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Bio-Fleisch: Fiese Keime in Schweine- und Hühnerfleisch

Bio-Fleisch  

Fiese Keime in Biofleisch

01.03.2012, 11:59 Uhr | ag

Bio-Fleisch: Fiese Keime in Schweine- und Hühnerfleisch. Auch Bio-Fleisch ist nicht frei von antibiotikaresistenten Keimen. (Quelle: dapd)

Auch Bio-Fleisch ist nicht frei von antibiotikaresistenten Keimen. (Quelle: dapd)

Wer glaubt, dass der Kauf von Bio-Fleisch einwandfreie Qualität garantiert, irrt sich. Nach dem Hühnerfleisch-Skandal und den antibiotikaresistenten Bakterien im Schweinefleisch hat das Magazin "stern TV" nun auch in ökologisch erzeugtem Hähnchen und Schweinefleisch Keime gefunden. In 19 von 38 Stichproben wurden ESBL-Bakterien, die gegen verschiedene Antibiotika resistent sind, gefunden. Darunter befanden sich auch Produkte, die mit den strengen Siegeln von Demeter, Bio- und Naturland versehen sind.

Jede zweite Probe war verseucht

Für "stern TV" hat der Mikrobiologe Professor Fritz Titgemeyer im Labor für Lebensmittelsicherheit der Fachhochschule Münster verschiedene Fleischprodukte aus biologischer Landwirtschaft untersucht. Im Bio-Schweinefleisch konnte er in zwei von zehn Proben antibiotikaresistente Keime nachweisen. Beim Hähnchenfleisch waren sogar 17 von 28 Proben verseucht. Die Keime produzieren das Enzym ESBL, das verschiedene Antibiotika unwirksam macht. In der Regel entstehen solche Bakterien in der Massentierhaltung, weil den Tieren regelmäßig Antibiotika verabreicht werden und so resistente Bakterienstämme entstehen. Über das rohe Fleisch werden die Keime dann auf den Menschen übertragen. Dadurch wird es schwieriger, Krankheiten zu behandeln.

Kontaminierung auf Schlachthöfen?

Doch woher kommen die Keime im Bio-Fleisch? Schließlich ist die Gabe von Antibiotika in der biologischen Landwirtschaft streng verboten. In der Praxis jedoch scheint dies anders zu laufen, wie Professor Andreas Voss aus Nijmegen, weltweit einer der bekanntesten Forscher nach den Ursachen der multiresistenten Keime, gegenüber "stern tv" bestätigt. "Auch Tiere aus biologischer Haltung kriegen Antibiotika, nur weniger." Doch es gibt noch eine weitere Erklärung für das verseuchte Bio-Fleisch: Möglicherweise findet eine Keimübertragung über den Kontakt mit Fleisch aus der Massentierzucht statt. "Eine mögliche Schnittstelle sind die Schlachthöfe", sagt Voss. Denn wo Tiere getötet werden, kann es leicht zu einer Kontaminierung kommen.

So schützen Sie sich vor den Keimen

Eine gesundheitliche Gefahr stellen multiresistente Keime hauptsächlich für Immungeschwächte, ältere Menschen und Säuglinge dar. Rund 200 Menschen starben im vergangenen Jahr an den Folgen einer Infektion mit ESBL-Bakterien, die Tendenz ist jedoch steigend. Das Problem komplett in Griff zu bekommen, ist nach Einschätzung von Experten nahezu unmöglich. Allerdings können Hygienemaßnahmen helfen, die Zahl der Bakterien zu reduzieren. Neben strengeren Vorschriften auf den Schlachthöfen betrifft das vor allem die Küchenhygiene. "Küchenbretter aus Glas, Hartholz und Stein sind besser als Plastikbretter", empfiehlt Voss. Denn Bakterien in Plastikrillen ließen sich nur schwer entfernen. Bei der Reinigung des Schneidebretts und der Messer ist es außerdem wichtig, dass das Wasser eine Temperatur von mindestens 70 Grad erreicht. Bei einem Bio-Waschgang im Geschirrspüler sei das in der Regel nicht der Fall. Auch die gründliche Reinigung der Hände mit Seife sei wichtig, damit sich die Keime nicht weiter im Haushalt verbreiteten.

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