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Schöner schreiben mit feinen Füllern

Schöner schreiben mit feinen Füllern

23.12.2014, 09:29 Uhr | Uwe Kauss - wanted.de

Schöner schreiben mit feinen Füllern. Schöner schreiben: Der "Catherine Palace" von Graf von Faber-Castell (Quelle: Hersteller)

Schöner schreiben: Der "Catherine Palace" von Graf von Faber-Castell (Quelle: Hersteller)

Der gute, alte Füller hat sich vom Schreibgerät für altmodische Langweiler zum Kultobjekt für Auktionshäuser gewandelt. Bei kaum einem anderen Accessoire reicht die Spanne vom Massenprodukt für drei Euro bis zum Luxusgegenstand für eine Million. wanted.de zeigt interessante Füllfederhalter mit dem besonderen Extra.

Foto-Serie mit 10 Bildern

"Die kleinen Dinge sind unendlich wichtig", schrieb einmal der weltberühmte Krimischriftsteller Sir Conan Doyle, der den skurril-intelligenten Detektiv Sherlock Holmes und seinen Freund Dr. Watson schuf. Die kleinen Wunder des Alltags, die schnell übersehenen Momente waren ihm auch in seiner literarischen Arbeit sehr wichtig. Damals schrieb er seine Geschichten – heute unvorstellbar - mit der Tintenfeder auf.

Ein Füller für Sherlock Holmes

Eines Tages bekam er den neuartigen Füllfederhalter in die Hand, den der Amerikaner Lewis Edson Waterman im Jahr 1884 patentieren ließ. "Welch ein nützliches Gerät", lobte der Autor das Schreibwerkzeug mit Goldfeder, das erstmals einen längeren Fluss des Schreibens ohne lästige Flecke auf dem Blatt möglich machte. Waterman ist noch heute ein renommierter Hersteller von Schreibutensilien.

Ebenso wie der schon damals hartnäckige Konkurrent Parker. Die jahrzehntelang völlig aus der Mode geratenen Füller sind seit den 90-er Jahren wieder zurück: Heute sind es handwerklich aufwändig produzierte, edle und teure Accessoires für Geschäftsleute, Manager, Politiker und Gentlemen, die nicht alles der Tastatur auf dem Tablet anvertrauen.

Dateien auf dem Smartphone können beim nächsten Reset oder Absturz im digitalen Abgrund verschwinden. Der Füller dagegen ist zum Kunstwerk geworden: Die Luxusmodelle alter Traditionsmarken wie Montblanc, Caran d'Ache, Waldmann, Graf von Faber Castell, Montegrappa oder Dupont sind gefragt wie Jahrzehnte nicht.

Der Glanz der Zarina

Graf von Faber-Castell etwa hat 2014 seinen luxuriösen "Pen of the year" vorgestellt, den "Catherine Palace". Er ist eine Hommage an die legendären Achatzimmer in der St. Petersburger Eremitage. "In den Schaft des Kolbenfüllfederhalters aus Platin sind drei große, rötlich-braune Jaspis-Steine eingebettet",

schreibt die gräfliche Manufaktur. Sie sollen an die Aura der prunkvollen Räume erinnern und sind von Rosetten in 24-Karat-Gold eingerahmt. In den Schaft sei zudem ein Kettenmuster graviert, ein prägendes Stilelement der Achatzimmer. Der Füllfederhalter ist mit einer Bicolor-Goldfeder von 18 Karat ausgestattet, die von Hand eingeschrieben worden ist. Die Kappe des Füllfederhalters ziert ein grau schimmernder, russischer Quarz mit Facettenschliff, eine aus Platin gestaltete Abschlusskappe schützt den Drehknopf der Kolbenmechanik. Für 3200 Euro kann man die barocke Pracht auf dem eigenen Schreibtisch platzieren. Ach ja: Schreiben und unterschreiben lässt es sich damit auch sehr elegant.

