Damenbinden, angeklebt an Laternen und Bushaltestellen - was zunächst unappetitlich klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als geniale Aktion einer Schülerin gegen Sexismus und für Gleichberechtigung. Die Fotos der mit feministischen Botschaften versehenen Hygieneprodukte haben sich über soziale Netzwerke rund um die Welt verbreitet. Das berichtet "Spiegel Online".
"My pussy, my choice" steht auf dem schmalen Papierstreifen, der auf eine Damenbinde aufgeklebt ist, auf einem anderen: "Stell Dir vor, Männer wären genauso angeekelt von Vergewaltigungen wie von der Periode." Die so präparierten Binden verteilte Elona Kastrati, 19-jährige Schülerin, überall in Karlsruhe. Fotos davon postete sie unter dem Hashtag "PadsAgainstSexism" auf Tumblr, Twitter und Instagram.
"Ich will, dass alle darüber reden"
Wie "Spiegel Online" schreibt, sei Kastrati danach "von Anfragen überrannt" worden. Tausende hätten ihre Bilder geteilt und sich bei ihr gemeldet, um zu erfahren, ob sie die Aktion auch in ihrem Land machen dürften.
Kastrati wolle keine Aufmerksamkeit auf sich lenken, sondern nur provozieren. Sie verstehe nicht, warum Männer und Frauen selbst 2015 noch nicht die gleichen Löhne bekämen und Männer als schwächlich gelten, wenn sie Gefühle zeigten.
Frauen sollten sich nicht verstecken müssen
Die Idee zu der Aktion kam der Schülerin am Weltfrauentag, erzählt sie in der WDR-Sendung "FrauTV". Die Botschaften sollten auf Vergewaltigung, blöde Anmache und Unterdrückung hinweisen. Dass sich Kastrati für ihren Protest ausgerechnet Damenbinden ausgesucht hat, liege auch an ihrem Heimatland, dem Kosovo. Frauen würden dort ihre Binden nicht selbst im Laden kaufen, sondern ihre Kinder vorschicken. Frauen sollten sich nicht verstecken müssen, findet Kastrati.
Weltweite Berichterstattung
Auch das mediale Echo auf die Aktion ist mittlerweile weltumspannend. So berichtete beispielsweise Buzzfeed USA über Kastrati, und eine Menschenrechtsorganisation aus dem Kosovo hat sie für einen Vortrag angefragt. Selbst in Indien haben Studenten das Thema jetzt aufgegriffen.
"Ich will, dass alle darüber reden," sagte Kastrati gegenüber "Spiegel Online". Offenbar ist ihr das hervorragend gelungen.