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Bier- und Weinflaschen sind nicht richtig voll

Bier- und Weinflaschen sind nicht richtig voll

23.10.2008, 18:09 Uhr | t-online.de

Ob Bier, Wein oder Öl: Beim Einkauf im Supermarkt landen immer öfter Mogelpackungen im Einkaufswagen. Jede zehnte Flasche Bier enthält weniger Inhalt als die Hersteller versprechen. Das belegen neue Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums. Besonders betroffen vom Etikettenschwindel sind Weinliebhaber: Über die Hälfte der kontrollierten Flaschen enthielt weniger Wein als angegeben. Das ergaben Tests in Nordrhein-Westfalen. Doch nicht nur bei alkoholischen Getränken wird geschummelt: Jedes fünfte Speiseöl ist unterfüllt, bei Milcherzeugnissen ist jedes achte Produkt eine Mogelpackung zählt der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Und die Liste der Mogelpackungen ist lang. Schon wenige Gramm oder Milliliter zu wenig in der Packung kosten die Verbraucher jährlich Millionen, den Herstellern dagegen bringen sie dagegen dicke Gewinne.

Schummelei ohne Ende

Die Mogelei kennt keine Produktgrenzen: Beispielsweise bei süßen Brotaufstrichen, Fischprodukten, Pflegemitteln, Lacken oder Blumenerde enthält jede siebte bis zehnte Packung zu wenig Inhalt. Bei Verpackungen mit schwankenden Gewichtsangaben wie abgepackte Salate, Gemüse oder Fleisch sind die Abweichungen ebenfalls so groß, dass die Produkte gar nicht verkauft werden dürfen, bemängelt der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Die jetzt veröffentlichten Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums fassen alle Ergebnisse der Kontrollen von 2004 zusammen. Welche Hersteller besonders häufig kleinere Mengen zum gleichen Preis verkaufen, das erfährt der Verbraucher jedoch nicht. "Die schwarzen Schafe sollten publik gemacht werden. Denn die Verbraucher wollen genau wissen, wo gemogelt wird", fordert ein Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen.

Preiserhöhungen ohne Hinweis sind nicht rechtens

Aber wann mogeln die Hersteller und was ist legal? Wird die Verpackung verkleinert oder findet sich auf dem Produkt ein Hinweis auf die verringerte Füllmenge ist das Vorgehen des Herstellers legal. Ein rechtliches Vergehen liegt nur dann vor, wenn der Inhalt ohne einen entsprechenden Hinweis reduziert wurde. Das dürfte in den seltensten Fällen zutreffen, schließlich lässt sich der Hinweis auf weniger Inhalt auch auf der Produktrückseite platzieren. Sicher ist jedoch, dass solche Methoden das Vertrauen der Verbraucher missbrauchen. Denn wer erst zu Hause merkt, dass er gerade 600 Gramm Müsli zum selben Preis gekauft hat, wie sonst für 750 Gramm - der fühlt sich hinters Licht geführt.

Mogelpackungen vermeiden

Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt daher, sich die Grundpreisangabe auf den Preisschildern im Supermarkt genauer anzusehen. Dort muss der Preis für ein Kilo, 100 Gramm, einen Liter oder pro Stück ausgewiesen werden. Dies macht nicht nur den Vergleich verschiedener Produkte einfacher, man kann am Grundpreis auch schneller versteckte Preiserhöhungen erkennen.

Die Liste zeigt Wirkung

Nach Angaben der Verbraucherschützer aus Hamburg gibt es auch schon erste Reaktionen der Unternehmen auf die Liste der Mogelpackungen. Bei den betroffenen Produkten der Firma Unilever (Iglo Tiefkühlkost und Lagnese Eis) steht nun die veränderte Füllmenge deutlich auf der Produktvorderseite. Bei der Babykost "Milasan Pre Säuglingsmilchnahrung" (erhältlich bei Rossmann) wurde die Preiserhöhung sogar ganz zurückgenommen. Trotzdem ruft die Verbraucherzentrale weiterhin Kunden dazu auf, ihnen Fälle von Mogelpackungen im Supermarkt zu melden.

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