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Craft Beer - die besten neuen Sorten

Die neuen Trends bei Craft Beer

26.02.2015, 16:00 Uhr | Uwe Kauss - wanted.de

Craft Beer - die besten neuen Sorten. Teurer ist besser bei Craft Beer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Teurer ist besser bei Craft Beer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Bier-Revolution rollt weiter: Die Craft-Beer-Szene fiebert der Verleihung des "European Beer Star" in München entgegen, gerade liegt die Messe "Finest Spirits and Beer Convention" hinter uns. wanted.de hat sich über die neuesten Trends im Markt für edle Premium-Biere informiert.

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So viel vorweg: Unser Favorit für den "European Beer Star" ist das Bayerisch Nizza Clubbier - ein feines Gebräu mit Thymian-Grapefruit-Note, nach dem Mann gleich das nächste aufmachen will - ein süffiges Pale Ale. Doch wir greifen vor.

Immer mehr edles Bier

Seit etwa drei Jahren ist die aussterbende Tradition kleiner, lokal verwurzelter Brauereien in Europa wieder erwacht. Dutzende hervorragend gemachte Biere werden mittlerweile von Freaks und Traditionsbetrieben abgefüllt. Es werden immer mehr. Teurer ist besser, lautet die Devise. Das Wiederbeleben der uralten Tradition lokaler Biersorten ist ein Re-Import aus den USA. Dort schaffte die US-Regierung 1979 die strengen Marktregeln der Bierproduktion ab. In wenigen Jahren entstanden tausende kleine und kleinste Brauereien. Ein paar Jahre später kam "Craft Beer" - handwerklich erzeugtes Manufaktur-Bier - zurück in die Heimat.

Nach Europa, nach England und Schottland, nach Skandinavien, in die Niederlande und nach Belgien, schließlich nach Deutschland und Österreich. In Deutschland und Österreich hat sich der englische Begriff "Craft Beer" für die neuen Qualitätsbrauer etabliert.

Und wie: "Derzeit wird überall ausprobiert, eine Linie ist da noch nicht erkennbar", bewertet der Wiener Biersommelier Oliver Krainz die Szene in Deutschland und Österreich. "Da wird mit den verschiedensten Hopfensorten gearbeitet, mit den Sorten Pale Ale, Porter und Stout, Champagnerhefe soll für feines Prickeln sorgen, und alle experimentieren mit der Reife im Holzfass. Meist schmeckt das aber nur nach Holz. Das reicht nicht."

Der Biersommelier und Weinexperte Krainz ist für die Genusszeitschriften im Österreichischen Agrarverlag verantwortlich – und damit auch für die Szene-Zeitschrift "bier.pur". Er sitzt auch in der Jury des renommierten "European Beer Star"-Wettbewerbs in München, der Preis wird am 12. November verliehen. >>

"Vor elf Jahren haben wir zur Premiere 300 Biere verkostet. Heute sitzen 100 Experten in der Jury, die 1600 Biere aus aller Welt bewerten", beschreibt er die rasante Entwicklung. Gekostet wird längst in speziell entwickelten Gläsern, die Rotweinkelchen ähnlich sehen.

Bei der "Finest Spirits and Beer Convention" vor einigen Tagen in Bochum ließen die kreativen Brauer das Publikum kosten, was sie erzeugen. Von 297 Qualitätsbieren aus aller Welt stammten über 130 aus Deutschland. Darunter waren viele neue Marken, von denen die Beck's- und Bitburger-Fans mutmaßlich noch nie etwas gehört haben: Etwa das Bayerisch Nizza Clubbier, das der 39-jährige Christian Hans Müller 2013 erstmals produzierte. Das obergärige Gourmetbier besteht aus Weizenmalz und richtig viel Hopfen. Es schmeckt ziemlich mediterran und dennoch betont er: "Es geht kaum Bayerischer." Müller stammt aus Aschaffenburg an der Grenze zu Hessen und besitzt, wie viele junge Craft-Beer-Anbieter, keine eigene Brauerei. Produziert wird Bayerisch Nizza – König Ludwig I. soll Aschaffenburg so bezeichnet haben – von der lokalen Traditionsbrauerei Schlappeseppel. Die 0,33l-Flasche ist für drei Euro zu haben.

