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Wein: Die Weine des Sommers

Das sind die neuen Trends der Weinsaison

02.08.2013, 15:00 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Wein: Die Weine des Sommers. Die Leitmesse ProWein ist alljaehrlich der ultimative Treffpunkt der internationalen Wein- und Spirituosenbranche. (Quelle: Messe Duesseldorf / ctillmann)

Die Leitmesse ProWein ist alljaehrlich der ultimative Treffpunkt der internationalen Wein- und Spirituosenbranche. (Quelle: Messe Duesseldorf / ctillmann)

Harte Zeiten für die deutschen Winzer: Der Märzwinter dieses Jahres hat den Rebstöcken heftig zugesetzt, ein großer Jahrgang 2013 ist kaum zu erwarten. Nur gut, dass ausländische Anbieter mit Macht und neuen Ideen auf den Markt drängen. Das sind die Trends der Weinmesse ProWein.

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Bislang eher unbekannte Weinländer haben zum Sturm auf die Weinkarten in Deutschland geblasen. Erstmals präsentierte sich beispielsweise China auf der Messe in Düsseldorf. Was kaum einer weiß: Wein-Experten sehen die Volksrepublik gemessen an der Rebfläche mittlerweile weltweit schon auf Platz fünf. Das "Reich der Mitte" liege noch vor den USA oder Deutschland, das nur Platz 14 einnimmt. Gleich drei chinesische Weinbauregionen und sieben Weingüter schenkten ihre Produkte aus, darunter der Marktführer Great Wall.

Die Wein-Attacke erfolgt vor allem in der Nische: Vor zehn Jahren starteten die Chinesen mit dem Ziel, sich in der Weinwelt zu etablieren. Beim Eiswein ist das gelungen - China ist hier mengenmäßig mittlerweile Marktführer. China ist nicht nur ein kommender Produzent, sondern auch ein immer wichtigerer Markt: Die Chuppies – Chinese Urban Professionals – holen die Mangeljahre des Kommunismus nach und sind im Kaufrausch kaum zu stoppen. Im Reich der Mitte ist vor allem der schwere Bordeaux-Stil gefragt. >>

Daher wird vom 13. bis 15. November erstmals in Shanghai die ProWine China stattfinden.

Auch mit einem Wein aus England können Sie Ihre Gäste so richtig überraschen. Bisher konzentrierte sich die englische Weinindustrie vor allem auf den heimischen Konsum – doch in diesem Jahr sollen neue, internationale Absatzmärkte erschlossen werden. Dazu präsentierten sich nun zum ersten Mal fünf Weingüter aus Südengland auf der ProWein 2013. Mit dabei waren unter anderem Chapel Down, einer der größten Produzenten des Landes und der Newcomer Hattingley Valley.

Trend geht zu leichten Weinen

Und welche neuen Trends sind gefragt? Eindeutig geht das Käuferverhalten hin zu leichteren Weinen mit moderatem Alkoholgehalt, was auch an der wachsenden Gruppe weiblicher Käuferinnen liegt. Außerdem bieten die Winzer immer mehr kleine Flaschen mit 0,375 Litern an. Den Light-Trend konstatiert unter anderem der Verband Moselwein und der Verband der Prädikatsweingüter, der auf Klasse statt auf Masse setzt.

Wer also schwere Riojas oder Burgunder mit über 14 Prozent Alkohol mag, muss umdenken – auf der Messe wurden Weine mit 9,5 Prozent verkostet. Viele Winzer gehen dafür gerade in Deutschland auf die Nord-Ost- oder Nord-West-Lagen, die fehlende Sonne lässt hier nur wenig Zucker entstehen. Weniger Alkohol heißt mitunter mehr Saft – und das bedeutet einen Tick mehr Süße. Staubtrockene Weine sind somit in diesem Sommer weniger gefragt. Auch bei den Schaumweinen ist dieser Trend zu Beobachten: So stellte Marktführer Freixenet zur ProWein 2013 seinen neuen, fruchtig-süßen Schaumwein "Mia Moscato" vor.

Fruchtiger Jahrgang 2011

Ein kleiner Trost für das Frostjahr 2012 ist der deutsche Jahrgang 2011 – er wurde  vor allem wegen seiner intensiven Fruchtausprägung auf der Messe sehr gelobt. Das Deutsche Weininstitut hob die Qualität des Jahrgangs 2011 hervor, der in Düsseldorf erstmals in großem Umfang zu probieren war. Die Weine präsentierten sich gut ausbalanciert und fruchtbetont; nach der geringen Vorjahresernte stehen vom 2011er Jahrgang auch aus nahezu allen deutschen Anbaugebieten wieder ausreichende Mengen zur Verfügung.

Ansonsten sind die alten Rebsorten auch die neuen Champions. Bei den Verkostungen konzentrierte sich das Interesse auf einige wenige Kernsorten – dabei werden weltweit einige tausend unterschiedliche Rebsorten angebaut. Klare Favoriten sind bei den Weißweinen weiter Riesling, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Grau- und Weißburgunder – also Pinot Grigio und Pinot Blanc. Dazu gesellen sich in der zweiten Reihe Grüner Veltliner, Viognier und Verdejo.

Bei den Rotweinen konzentrierten sich die Aussteller und Einkäufer auf Pinot Noir – also auf Spätburgunder, der in Deutschland an der Ahr ganz hervorragende Qualitäten hervorbringt. Zudem setzten die Einkäufer auf Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz und Grenache, also die Top-Weinsorten aus dem Burgund und von der Rhone. Zudem stehen Tempranillo/Tinta Roriz und Blaufränkisch/Lemberger hoch im Kurs. >>

Deutsche Winzer suchen derweil nach neuen, interessanten europäischen Rebsorten – in der Pfalz und in Rheinhessen wird mittlerweile der Alvarinho angebaut, das ist eine Sorte aus Nordportugal und der Atlantik-Küste in Spanien. Die Rebe bietet viel Säure und viel Frucht. Bioweine – also Weine ohne Pestizide – stehen nach wie vor hoch im Kurs.

Neue Spirituosen für Kenner

Auch bei den Hochprozentigen gibt es Neues zu entdecken. So stellte beispielsweise die Brennerei Ziegler ihre neuen Whiskys, den 5-jährigen "Aureum" sowie die passende Fassstärke, bei der ProWein erstmals dem internationalen Fachpublikum vor. Bei den Spirituosen zeigte Schlumberger als Premiere den japanischen Whiskey "Nikka". Domaines Schlumberger ist das größte Grand Cru-Weingut des Elsass, nicht zu verwechseln mit dem traditionsreichen Sektgut in Österreich. Zum ersten Mal präsentierte sich auch eine chinesische Gemeinschaftsbeteiligung aus Guizhou, die den als Luxusgetränk gepriesenen "Moutai" ausschenkte. Der Schnaps – auch Maotai genannt – ist die chinesische Version des Wodka; allerdings bringt er bis zu 70 statt der russischen 40 Umdrehungen ins Glas, wobei sich die Frage stellt, wie hier noch ein Geschmack festzustellen ist – die Geschmacksnerven der Zunge werden ab 50 Prozent Alkohol betäubt. Maotai wird aus Hirse und Weizen gebrannt.

Fazit:

Den Appetit ließen sich die Genießer trotz des Dauerwinters nicht verderben. Die neue Sainson bringt leichte Weine und interessante Newcomer aus exotischen Ländern ins Glas.

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