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Craft Beer: WM der Edelbiere

Craft Beer: Das sind die Bier-Weltmeister

26.02.2015, 16:16 Uhr | Frank Lansky, wanted.de

Craft Beer: WM der Edelbiere. Der große wanted.de-Biertest zur WM (Quelle: Matthias Wahl, t-online.de)

Der große wanted.de-Biertest zur WM (Quelle: Matthias Wahl, t-online.de)

Die Spannung steigt: Nur noch acht Teams spielen im Viertelfinale der Fußball-WM in Brasilien. Wenn es nach dem großen Test von wanted.de geht, dann sieht die Sache gut aus für Deutschland. Wir haben für Sie in unserer großen Bier-WM ein Ranking der Viertelfinalisten erstellt.

Was wir vermutet hatten, bestätigt sich im Glas: Teurer schmeckt besser, und Premium schlägt Massenware. Eine gute Nachricht für Fußball-Freunde: Deutschland und Belgien überzeugen, Brasilien und Argentinien gehen genauso unter wie Frankreich. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen im Bieglas: Unser Orakel liegt falsch beim Spiel um den dritten Platz, denn demnach sollte die Niederlande gegen das ausgeschiedene Chile antreten.

Deutschland gegen Belgien

Nur ganz wenige Biere erhalten in unserem Redaktionstest die Bestnote. Unter den WM-Viertelfinalisten holt beispielsweise das "Meine Porter Weisse TAPX" aus Deutschland gleich zweimal ein "sehr gut"; genau wie das "Steen Brugge" von Palm Breweries aus Belgien; einmal die Höchstnote schafft das "Hertog Jan Dubbel" aus den Niederlanden. Damit haben Sie schon einen Hinweis auf die Top-Biere.

Natürlich mussten wir eine subjektive Auswahl aus dem schier unüberschaubaren Markt treffen. Mitunter mussten wir das nehmen, was wir aus allen Ecken der Welt bekamen – das war exotisch, aber eben nicht immer gut. So trat edles Craft Bier gegen chemisch anmutendes Massen-Gebräu an, meist handelte es sich dabei um Lager-Bier.

Für unser Turnier ließen wir uns von zwei Top-Trainern beraten. Unser erster Profi-Scout ist Elke Maruhn, sie betreibt in Darmstadt zusammen mit ihrem Ehemann Mario und dessen Bruder Michael den größten Markt für Bier und Mineralwasser der Welt.

Das "Maruhn" lockt immer Bier-Gourmets an, hier suchen die Kunden zunehmend nach Spezialitäten: "Bei uns hat die Nachfrage nach Craft Beer stark angezogen. Die Leute sind bereit, mehr Geld auszugeben, sie wollen dafür den besonderen Geschmack mit teils extremen Aromen im Glas – zurzeit ist India Pale Ale stark gefragt." Genau diese Kategorie ist unseren Testern zu bitter, um den Titel zu holen. >>

Diese extrem herben Biere stammen aus England: Damit sie beim Transport aus dem Königreich in die damalige Kolonie Indien nicht sauer wurden, setzten die Brauer eine Extra-Portion Hopfen zu. Diese Biere sind vor allem bei den Angelsachsen stark gefragt und überzeugen zunächst mit einer dunkelorangenen Farbe und einem fruchtigen Geruch - dem sich ein schneidend bitterer Geschmack anschließt.

Als zweiter Experte stand uns mit Rat und Tat Marc Rauschmann zur Seite. Er ist der Chef der kleinen Manufaktur "Braufactum", sie braut limitierte Editionen in der Nische. Der gelernte Braumeister ist optimistisch, dass sich Manufaktur-Bier überall durchsetzt: "In Deutschland wächst gerade die Kennerschaft und Fangemeinde beim Craft Beer parallel mit der steigenden Verfügbarkeit. Rund um den Globus findet man tolles Bier mit einer eigenen Handschrift."

Craft Beer schlägt Massenware

Doch bis zur globalen Qualitätsoffensive ist es noch ein weiter Weg. Trotz wochenlanger intensiver Suche haben wir es nicht geschafft, ein Bier aus jedem der 32 Teilnehmer-Länder der WM zu besorgen. Insgesamt fehlen uns sechs Nationen: Algerien, Bosnien-Herzegowina, Costa Rica, Ecuador, Honduras und Uruguay. Nach unseren Test-Erfahrungen mit einigen Bier-Exoten sind wir dankbar, dass dieser Bierkelch an wanted.de vorüber ging. Denn die Lücke lässt tief blicken: Staaten, die es nicht schaffen, mit einem eigenen Bier in den hart umkämpften deutschen Qualitätsmarkt vorzustoßen, sollte besser niemand trinken. De facto war das Probieren nicht immer ein Vergnügen, der Test verlief mitunter zäh und bitter wie das 1:0 von Belgien gegen Russland, bei dem selbst die Zuschauer einschliefen. Besonders grausig schnitten in unserem breiten Test diejenigen Länder ab, von denen Sie sich das schon denken können.

Südkorea, Nigeria oder Russland brauen so furchtbare Biere, wie ihre Mannschaften spielen. Das waren üble Fouls an unseren Geschmacksnerven, die wir nicht vergessen werden. Mitunter zog sich ein Glas so lange wie die "Schande von Gijon" zwischen Deutschland und Österreich bei der WM von 1982.

Doch wir hielten tapfer durch, steckten so manche Aroma-Blutgrätsche weg und zeigten Kondition und Sportsgeist: Insgesamt testeten ein Dutzend Freiwillige aus dem Kosmos von wanted.de diverse Produkte. Eines ist nun klar: Ein Test alleine mit den besten deutschen und belgischen Bieren hätte viele andere Ländern glatt ins Abseits verwiesen. Doch wir müssen ja sportlich sein und trotz mangelnder Brau-Erfahrung alle zum Zuge kommen lassen.

Ein weiteres Zwischenergebnis: Gefragt sind bei unseren Testern Weizen-Biere mit fruchtigem Einschlag, was bei einem Sommer-Event nicht überrascht. Dabei zeigt sich erneut, dass unserer Genießer keinesfalls dogmatisch auf das deutsche Reinheitsgebot setzen und auch fruchtige Steilpässe aus der Tiefe des Raumes gerne im Netz versenken – Orange, Koriander und sogar Ingwer sind im Glas als taktische Variation jederzeit gerne gesehen.

Italien und Spanien überraschend gut

Doch nun haben wir genug über die Aufstellung geplaudert – es ist Zeit für den Anpfiff. Hier sehen Sie die Rangliste der Viertelfinalisten. Und wir haben noch mehr: Wir wollten wissen, wie Bier aus allen WM-Ländern schmeckt. Das komplette Bier-Ranking aller Teilnehmer können Sie sich in einer weiteren Fotoshow anschauen. Die hat es in sich: Im Gesamtfeld schoben sich einige Biere nach vorne, deren Länder auf dem Rasen versagten. Ein schwacher Trost für die ausgeschiedenen großen Fußball-Nationen Spanien, Italien und England.

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