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Bier: 10 Wege es zu genießen

Trinkkultur pur: Bier mal anders

01.10.2012, 15:42 Uhr | Benedikt Sauer, wanted.de

Bier: 10 Wege es zu genießen. Bier neu erleben. (Quelle: Sebastian Piller )

Bier neu erleben. (Quelle: Sebastian Piller )

Ein frisch gezapftes Bier ist für Sie flüssige Lebensfreude? Dann zeigen wir Ihnen jetzt mal zehn Wege, wie Sie Ihre Leidenschaft zum Gerstensaft völlig neu erleben können. Mal hochkonzentriert, mal frisch karamellisiert, mal mit edlen Zutaten gemixt. Das sollten Sie unbedingt mal probieren!

1. Der gestachelte Doppelbock Das Bierstacheln ist ein alter Brauch der Bierveredelung. Dabei wird ein glühendes Stück Eisen, der Bierstachel senkrecht in ein Glas mit unter- oder obergärigem Doppelbock eingeführt und schnell wieder entfernt. "Das kalte Bier erwärmt sich dabei nur um etwa zwei Grad, doch durch den kurzen Hitzeschock karamellisiert der Restzucker im Bier und gibt ihm eine unverwechselbare, karamellartige Note", erklärt Biersommelier Sebastian Priller. Die Kohlensäure entweicht zum Teil und sorgt so für eine feinporige, warme Schaumkrone, durch die der kalte Doppelbock beim Trinken hindurch schießt. Wer's selbst mal probieren will, besorgt sich einen Bunsenbrenner und eine Fugenkelle aus Edelstahl. 2.  Ein Lambic mit Kandiszucker

In Belgien fallen Lambics sofort durch ihren sauren Geschmack auf, der durch Spontangärung mittels wilder Hefen entsteht. Das überraschend Ungewöhnliche:

Ein original Lambic wird stets mit zerstoßenem Kandiszucker gereicht, da es so sauer ist, dass ein Nachsüßen durchaus erlaubt ist. Dieses besondere Geschmackserlebnis ist fast ausschließlich nur in einigen Cafés in und um Brüssel herum zu erfahren. Empfehlungen vom Experten: der "Bierzirkus", "L'atelier" oder das "Delirium Café" in Brüssel.

3. Bier dekantieren? Hier schon!

Was man normalerweise nur mit besonderen Rotweinen macht, ist bei einem "Imperial Stout" auch nicht verkehrt. "Dieser Bierstil hat gerne mal fünf bis zehn Jahre auf dem Buckel. Um die dabei entstandene Säureausprägung den weichen Noten von Karamell über Kaffee bis hin zu dunkler Schokolade anzupassen, empfiehlt es sich, ein Imperial Stout zu dekantieren. Dadurch wird das Bier viel weicher im Genuss", erklärt Priller.

4. Eine halbe Maß als echte Mutprobe

Den Weltrekord in Sachen hochprozentiges Bier finden Sie im "Schorschbock 57" der deutschen Schorschbräu-Brauerei. Limitiert auf 36 Flaschen, steckt in jedem Schluck 57,5 Prozent purer Alkohol. Ein echter Rachenputzer, den Sie auch nur wie Schnaps genießen sollten. Sonst endet die Kostprobe böse.

5. Bier als Grippekiller Priller: "Man erwärme einen dunklen Doppelbock vorsichtig, ohne ihn zum Kochen zu bringen. Nach und nach etwas Honig, Pfeffer und vielleicht auch Tabasco beigeben, und fertig ist der Grippekiller! Heiß getrunken, verbringt er wahre Wunder. Einfach anschließend direkt ins Bett hüpfen und alles rausschwitzen." 6. So trinkt es die High-Society Wer in St. Moritz in der berühmten "Cresta Bar" ein "Michaeli" bestellt, legt viel Wert auf Exklusivität. Die Flaschenform des besonderen Bieres in limitierter Handabfüllung erinnert an die eines Champagners und wird auch in einem entsprechendem Kühler serviert. Dazu passt die Aufforderung des Kellners, dieses Bier mit einem obligatorischen Verkostungsschluck für gut zu befinden. Bierzelebration pur, die natürlich absichtlich etwas dekadent gehalten wird. 7. Bier als Cocktail

"In fertigen Bier-Mixgetränken stecken viel zu viele künstliche Aromen. Wenn schon, dann bitte selbstgemacht mit hochwertigen Zutaten", sagt Biersommelier Priller. Sein Rezept für einen Weissbier-Mojito: Ein paar Blätter Minze mit 3cl Limettensaft und einem Esslöffel Rohzucker ins Cocktailglas geben und leicht zerdrücken. Anschließend 5cl weißen Rum untermischen, zerstoßenes Eis dazugeben und mit einem fruchtigen Weißbier auffüllen. Fertig.

8. Zwickeln, aber ehrlich Als Zwickelbier bezeichnet man ein frisches, meist sehr junges Bier direkt aus den Lagertanks einer Brauerei. "Das authentische Zwickelbier-Erlebnis lässt sich aber nur direkt am Mutterfass in echten Bierkellern, die sich noch weit unter der Erde befinden, verstehen", so der Experte. "Naturtrüb schießt dort das Bier ins Glas und der Genuss in der meist um der null Grad kalten Umgebung ist einfach nur fantastisch. In modernen Brauereien ist so etwas in aller Regel aber nicht mehr zu erfahren." 9. Eisbock selber machen Es war wohl um das Jahr 1890, als ein Brauergeselle Fässer mit Bockbier im Freien vergaß. Die nächtliche Kälte ließ alles gefrieren. Zur Strafe musste der Geselle die Flüssigkeit im Inneren des aufgeschlagenen Eisblocks trinken. Durch diesen Zufall wurde ein hervorragendes Starkbier in konzentrierter Form erfunden: der Eisbock. Wer ihn selber herstellen will, besorgt sich ein passendes Holzfass mit Weizendoppelbock gefüllt. Zur Not tut's auch jedes andere Gefäß, das dem Druck des gefrierenden Wassers standhalten kann. 10. Ein Bier wie zu Opas Zeiten

Große Fässer, beißender Qualm, starke Männer und viel flüssiges Pech: All das ist notwendig, um Holzfässer in mühsamer Handarbeit zu "pichen". Die damit erreichte Versiegelung schützt das Bier und dichtet das Fass ab. "Was früher die Normalität war, ist mittlerweile eine echte Rarität. Nicht nur das Abfüllen oder Anzapfen eines solchen Fasses ist ein Abenteuer. Auch der Geschmack fällt, je nach Fass, unterschiedlich aus, da das Bier natürlich die Holznoten während der Lagerung annimmt", so Priller. Am besten mal bei kleineren Brauereien anfragen und ein Stück Biertradition live erleben. Oder gleich selbst brauen.

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