Diamanten und Weißgold für eine Million Dollar

Noch einen Schritt weiter geht der Schweizer Traditionshersteller Caran d'Ache mit seiner limitierten Edition "1010 Diamonds". Die Idee hinter diesem außergewöhnlichen Schreibgerät, für das "Füller" viel zu profan klingen würde: Die drei Schweizer Manufaktur-Traditionen Uhren, Schmuck und Schreibgeräte sollen in einem besonders edlen Füller eine Einheit bilden. 1010 Diamanten von satten 24,61 Karat sind hier mit einer kunstvoll gefertigen Hülle aus purem Weißgold in drei verschiedenen Schliffen kombiniert, dem Brillant-, Baguette- und dem Smaragdschliff. Dabei haben die Gestalter erkennbar die Elemente des klassischen Uhrwerks darauf abgebildet. Das Schmuckstück, mit dem man, nun ja, auch etwas aufschreiben könnte, kostet eine Million Dollar. Ohne eine gute Geschichte, eine interessante Idee im Hintergrund kommt kein Hersteller aus, um aus dem Alltagswerkzeug ein besonderes Objekt zu machen. Die Designer von Montblanc etwa haben sich für ihre Füller-Edition "Meisterstück Moon Pearl Legrand" für etwa 2500 Euro "vom schillernden Glanz einer Perle im Mondschein" inspirieren lassen, wie das Unternehmen mitteilt. Das klingt so poetisch, dass man es aufschreiben müsste. Ein ebenso edler Füllfederhalter in einer einigermaßen erschwinglichen Preisklasse ist dagegen der etwa 320 Euro teure Xetra Vienna des Traditionsherstellers Waldmann.

Er fertigt seine Schreibgeräte weitgehend von Hand und setzte zur Gestaltung dieser Serie die "Wiener Handgravur" ein, die in Deutschland nur noch sehr wenige Graveure beherrschen. Dabei handelt es sich meist um Muster aus dem Jugendstil. Jeder Füller mit dieser eleganten, namensgebenden Gravur sei ein Unikat. Seit 95 Jahren stellt die Manufaktur aus Pforzheim feine und gut durchdachte Schreibgeräte her, die seit Jahrzehnten auf Weltausstellungen ebenso wie in Hollywood-Filmen glänzten. So war in Steven Spielbergs 2002 gedrehtem Kinofilm "Catch me if you can" mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks ein in den 50-er Jahren von Waldmann patentierter Zwei-Farben-Drehkugelschreiber ausgiebig zu sehen.

Papier und Tinte für Gentlemen und Könige

Wer solche Füller in die Hand nimmt, braucht das richtige Papier. Einer der renommiertesten Hersteller ist Crown Mill aus Belgien. König Karl II. von Spanien erhob die Papiermühle aufgrund ihrer feinen Qualität bereits im 17. Jahrhundert zur "Königlichen Papiermanufaktur". Der Firmengründer Frédéric Pelletier fertigte aus dem edlen Papier in seiner 1870 in Brüssel gegründeten Fabrik exklusives Briefpapier und Umschläge. Das ist noch heute so: Seine Nachfolger beliefern die königliche Familie Belgiens sowie die berühmtesten Adelsfamilien Europas. Man kann sie aber auch einfach kaufen oder bestellen. Auf diesem adligen Papier schreibt es sich am besten mit einer Tinte, die nicht zu den profanen gehört. Hier empfiehlt sich ein Fässchen Cobalt Blue oder Carbon Black aus der Fertigung des Grafen Castell für 25 Euro oder eines aus dem renommierten Haus J.Herbin, das seit 1670 Tinte produziert. Es zählt zu den besten seines Fachs, und das kleine Glas ist für entspannte zwölf Euro zu haben. Es sind eben die kleinen Dinge, die, so Conan Doyle, "unendlich wichtig sind". Mehr feine - und vor allem bezahlbare - Füller finden sich in unserer Fotoshow.

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