Premium-Bier wird hip

Irgendwo zwischen uralter Tradition, hippem Handmade und professionellem Handwerk lässt sich Holladiebierfee einordnen. Die vier Braumeisterinnen Yvonne Wernlein, Isabella Straub, Gisela Meinel-Hansen und ihre Schwester Monika Meinel-Hansen stammen aus Brauereifamilien im Bayerischen Hof. Monika absolvierte ihre Ausbildung als beste - und jüngste - Braumeisterin Deutschlands. Für den Winter haben sie ein Saisonbier angekündigt: Das dunkle Starkbier "Winterfee" in limitierter Menge mit 7,5 Prozent Alkohol gibt es in der 0,33l- und in der 0,75l-Flasche, die mit einem Champagnerkorken verschlossen sind. Der Preis ist noch nicht bekannt. Mit dem trendigen Craft-Beer-Label kommen auch fast vergessene deutsche Biersorten wieder ans Licht. Der aktuelle Trend ist Sauerbier: Ob die traditionelle Gose aus Leipzig oder die über 300 Jahre alte

"Weiße" aus Berlin – je älter und vergessener, je besser. "Im Sommer ist so ein Sauerbier echt erfrischend, aber oft muss jemand dazu sagen, dass das Bier ist", sagt Oliver Krainz und lacht. Wir wissen: Das ist nicht nur im Sommer süffig. Viele dieser Biere haben viel Säure, auch ein paar Essignoten und sind etwas salzig. "Das ist ein toller Stil, schmeckt aber nicht jedem", ist seine Erfahrung. Onkel Herbert und Onkel Albert von Onkel-Bier aus Düsseldorf lieben es. Mit einer eigenen Komposition haben sie ein helles Sauerbier mit 4,4 Prozent Alkohol produziert, das der Berliner Weiße ziemlich ähnlich ist. Die "Rhabarber Weiße" hat eine relativ milde Säure, etwas Malzsüße und Noten von Grapefruit und Aprikose. Doch die Onkels hätten es nicht ertragen, wie in Berlin künstlichen Sirup ins gute Bier zu schütten. Also haben sie experimentiert und Püree aus frischem Rhabarber zugegeben. Gebraut wird die Weiße derzeit bei der Proefbrouwerij in Belgien. "Bier wurde jahrhundertelang mit Kräutern, Gewürzen und anderen Aromen verfeinert", erzählt Oliver Krainz, "das ist keine echte Neuheit, sondern ein echtes Revival. Es hat Tradition." Für 2,30 Euro gibt’s die 0,33l-Flasche Rhabarber-Weiße, die keinen Schuss braucht.

Kleine Auflage, hohe Qualität

Ähnlich verspielt geht es in der österreichischen Craft Beer-Szene zu – und Oliver Krainz ist mittendrin. Seit 2009 bringt bier.pur jährlich ein limitiertes Editionsbier in Kooperation mit einer engagierten Brauerei heraus. "Wir wollen 1000 bis 7000 Flaschen erzeugen, gemeinsam mit den Brauern, die wir auswählen", sagt Krainz. In diesem Jahr ist es die Traditionsbrauerei Ried aus dem Innviertel. Das seit Kurzem erhältliche, hopfengestopfte - also mit einer extra-Portion Hopfen versehene Bier - und naturtrübe Rieder Weißbier-Doppelbock schmeckt nach Banane und saftigen Zitrusfrüchten mit Wärme und harmonischem Nachhall. Dazu kommt die markante Hopfennote. Das Bier mit 8,5 Prozent Alkohol gibt es in der 0,75l-Flasche und kostet 16,90 Euro. Für Krainz ist das der Trend: "Wir brauchen in Deutschland und Österreich mehr rare, hochpreisige Biere, die eine besondere Qualität bieten. Wir brauchen große Biere in kleiner Menge." wanted.de hat dem nichts hinzu zu fügen - wir berichten seit Jahren über edles Craft Beer. Süffige Impressionen unserer neuen und schon etwas länger eingeführten Favoriten finden Sie in unserer Fotoshow.

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