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Siebenschläfer 2018: Bedeutung der Bauernregel und Wettervorhersage

Wettervorhersage  

Siebenschläfertag: So wird das Wetter laut Bauernregel

27.06.2018, 13:53 Uhr | helack, cch, dpa

Siebenschläfer 2018: Bedeutung der Bauernregel und Wettervorhersage. Ein Junge macht Handstand: Das Wetter in Deutschland soll wieder sonnig werden. (Quelle: Getty Images/Imgorthand)

Ein Junge macht Handstand: Das Wetter in Deutschland soll wieder sonnig werden. (Quelle: Imgorthand/Getty Images)

"Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag" – so lautet zumindest eine Bauernregel für den 27. Juni, den Siebenschläfertag. Demnach könnte das Wetter heiter bis sonnig werden, denn der Deutsche Wetterdienst erwartet für diesen Tag Temperaturen von 25 Grad und mehr.

Regenschirme und Herbstjacken haben in großen Teilen Deutschlands schon bald wieder ausgedient. Von Dienstag (26. Juni) an erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) abklingende Niederschläge und wärmere Temperaturen vor allem im Norden sowie vom Rheinland bis Südbaden. Von Mittwoch an seien vielfach wieder Sommertage mit Temperaturen von 25 Grad und mehr zu erwarten, sagt ein Sprecher.

Richtig gutes Wetter im Norden, durchwachsener im Süden

In Norddeutschland wird sich laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes bereits am Dienstagnachmittag die Sonne zeigen. Spätestens am Mittwoch ist die Sonnenbrille dann ein nützliches Accessoire. Bei Temperaturen um die 26 bis 28 Grad können sich insbesondere die Schleswig-Holsteiner, Hamburger und Mecklenburger wieder auf ein Eis freuen.

Im Süden des Landes tastet sich der Sommer vorsichtiger zurück. In Bayern soll es Tag für Tag ein wenig wärmer werden – von einer Hitzewelle aber keine Spur. Zumal es laut dem DWD besonders im südlichen und östlichen Bayern doch recht wolkig bleibe, Regen sei nicht ausgeschlossen. Die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich am Dienstag noch um die 20 Grad, am Main kann es auch wärmer werden. Bis zum kommenden Wochenende klettern die Temperaturen stetig, wärmer als 25 Grad wird es in Bayern aber nur örtlich und selten.

Sind jetzt sieben Wochen Sonne angesagt?

Eine der alten Wetterweisheiten lautet: "Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne." Doch diese Aussage ist gleich doppelt mit Vorsicht zu genießen. Zum einen erwarten die DWD-Meteorologen im Osten und Südosten eher durchwachsenes Wetter dank der Ausläufer osteuropäischer Tiefdruckgebiete. Zum anderen muss es nicht bedeuten, dass das Wetter im Sommer genauso wird, wie es an diesem Tag war.

Für Meteorologen relevant ist eher ein mehrtägiger Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli, wenn sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent in der Atmosphäre eine Strömungslage verfestigen kann, die dann den weiteren Verlauf des Sommers prägt. Da die Bauernregel bereits vor der Gregorianischen Kalenderreform 1582 entstand, stimmt der heutige Siebenschläfertag nicht mehr mit dem ursprünglichen Tag überein. Durch die Verschiebung um etwa zehn Tage wäre der "richtige" Siebenschläfertag erst am 7. Juli.

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Bedeutung des Siebenschläfertags

Nicht nur Bauern hoffen darauf, dass das Wetter am Siebenschläfertag gut ist. Regnet es nämlich am 27. Juni, wird das Wetter laut Bauernregel die kommenden sieben Wochen ähnlich schlecht bleiben. Gleiches gilt andersherum auch für gutes Wetter.

Die Bauernregel gibt es in verschiedenen Formulierungen, hier einige Beispiele:

  • "Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt."
  • "Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag."
  • "Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass."
  • "Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne."
  • "Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen."

