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Rum: Das Feuer der Karibik

Rum: Das Feuer der Karibik

25.05.2012, 18:00 Uhr | pc (CF)

Rum ist ein Standard in jedem Spirituosenregal. Aber kann er auch zu den Spitzenspirituosen gehören? Was genau zeichnet einen guten Rum aus? Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über das Lieblingsgetränk der "Pirates of the Carribean Sea".

Um Missverständnissen vorzubeugen: Piraten gehören nicht zur High Society. Zumindest nicht traditionell, bei eventuellen Parteineugründungen mag sich das ja noch schneller ändern, als man denkt. Die karibischen Piraten jedenfalls hatten vor lauter Skorbut nur wenig zu lachen und auch der Geschmack ihres Rums dürfte ihnen kaum Freudentränen in die Augen getrieben haben. So ist Jamaika Rum schlechtester Qualität in purer Form noch heute nahezu ungenießbar und muss mit Wasser zu Grog verdünnt werden. Sonst haut es noch den stärksten Seemann um. Auch die frühe Popularität des Rums in Deutschland und Skandinavien war eher dem Umstand geschuldet, dass der Rum nur zu fünf Prozent Rum enthielt. Es handelte sich nämlich um einen Verschnitt mit neutralem Alkohol und Wasser. Und es sagt wohl einiges aus, dass dieser Rum im 18. Jahrhundert nahezu standardmäßig mit Wasser noch weiter zum Grog verdünnt wurde und dann erst richtig populär wurde. Aber was soll man machen? Es kann eben nicht jeder Pirat sein. Und wenn die Kaperfahrt mal wieder etwas länger dauerte, hatte der Rum auch mehr Zeit, um im Fass zu lagern. Und dann stiegen Qualität und Stimmung doch merklich. >>

Doch zurück auf Los. Rum wird aus Melasse hergestellt. Melasse ist ein brauner Zuckersirup, der als Abfallprodukt bei der Kristallisation von Zuckerrohrsaft zu Zucker gewonnen wird. Diese Melasse ergibt dann zusammen mit Wasser die Maische, die nach ihrer Fermentierung mit Hefe einen Alkoholgehalt von fünf Prozent aufweist. Danach erfolgt die Destillierung, mit der die eigentliche Rumproduktion abgeschlossen ist. Allerdings weist der Rum dann oft einen Alkoholgehalt von 65 bis 70 Prozent auf. Entweder muss er nun verdünnt werden oder er lagert so lange, bis sich der Alkohol im heißen karibischen Klima ein wenig verflüchtigt hat. Jedenfalls ist der Rum nach seiner Destillierung unter dem Namen "Weißer Rum" eine fertige Spirituose. Allerdings zeichnet sich guter Rum dadurch aus, dass er auf jeden Fall noch gelagert wird. Nach drei Jahren Lagerzeit gilt er bereits als alter Rum. Handelsüblich sind auch sieben Jahre alte Spirituosen, die dann als brauner oder schwarzer Rum in den Handel kommen. An sich sollte die Färbung den Fässern zu verdanken sein, doch insbesondere Bacardi hilft bei seinem schwarzen Rum gerne mit Farbstoffen nach.

Das Geheimnis der Fässer

Auch seinen guten Geschmack verdankt der Rum vor allem der Lagerung im Fass. Bemerkenswert ist hierbei, dass dafür vor allem Secondhand-Fässer aus der Whiskey- oder Weinproduktion verwendet werden. Während bei Cognacs häufig darauf geachtet wird, dass unbedingt frische Fässer, manchmal auch aus einem ganz bestimmten Holz, verwendet werden, profitiert der Rum von den Geschmacksrückständen der alten Tropfen. Insofern ist der Rum – und da darf man auch als Pirat durchaus eine Träne vergießen – ein Getränk zweiter Klasse. Doch andererseits hat eben genau dieser Spirituosen-Mix seinen eigenen Charme. Auch bei Fässern gilt also, dass der Vintage-Style durchaus das Zeug zum Hit hat. Jedenfalls ermöglicht diese Uneinheitlichkeit eine enorme Geschmacksvielfalt, die unter Spirituosen ihresgleichen sucht. Es gibt zig Rumbrennereien, die alle ihren ganz eigenen Geschmack bewahrt haben (während die großen Label natürlich darauf achten, dass ihr Geschmack immer gleich bleibt), wodurch der Rum zu einem der faszinierendsten Getränke im Spirituosenuniversum wird und ein echter Pirat ein Leben lang auf Entdeckungsfahrt in seinen Gewässern gehen kann.

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