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Nussknacker: Wenn Micky Maus und Darth Vader Nüsse knacken

Nussknacker: Wenn Micky Maus und Darth Vader Nüsse knacken

18.12.2012, 16:19 Uhr | dpa

In der Weihnachtszeit knackt Darth Vader ebenso wie Micky Maus, der frühere US-Präsident Abraham Lincoln und Indianerhäuptling Sitting Bull Nüsse. Nussknacker als beliebter Weihnachtsschmuck sind längst nicht mehr nur Offiziere und Könige. Das Familienunternehmen Steinbach im niedersächsischen Hohenhameln hat momentan 350 unterschiedliche Figuren im Sortiment - darunter sind zahlreiche Motive, die mit Amerika zu tun haben.

"Wir setzen 90 Prozent unserer Produkte in den USA ab, und dort läuft das Geschäft nach einer Talfahrt vor drei Jahren derzeit wieder gut", sagt Karla Steinbach, die das Familienunternehmen mit ihrer Tochter Karolin in sechster und siebter Generation leitet. Die Steinbachs sind gerade aus den USA zurückgekehrt. Deutsches Brauchtum komme dort gut an. Es gebe Tausende Nussknacker-Sammler, sagt Karla Steinbach.

Wegen dieser Sammler würden die Auflagen vieler Figuren limitiert und gezielt Serien herausgebracht - zum Beispiel mit amerikanischen Präsidenten, Indianerhäuptlingen und mit Bezug zu Filmen wie "Star Wars". "Es werden inzwischen hohe Preise für rare Sammlerstücke gezahlt", erzählt die Tochter. So würden etwa 5000 Dollar für den Zauberer Merlin fällig. Mit dem Disney-Konzern sei ein Lizenzvertrag vereinbart, laut dem Disney-Figuren von Steinbach bei Disney World verkauft würden.

Seit 190 Jahren produziert die Familie Nussknacker und Holzspielzeug - lange Zeit im Erzgebirge, Heimat der Nussknacker, dann in Hohenhameln. Ein zweiter Betrieb wurde nach der deutschen Wiedervereinigung in Marienberg im Erzgebirge eröffnet. Die Firma beschäftigt rund 180 Mitarbeiter, gefertigt wird in Handarbeit. "Wir sind der größte Hersteller in Deutschland", sagt Karla Steinbach. Nach Angaben des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker gibt es 250 Betriebe mit knapp 2000 Beschäftigten, die diese traditionellen Produkte unter geschützten Markennamen produzieren.

"Wir können uns gegen billige Kopien und Plagiate vor allem aus China nur mit Qualität in der Gestaltung und in der Fertigung, mit Kreativität und einer Markenstrategie behaupten", betont die Firmenchefin. Jede Figur besteht den Angaben zufolge aus bis zu 150 Teilen, beteiligt sind Drechsler, Schreiner, Maler und Schneider. Allerdings gebe es zunehmend Probleme, Auszubildende für den Beruf des Holzspielzeugmachers zu finden, erzählt Karla Steinbach.

Eine Studie des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker ergab, dass in Deutschland jeder dritte Nussknacker-Käufer ein Sammler ist. Das Nussknackermuseum in Neuhausen (Erzgebirge) organisiert Sammlertreffen. Auch in Deutschland werden Spitzenpreise für seltene Stücke von einigen tausend Euro erzielt, sagt Museumsgründer Jürgen Löschner. Im Museum würden inzwischen 5500 verschiedene Nussknacker aus vier Jahrhunderten und mehr als 30 Ländern gezeigt.

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