Was ist dran am Siebenschläfertag?

Aberglaube hin oder her: Meteorologen sehen zu dieser Zeit tatsächlich eine Stabilisierung der Großwetterlage, die meist über eine längere Zeitspanne anhält. Der Grund dafür sei die Besonderheit der Erdatmosphäre: In etwa zehn Kilometer Höhe wehen sogenannte Jetstreams im Zickzack um die Erde. Sie beeinflussen die Zugbahnen der Hoch- und Tiefdruckgebiete und sind damit wesentlich für die Wetterentwicklung verantwortlich.

In der Zeit von Ende Juni bis Anfang Juli bleibt der Verlauf des Jetstreams relativ konstant, entsprechend stabil verhält sich die Wetterlage. Ob es sonnig oder regnerisch wird, hängt letztlich davon ab, ob der Wind in einer Süd- oder Nordkurve über Europa hinweg zieht. Wenn der Jetstream südlich verläuft, herrscht eher Tiefdruckeinfluss und unbeständigeres Wetter, ein nördlicher Verlauf hingegen bedeutet Hochdruck und Sonnenschein.

In Süddeutschland ist auf die Siebenschläfer mehr Verlass

Vor allem im Süden Deutschlands trifft die Bauernregel häufig zu: Laut dem Institut für Klima- und Wetterkommunikation bleibt eine Wetterlage, die sich Anfang Juli in Süddeutschland einstellt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent stabil. Weiter in Richtung Norden werde das Wetter jedoch zunehmend instabiler – in Hamburg liegt die Wahrscheinlichkeit noch bei 50 bis 60 Prozent.

Um das Sommerwetter vorauszusagen, sollten Sie jedoch besser einen etwas größeren Zeitraum von ein bis zwei Wochen als Grundlage nehmen, und sich nicht allein auf den Siebenschläfertag verlassen. Weitere vergleichbare Wetterphänomene sind die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai oder auch die sogenannte Schafskälte am 11. Juni.

Ursprung: Die Legende der sieben Schläfer von Ephesus

Die Bauernregel verdankt ihren Namen einer alten Legende und nicht etwa dem gleichnamigen Nagetier. Sieben junge Christen, die Schläfer von Ephesus, wurden während der Christenverfolgung zur Herrschaftszeit des Kaisers Decius (249-251) in einer Berghöhle nahe Ephesus lebendig eingemauert. Statt zu sterben, schliefen die Männer der Legende nach 195 Jahre lang, erwachten am 27. Juni 446 und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Der Siebenschläfertag ist also auch ein Gedenktag für die sieben Schläfer von Ephesus.

Erste Zeugnisse der Legende stammen aus dem fünften Jahrhundert. Es gibt sie in mehreren Varianten, so auch im Islam (Koran, Sure 18, "Die Höhle").

Und was machen die Nagetiere?

Nagetier: Ein Siebenschläfer knabbert an einem Stück Apfel in der "Wildstation Bilche" in Wiesbaden. (Quelle: dpa/Alexander Heinl)Nagetier: Ein Siebenschläfer knabbert an einem Stück Apfel in der "Wildstation Bilche" in Wiesbaden. (Quelle: Alexander Heinl/dpa)

Die Siebenschläfer sind jetzt auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Nachwuchs und deswegen besonders aktiv. Der Naturschutzbund (Nabu) bittet, den kleinen Säugetieren dabei behilflich zu sein und ihnen etwas Platz auf dem Dachboden zu gönnen oder einen Siebenschläferkasten im Garten aufzuhängen.

"Weil die natürlichen Unterschlüpfe immer seltener werden, suchen sich Siebenschläfer auch eine Unterkunft in Siedlungen", erklärt Kerstin Schnücker vom Nabu Rheinland-Pfalz. "Sie haben keine andere Wahl als auszuweichen."

Verwendete Quellen:
  • dpa

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