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Bio: Warum Bio-Lebensmittel doch gesünder sind

Lebensmittel-Studie  

Warum Bio vermutlich doch gesünder ist

16.07.2014, 10:51 Uhr | ag

Bio: Warum Bio-Lebensmittel doch gesünder sind. Bio-Obst enthält nicht nur weniger Pestizide, sondern auch mehr gesundsfördernde Stoffe. Das ergab eine britische Studie. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bio-Obst enthält nicht nur weniger Pestizide, sondern auch mehr gesundsfördernde Stoffe. Das ergab eine britische Studie. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob Obst und Gemüse aus biologischem Anbau gesünder ist, ist eine Frage, über die seit Jahren heftig diskutiert wird. Nun bestätigt eine Metastudie der Universität Newcastle: Biologisch erzeugte Nahrungsmittel enthalten nicht nur weniger Schadstoffe, sondern auch mehr gesunde Inhaltsstoffe.

Unter der Leitung des Agrarwissenschaftlers Carlo Leifert haben die Forscher 343 Studien ausgewertet und die Inhaltsstoffe von biologisch und konventionell angebauten Feldfrüchten gegenübergestellt. Die Studie stellt die bislang größte ihrer Art dar und wurde im Fachmagazin "British Journal of Nutrition" veröffentlicht.

Höhere Konzentration an Antioxidantien in Bio-Kost

Der Schwerpunkt der Untersuchung lag auf dem Vergleich von Inhaltstoffen mit gesundheitlicher Bedeutung. Hierzu gehören vor allem Pflanzeninhaltsstoffe wie Antioxidantien und Vitamine, Spurenelemente, Pestizide und Schwermetalle. Dabei zeigte sich, dass die Konzentration an Antioxidantien in biologisch angebauten Kulturen 18 bis 69 Prozent höher ist als in konventionell erzeugten. Die Bio-Früchte enthielten auch mehr Vitamine und Carotinoide.

Antioxidantien gehören zu den sekundären Pflanzenstoffe und haben einen großen Nutzwert für die Gesundheit. Sie schützen die Körperzellen vor Freien Radikalen und beugen chronischen Beschwerden wie etwa Herz-Kreislauf- und sogar Krebserkrankungen vor.

Mehr Schwermetalle und Pestizide bei konventionellem Anbau

Doch Bio-Produkte enthalten nicht nur mehr gesunde Inhaltsstoffe, sondern auch sehr viel weniger Schadstoffe. So ergab die Analyse, dass in Nahrungsmitteln aus herkömmlicher Landwirtschaft doppelt so viel Cadmium angereichert ist. Das Schwermetall kann sich in den Organen anreichern und zu schweren Vergiftungen führen. Die Forscher vermuten, dass Pestizide und Herbizide die Pflanzen aufnahmefähiger für das Schwermetall machen, das in Düngemitteln der herkömmlichen Landwirtschaft enthalten ist.

Der Gehalt an Stickstoff bei Feldfrüchten aus biologischem Anbau ist ebenfalls um zehn Prozent geringer als bei konventionellen Produkten. Auch wurde ein um 30 Prozent höherer Nitratwert und ein um 87 Prozent höhere Nitritwert festgestellt. Diese Stickstoffverbindungen können in hoher Konzentration im Körper Schäden anrichten, da sie zu krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt werden.

Widerspruch zu früheren Studien

Die Studie aus Newcastle steht in Widerspruch zu früheren Studien aus den Jahren 2009 und 2012. In diesen konnten keine nennenswerten Unterscheide zwischen konventionellen Lebensmitteln und Bio-Produkten festgestellt werden. Leifert und sein Team weisen jedoch darauf hin, dass damals weniger Datenmaterial zur Verfügung stand. Zudem sei die Hälfte der Studien, auf die sich die aktuelle Untersuchung stützt, nach 2006 erschienen. Die Erkenntnisse der britischen Studie seien daher aktueller.

Allerdings betonen Leifert und seine Kollegen, dass es bislang noch keine Langzeitstudien zu den gesundheitlichen Effekten von Bio-Kost gebe. Entsprechende Ernährungsstudien seien notwendig.

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