine und Mango. Dem Fruchtgeschmack folgt eine leichte Bitternote, die auch den Abgang dominiert. In der Wanted.de-Redaktion stieß dieses Bier auf ein geteiltes Echo. Überwiegend positiv aufgenommen ist es sicher kein Bier für die Freunde herber Pilsnoten, die „zu florale Noten“ bemängelten. Aber ein Bier für alle, die gerade im Sommer ein fruchtiges Bier lieben, aber nichts von den zurzeit so modernen Biermix-Getränken halten. Wanted.de-Note: Note: 2 Progusta, Braufactum:

Auf dieses Bier ist Braufactum besonders stolz – und völlig zurecht ist es das meistverkaufte Bier des Unternehmens. Für Rauschmann ist dies die Interpretation des India Pale Ale. Dieses traditionsreiche Bier wurde im 18. Jahrhundert entwickelt, um den Gerstensaft auf dem Weg aus Großbritannien in die Kolonie Indien vor dem Versauern zu schützen. Dazu schütteten die britischen Brauer besonders viel Hopfen in die Fässer.

Auch dieses Bier bietet in der Eröffnung ein sehr fruchtiges Aroma, das an Grapefruit, Bergamotte, Mango oder Orange erinnert. >>

Die vom hohen Hopfengehalt hervor gerufene Bitterkeit wird durch die hohe Restsüße des Malzes aufgefangen – beide Geschmacksrichtungen halten sich quasi in Schach. Das Bier kombiniert zwei einmalige  Aroma-Hopfensorten, die US-Sorte Citra (hier haben wir also die Quelle für die Zitrus-Noten) und die deutsche Sorte Hallertauer Mittelfrüh. Das Bier passt als Aperitif zu gebratenem Fisch, Rindertatar, Rindercapacio oder zu einer geräucherten Jakobsmuschel. Rauschmann schwärmt: „Einfach ein sehr komplexes Produkt welches schön den Rohstoff Hopfen erleben lässt.“ Wanted.de-Note: 1

Marzus, Braufactum: Eine Eigenkreation auf Basis der traditionellen Sorte Märzen. Dieses Bier war zu Zeiten, als es noch keine Eiskeller gab, das zuletzt, also im März, gebraute Bier. Durch die Verwendung von 50 Prozent Caramel-Malz - hierbei wird der Malzzucker im Malzkorn in der Mälzerei karamelisiert - ensteht eine angenehme karamelige Note. Das besondere an dem Malz: Durch das spezielle Verfahren verläuft die Röstung gleichmäßig, bei vielen Malzsorten besteht dagegen das Problem, dass das Korn unten geröstet ist, die Hitze aber nicht nach oben steigt. Das Bier passt zu Ente, Wachtel und leichten geschmorten Gerichten. Von diesem Bier war die Wanted.de-Redaktion nicht so positiv überrascht wie von den Konkurrenten. Dennoch erhielt es die Beurteilung „lecker, aber sehr schwer“ – und schien entfernt mit Rotwein vergleichbar. Zwar ist es ein hochwertiges, süffiges und kaum bitteres Bier, das mit seiner dunklen Bernstein-Farbe Appetit macht. Doch bleibt es nicht so sehr in Erinnerung wie andere Kreationen. Wanted.de-Note: 2-3 Ola Dubh 12 oder 30 Jahre:

Die wahrlich umwerfendsten Biere von Braufactum – nicht nur wegen des hohen Alkohol-Gehaltes, sondern weil sie absolut anders sind und den Bierbegriff komplett neu definieren. Die Biere sind Porter-Biere – geschaffen vor 300 Jahren für die Schlepper und Lastenträger in den Häfen Londons, genauso schwarz und stark wie ihre Namensgeber. Treffend ist die Bezeichnung der Marke „Old Engine Oil“, die als Vorbild diente. Ola Dubh 12 und 30 erinnern in der öligen Konsistenz an Sherry oder an einen Whiskey. Abgesehen natürlich vom leichten und angenehmen Prickeln auf der Zunge.

Tatsächlich sind Bier und der Hochprozentige in der Herstellung  eng verwandt. Beim Whiskey wird kein Hopfen zugesetzt und der Alkohol destilliert. Ansonsten  sind Rohstoffe und Herstellungsverfahren ähnlich. „Im schottischen Ola Dubh werden in fantastischer Weise beide Produkte zusammengeführt“, schwärmt Rauschmann. Das Porter verströmt intensive Röstaromen nach Kaffe und Bitterschokolade. >>

Das Bier wird für neun Monate in einem Whiskeyfass gelagert, das jeweils einen zwölfjährigen und einen dreißigjährigen Malt beinhaltete. Das Bier passt zu Desserts mit Bitterschokolade, gerne auch zu aromatischen Erdbeeren oder zu einer guten Zigarre. Aber auch zu einem Rinder-Hüftsteak vom Charolais-Rind hat es geschmeckt. Kleine, aber feine Unterschiede gibt es zwischen den Zwillingen durchaus: Ola Dubh 12 schmeckt leicht salzig, torfig und rauchig – eben wie ein Talisker  oder Lagavulin und wie ein entfernter Verwandter der Whiskeys von der schottischen Speyside. Ola Dubh 30 dagegen ist die Highland-Ausgabe unter den Bieren:  Es schmeckt trotz des leichten Soja-Einschlages wie ein „weiblicher“ Whiskey, etwa wie ein Glenmorangie oder Glenlivet – süß, malzig, mit dem klaren Wasser der Bergbäche (Glen = Bach) ohne das torfige Wasser der Sümpfe in den Ebenen und ohne die Salz-Einflüsse, die der Seewind dem Whiskey einverleibt. Der lichtundurchlässige schwarze Trank ist einfach nur eine fantastische Geschmacksbombe, die ein perfektes Dinner krönend abschließt. Die Wertung von Wanted.de: „anders, aber großartig“ – Guiness trifft Whiskey - der perfekte Digestif für alle Gourmets! Wanted.de-Note: 1

Brooklyn Lager, Brooklyn Brewery:

Nicht auf der Bestenliste des Braufactum-Chefs, aber dennoch eines der besser verkauften Kreationen des Unternehmens. Und auch eines der Top-Biere der Wanted.de-Redaktion. Zurecht, denn US-Biere sind besser als ihr Ruf – und das liegt an der Experimentiertfreude der Amerikaner. Gebremst von der Prohibition wichen viele Privatbrauer in den Dreißiger Jahren in geheime Hausbrauereien aus. Die besten konnten sich am Markt mit überraschenden Geschmacksrichtungen durchsetzen. Gerade New York war und ist eines der Zentren der US-Bierkultur.

Lagerbier wird durch eine Lagerung bei Null Grad zusätzlich aromatisiert, was beim weichen Brooklyn Lager durch ein vollmundiges, malziges und rundes Aroma zu schmecken ist, das minimal in Richtung Pils abdriftet. Bernsteinfarben und süffig, leichter Duft nach Honig, sehr mild im Geschmack – und somit passend zu leichten Gerichten wie Huhn oder Fisch. Wanted.de-Note: 1

Weitere Biertests lesen Sie im dritten Teil.

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