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Was tun, wenn der Partner gepflegt werden muss?

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Altenpflege  

Was tun, wenn der Partner gepflegt werden muss?

24.08.2011, 14:43 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Was tun, wenn der Partner gepflegt werden muss?. Karitative Einrichtungen bieten Kurse zur Altenpflege an (Foto: imago)

Karitative Einrichtungen bieten Kurse zur Altenpflege an (Foto: imago)

Wird ein Familienmitglied zum Pflegefall, tun sich etliche Probleme auf. Wer soll sich jetzt kümmern? Die meisten pflegen die Ehefrau, den Ehemann oder die Eltern zu Hause. Häufig sind sie damit überfordert. Pflegekurse für Angehörige können helfen.

Karitative Einrichtungen bieten Kurse an

Noch ist ihr Mann nicht pflegebedürftig. "Aber das kann auf mich zukommen", sagt Eleonore Köth-Feige. Die 78-Jährige aus Lünen weiß aus ihrem Bekanntenkreis, was das bedeutet. "Viele arbeiten an der Belastbarkeitsgrenze." Damit es ihr nicht irgendwann genauso ergeht, will die Seniorin vorbereitet sein. Sie hat einen Kurs für pflegende Angehörige besucht. Solche Kurse bieten karitative Einrichtungen wie die Diakonie, Caritas oder AWO bundesweit an, bezahlt werden sie von der Pflegekasse.

Die meisten Menschen werden daheim gepflegt

Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause versorgt. Das geht aus den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Dezember 2009 hervor. Von den 1,6 Millionen Pflegebedürftigen erhielten knapp 1,1 Millionen ausschließlich Pflegegeld - sie werden in der Regel allein durch ihre Angehörigen gepflegt. "Leider nehmen nur wenige die Pflegekurse in Anspruch", sagt Silke Niewohner von der Landesstelle Pflegende Angehörige in Münster. Der Anteil liege bei weniger als zehn Prozent. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Pflegebedürftigen von 1999 bis 2009 um 16 Prozent auf 2,34 Millionen gestiegen. Trotzdem sei die Nachfrage an Pflegekursen in der jüngsten Zeit wieder etwas zurückgegangen.

Im Kurs lernt man praktische Dinge für den Alltag

Eleonore Köth-Feige hat acht Wochen lang einen Kurs des Caritasverbands im Altenheim besucht. "Wir haben ganz praktische Dinge gelernt: Wie sieht die Haut aus? Wie ist die Atmung und die Körpertemperatur? Und vor allem: Wie und mit welchen Geräten kann ich das richtig kontrollieren?" Man bekommt einen anderen Blick auf den zu Pflegenden, erzählt sie.

Rückenschonendes Arbeiten ist wichtig

Die Teilnehmer lernen auch, sich bei der Pflege selbst zu schützen. Viele Angehörige haben irgendwann einen Rückenschaden. Rückenschonendes Arbeiten, Waschen und Füttern, Puls- und Blutdruckmessung, das Verhindern von Thrombosen, die richtige Ernährung, das Deuten von Schmerzen - diese Fähigkeiten vermittelt auch Angelika Conradi. "Meine Teilnehmer sollen keine Ärzte werden", sagt die 49-jährige Kursleiterin. "Aber das gehört alles zur Pflege dazu." Früher arbeitete sie als Altenpflegerin, heute gibt sie ehrenamtlich Pflegekurse auf der Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes in Rudolstadt in Thüringen.

Pflege allein reicht nicht aus

Manchmal organisiert sie auch Ausflüge, zum Beispiel in eine Reha-Klinik. "Der Leiter zeigt Pflegemittel, die wir bei uns gar nicht haben." Geplant sei auch der Besuch einer Tageseinrichtung für Demenz- und Alzheimerkranke. Am Ende des Kurses kriegen alle Teilnehmer einen dicken Hefter. "Da können sie alles nachlesen, und darin stehen auch alle wichtigen Telefonnummern." Es sind nämlich nicht nur die Handgriffe und das Hintergrundwissen, das die Angehörigen aus den Kursen mitnehmen. Sie sollen auch mit den bürokratischen Fallstricken des Gesundheitssystems besser umgehen können. "Die meisten pflegen schon jemanden, aber sie sind nicht informiert", berichtet Conradi. Sie wissen nicht, welche Leistungen die Pflegeversicherung abdeckt und welche Hilfe ihnen zusteht. "Viele sind hilflos." Angehörige scheitern oft an den Behörden.

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