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Masern in Berlin: Jugendliche und Erwachsene sind stark betroffen

Masern-Ausbruch in Deutschland  

Über die Hälfte der Masernfälle treffen Jugendliche und Erwachsene

09.03.2015, 18:58 Uhr | AFP

Masern in Berlin: Jugendliche und Erwachsene sind stark betroffen. Die Diskussion um die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) wird durch die aktuellen Fälle in Berlin heftig angeheizt. (Quelle: dpa)

Die Diskussion um die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung) wird durch die aktuellen Fälle in Berlin heftig angeheizt. (Quelle: dpa)

Masern sind keine Kinderkrankheit - das beweisen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI): Mehr als die Hälfte aller Masernfälle gehen auf Jugendliche und Erwachsene zurück. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Epidemiologischen Bulletin des Berliner RKI hervor.

Von den 444 im vergangenen Jahr an Masern Erkrankten waren 63 Prozent über zehn Jahre alt. In 59 Fällen waren die Erkrankten zwischen 15 und 19 Jahre. In 17 Fällen waren die Patienten bereits über 45 Jahre.

Masern wüten in Berlin

Auch für 2015 ergibt sich laut RKI ein "ähnliches Bild". In den vergangenen Wochen hatte eine in Berlin grassierende Masernwelle für Schlagzeilen gesorgt. Seit dem Ausbruch im Oktober erkrankten in der Hauptstadt mehr als 700 Menschen; ein anderthalbjähriges Kleinkind starb infolge einer der Infektion.

Masern brechen in zwölf Bundesländern aus

Laut RKI wurden neben der Berliner Masernwelle in diesem Jahr bereits 30 weitere Ausbrüche in elf anderen Bundesländern gemeldet. Ein Ausbruch bedeutet, dass mehrere Fälle im Zusammenhang stehen. Bis Mitte Februar waren demnach lediglich aus Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland noch keine Masernfälle bekannt.

Stiko empfielt Masernimpfung

In der Debatte um die wiederholten Masernausbrüche in Deutschland weisen Experten seit langem darauf hin, dass Masern keine reine "Kinderkrankheit" sind. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt deshalb auch allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und nicht oder in der Kindheit nur einmal gegen Masern geimpft wurden, eine Schutzimpfung. In diesen Fällen übernehmen die gesetzlichen Kassen in jedem Fall die Kosten. Aber auch die vor 1970 Geborenen sollten ihren Impfstatus kontrollieren; manche Kassen übernehmen dann ebenfalls die Kosten für die Masernimpfung. Masern sind eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten des Menschen überhaupt. Eine Erkrankung kann teilweise lebensbedrohliche Folgen haben wie etwa Hirnhautentzündung.

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