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Klimawandel bedroht Anbau von Rooibos-Tee

Tee  

Klimawandel bedroht Anbau von Rooibos-Tee

15.03.2012, 11:53 Uhr | afp, AFP

Klimawandel bedroht Anbau von Rooibos-Tee. Bedroht der Klimawandel unseren Teegenuss? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bedroht der Klimawandel unseren Teegenuss? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Ernte des beliebten Rooibos-Tees hat sich in den letzten 13 Jahren vervierfacht. Bekannt wurde der Tee vor allem aufgrund seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften und seines erfrischenden Geschmacks. Jetzt fürchten die Teebauern, dass der Klimawandel die Ernte des koffeinfreien Tees bedroht.

Zerstört der Klimawandel das empfindliche Ökosystem?

Auf der Groenkol-Rooibos-Teefarm in der südafrikanischen Provinz Westkap ist die jährliche Ernte in vollem Gange. Die Farmarbeiter schwingen ihre Sensen, lassen sie durch die roten Äste fahren. Dann werden diese gebündelt und zum Trocknen in die Sonne gelegt. Der berühmte rötliche Tee wächst nur in dieser Region am Westkap - nirgends sonst auf der Welt. Farmen wie Groenkol tragen dazu bei, den weltweit wachsenden Durst nach dem Tee zu stillen. Doch nun fürchten die Teebauern, dass der Klimawandel das empfindliche Ökosystem zerstören könnte, das sie für den Anbau brauchen.

Rooibos wächst nur in einer Region

"Rooibos wächst wild hier, und nur hier", sagt Chris Du Plessis, Leiter des Ökotourismus-Veranstalters Elandsberg Eco Tourism. "Wenn Sie diesen Hügel hinaufgehen und auf der anderen Seite wieder hinunter, werden Sie sehen, dass 90 Prozent der Pflanzen, die dort wachsen, auf der anderen Seite nicht vorkommen." In dem trockenen, sandigen Gelände können nur wenige Pflanzen überleben, doch Rooibos-Büsche gedeihen prächtig, weil sie mit Mikroorganismen im Boden Symbiosen eingehen. Versuche, in Australien, den USA und sogar China Rooibos anzubauen, scheiterten.

Die Temperaturen beeinflussen den Boden

Willem Engelbrecht erbte die Groenkol Rooibos Teefarm von seinem Vater. Seit er die Plantagen übernahm, beobachtete er deutliche Veränderungen beim Wetter: "In den vergangenen zehn Jahren passierten zunehmend seltsame Dinge." Schon jetzt zeichnet sich die Gegend durch extreme Wetterverhältnisse aus. Im Winter fällt die Temperatur unter die Frostgrenze, im Sommer kann es bis zu 48 Grad geben. Inzwischen sind die Sommer generell heißer und die Winter trockener. Deshalb musste Engelbrecht seine Anbaumethoden anpassen. "Früher pflügten wir den Boden um, heute pflügen wir weniger und lassen viel liegen als Isoliermaterial, prinzipiell um die Feuchtigkeit zu bewahren."

Angst vor weiterem Temperaturanstieg

Ein weiterer Temperaturanstieg wird für Farmer wie Engelbrecht und die umgerechnet 59 Millionen Euro schwere Rooibos-Industrie zum Problem werden. Klimaexperten warnen bereits, dass es das Westkap in den nächsten 100 Jahren hart treffen wird. "Ein plausibles Szenario ist, dass die Temperatur in weiten Teilen der Region um weitere drei Grad steigt", sagt François Engelbrecht vom Rat für wissenschaftliche und industrielle Forschung des Landes (CSIR). "Gleichzeitig wird diese Gegend voraussichtlich allgemein trockener. Insgesamt sieht es für die ganzen Gegenden im Inneren und an der Küste im Westen Südafrikas tatsächlich nicht sehr positiv aus."

12.000 Tonnen Tee pro Jahr

Noch boomt die Branche. Allein die Region der Zederberge produziert 12.000 Tonnen Tee im Jahr, die Hälfte davon für den Export. Das ergibt 4,8 Milliarden Tassen Tee jährlich. Rund 4.500 Jobs bietet die Teeproduktion in der Region, da vieles in der Ernte und beim Trocknen von Hand erledigt werden muss. "Rooibos gewinnt in vielen Ländern Marktanteile und wird auf einer sehr kleinen Basis angebaut, ich denke das Geschäft kann exponentiell wachsen", sagt Teefarmer Engelbrecht. Die Frage ist, wie lange dieser Boom anhalten kann, bevor der Klimawandel den Anbau unmöglich macht.

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