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Whisky vom Schliersee

Whisky vom Schliersee

13.12.2011, 10:23 Uhr | Christoph Schmidt, wanted.de

Whisky vom Schliersee. Der Slyrs-Whisky stammt vom bayrischen Schliersee. (Quelle: Hersteller)

Der Slyrs-Whisky stammt vom bayrischen Schliersee. (Quelle: Hersteller)

Whisky ist ein edles und vielseitiges Getränk. Doch was steckt hinter dem Mythos Whisky? Was macht den hochprozentigen Trunk so besonders und welche Sorten sind gefragt? Die trinkerprobten Tester von wanted.de haben sich auf Europas führender Messe "Interwhisky" in Frankfurt für Sie ins Getümmel gestürzt – ein völlig subjektiver Bericht über Reptilien, Hirsche und eine wunderbare Liaison. Hier sehen Sie Bilder des Schliersee-Whiskys.

Eines vorweg: Die Whisky-Auswahl steigt rasant. Hochwertige Destillate kommen schon lange nicht mehr nur aus Schottland – auch wenn die Spitzen-Erzeugnisse einen Schottenrock tragen. Aber: Von den Höhen der schweizerischen Alpen bis in die Tiefen Indiens wetteifern Hersteller um die Gaumen der Whisky-Fans. Und die Brennereien werden immer besser.

Gute deutsche Erzeugnisse

Slyrs vom Schliersee oder Sloupisti aus dem Spreewald brennen mittlerweile ordentliche Ergebnisse. Letzterer wurde sogar von Jim Murrays Whisky-Bibel zum „Superstar-Whisky“ gekürt. Dagegen Finger weg vom indischen Amrut. In der Verkostung enttäuschte das Destillat  durch eine flache Aromatik und wenig Biss. Wer etwas auf sich hält, konzentriert sich auf die tollen Fassabfüllungen der schottischen Meister, denn hier entwickelte sich über Jahrhunderte das größte Können.

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, sollte sich einen Port Ellen genehmigen. Die Whisky-Brennerei wurde bereits 1983 geschlossen. Deshalb gibt es nur noch wenige Fässer. Die haben sich meist unabhängige Abfüller gesichert.

Jahr für Jahr werfen sie begrenzte Mengen auf den Markt und erzielen damit  Rekordpreise von vielen hundert Euro. Wir haben den Port Ellen des Abfüllers Douglas Laing probiert. Der Whisky schmeckt süßlich rauchig, mit leicht salzigen Jod-Anklängen und einer wunderbaren Länge. Sehr kompakt im Mund, fast schon ölig. Tolle Destillate mit Kultstatus.

Geheimtipp ohne Torf

Ein Geheimtipp für Fans von Whiskys mit Fassstärke ist die Unpeated-Serie von Caol Ila. Bei den noch recht jungen Destillaten verzichtet die Brennerei auf den Einsatz von Torf beim Trocknen der Gerste. Dadurch fehlt den Whiskys das sonst für Caol Ila so typische Torfraucharoma.

Dafür besticht die achtjährige Variante durch herrlich florale Noten. Wichtig: Erst mit ein wenig Wasser entfaltet der Whisky sein volles Aroma. Die Schärfe des 65-Prozentigen Destillats verschwindet und es entfaltet sich um die Nase eine Blumenwiese. Im Geschmack ist er zupackend, ein wenig süß wobei Blüten-Noten dominieren.

Ardbeg überzeugt mit dem Alligator

Ardbeg verwöhnt seine Fans in diesem Jahr mit der Spezialabfüllung Alligator. Eben erst auf dem Markt gekommen, hat die Brennerei schon nichts mehr auf Lager. Im ausgesuchten Fachhandel gibt es aber noch genügend Flaschen. Der bernsteinfarbene Trunk in Fassstärke wurde in extrem getoasteten Fässern gelagert. Die Fassinnenseite erinnert in ihrer Struktur an die Haut von Alligatoren – daher stammt der Name. 

Der Whisky riecht intensiv nach Torf, im Mund konzentriert sich dann kompakte Süße und eine dichte Struktur. Volles Aroma bei unglaublicher Trinkfreudigkeit – komplex und würzig. Da der Whisky limitiert und in den kommenden Jahren kein neues Projekt Alligator geplant ist, könnte das Reptil zu einem Geheimtipp für Sammler werden.

Eine wunderbare Liaison

Eine tolle Kombination aus Schokolade und Whisky bot der Stand der Villa Konthor. Die Limburger haben eine besondere Linie aufgelegt, die Schleckermäuler und Whiskyfans zusammenbringt. Hier kann der Genussmensch perfekt aufeinander abgestimmte Paare probieren. Etwa handgeschöpfte Schokolade aus dem bolivianischen Regenwald kombiniert mit einem 16-jährigen Glenfarclas aus dem Sherryfass. Die 68-prozentige Bitterschokolade harmoniert mit den süßlich herben Noten des Speyside-Whiskys. Ein Erlebnis ist auch die mit Curry verfeinerte Vollmilchschokolade, zu der ein Whisky von Clynelish in Fassstärke genau die richtige Power hat.

Doch wer von Whisky spricht, schaut auch gerne in die USA. Dort wird der kleine Bruder Whiskey hergestellt. Und neben Massenproduzenten wie Jim Beam haben sich kleine Brennereien etabliert, die mit bemerkenswerten Ergebnissen punkten. Eine Entdeckung ist George T. Stagg, eine hervorragende Einzelfassabfüllung mit 71,5 Volumenprozent Alkohol. Ein rarer Stoff mit komplexen Aromen von getrockneten Früchten und Vanille.

Trotz seiner Alkoholpower ist der Stagg (Hirsch) ungeheuer sanft. Damit wird der dichte Kentucky Straight Bourbon zu einem tollen Begleiter für Desserts. Unser Tipp: Probieren Sie Crêpe Suzette oder Crème brûlée mit dem hochprozentigen Hirschen. Der ist übrigens einer der Lieblings-Bourbon von Whisky-Bibel-Autor Jim Murray und der perfekte Abschluss für einen ereignisreichen Tag im Zeichen des Whiskys.

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