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Unsere Bier-Favoriten in der Hitze

Frischekick: Unsere Bier-Favoriten gegen die Hitze

09.07.2015, 18:43 Uhr | Frank Lansky - wanted.de / mit dpa

Unsere Bier-Favoriten in der Hitze. Unsere Bier-Favoriten gegen die Hitze. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unsere Bier-Favoriten gegen die Hitze. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein kühles Bier im Sommer – das Maß aller Dinge. Doch etwas Besonderes darf es schon sein. wanted.de nennt einige Premium-Favoriten. Und wir klären mit Experten von Braufactum und Riegele die Frage, warum uns gerade jetzt helles, hopfiges Bier schmeckt.

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Manch Leser hat es schon schwer mit uns: Warum wir nicht einfach mal ein gutes Pils empfehlen, flatterte jüngst ein kritischer Mail-Kommentar in unser Postfach. Ganz einfach: Weil uns nur ein einziges Pils in den diversen Tests im Lauf der Zeit überzeugt hat. Meist ist dieser Bier-Stil zu eindimensional, er bietet zu wenige Aromen. wanted.de hat sich ja dem feinen Manufaktur-Handwerk und dem ganz besonderen Geschmack verschrieben – wir lieben Experimente.

Hopfig, fruchtig, leicht

Und daher sind wir auf der Suche nach dem Besonderen. Für den Hochsommer nennen wir Ihnen Craft Beer, das uns im Laufe der Zeit im kollektiven Gedächtnis hängen geblieben ist. Damit zur ersten Frage: Was ist überhaupt Craft Beer? Die Frage ist zumindest in Deutschland noch nicht komplett geklärt. Craft heißt auf deutsch Handwerk. Es geht also um handwerklich gebrautes Bier. Für viele in der Szene ist Unabhängigkeit von großen Konzernen wichtig und der Geschmack soll sich vom üblichen Pils-Mainstream abheben. Bei zwei Euro für die 0,33-Liter-Flasche geht es in der Regel los.

Mann kann aber auch locker mehr als 20 Euro auf den Tresen legen. Das liegt zum einen daran, dass Craft Beer sich einfach für mehr Geld verkaufen lässt. Zum anderen werden für die Herstellung aber oft auch mehr und exklusivere Sorten von Hopfen und Malz für intensiveren Geschmack verwendet. Die Einkaufspreise der Rohstoffe für kleine Brauereien sind außerdem natürlich deutlich höher als für Beck's & Co.

Originalität gehört mit dazu, etwa für Georg-Augustin Schmidt: Er braut sein Frankfurt Pale Ale selbst und ist eigentlich Immobilien-Sachverständiger, hat aber die Mikrobrauerei Braustil eröffnet, auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle im Frankfurter Nordend. Und damit wären wir wieder beim Sommerbier - Pale Ale ist eines davon. Eine Biersorte, für die helles Malz verwendet wird. Beim Brauen verwenden viele in der Szene auch die Hopfensorte Cascade. Einige Biere dieser Art haben wir Ihnen schon beim Thema Bier und Grillen empfohlen. In einem hat der eingangs erwähnte Leser übrigens recht: >>

Pils ist eines der Biere, das gerade jetzt in der Hitze famos schmeckt. Bitter, leicht, kaum Süße, wenig Alkohol. Was uns zur nächsten Frage führt: Warum ist das so? Unsere Vermutung: Weil der Körper in der Hitze keine zusätzliche Energie im Getränk braucht, da er sonst hochfährt und von innen noch mehr aufheizt. Und dunkle, malzige Biere mit einem hohen Anteil an Stammwürze bringen meist mehr Zucker ins Glas, weswegen beispielsweise Bockbiere gerne im Winter getrunken werden – sie halfen den Menschen auch früher über die Fastenzeit hinweg.

Zwei Top-Experten bestätigten unsere Vermutung. Sebastian Priller-Riegele etwa, der Chef der Brau-Manufaktur Riegele in Augsburg, antwortete auf Anfrage von wanted.de: "Es ist so, dass unser Stoffwechsel bei Hitze unter Volllast arbeitet. Der Körper muss sich runterkühlen."  Und weiter: "Kurzfristig empfinden wir einen angenehmen Effekt durch das Trinken kalter, schlanker, hopfiger Getränke." Auch Marc Rauschmann, der Chef von Braufactum, sieht das so. Er esse in der Hitze keinen deftigen Braten mit Sauce – sondern eher kalten Fisch. Bei Bier sei das genauso, schlanker sei im Hochsommer besser. Zudem steige zu viel Alkohol zu schnell in den Kopf. "Der ideale Bierstil für den Sommer ist ein Witbier – also ein unfiltriertes Weizen, teils mit Koriander und Orange eingebraut. Außerdem ein Pale Ale," urteilt Rauschmann. Damit zu den Tipps der beiden Braumeister und zu unseren persönlichen Empfehlungen – alle Biere bringen nur vier bis fünf Prozent Alkohol ins Glas.

Vintage-Limonade Chabeso und Pale Ale

Priller empfiehlt aus dem eigenen Haus den Chabeso-Radler. Nie gehört? Der Biermix ist wunderbar retro: Laut Priller wurde die Limonade sogar von Ärzten empfohlen. Chabeso wurde um die Jahrhundertwende vom Nahrungsmittelchemiker Ernst Büschler erfunden, er forschte nach dem Zusammenhang zwischen dem hohen Lebensalter von Bulgaren und Rumänen und dem regelmäßigen Verzehr von saurer Milch. Wir haben das noch nicht probiert, doch die Sache klingt interessant.

Priller empfiehlt weiter das Riegele Golden, ein Pale Ale mit hopfigem Einschlag. Zum Einsatz kam Hersbrucker Aromahopfen, der mit der Spezialmalzsorte Steffi abgestimmt wurde. Und für ein ganz besonders fruchtiges Geschmackserlebnis hat uns Priller ein Kirsch-Bier empfohlen: Das Lindemans Kriek aus Belgien. Eine spannende Alternative zu Sorbets. Damit zu den Tipps von Braufactum. Rauschmann schlägt zum einen das Firestone Pale31 vor, dabei handelt es sich um ein California Pale Ale. Das Bier ist ein Cuvée mit Bieren aus dem "Firestone-Union-Verfahren", einer Weiterentwicklung der traditionellen "Burton-Union-Methode". Dabei wurde übergeschäumtes Bier aufgefangen und wieder ins Fass gefüllt. Durch diese Zirkulation wird eine besonders aktive Hefe gewonnen. Seine Empfehlung erhält auch das GypWit von Gypsy Inc. Dies ist ein Zusammenschluss mehrerer kleiner Brauer aus Kopenhagen, die keine eigene Brauerei besitzen. Diese Wander- oder Kuckucksbrauer setzen gerne auf Gewürze und Kräuter. Vom gleichen Bierstil legt Rauschmann unseren Lesern auch das Vesterbro Wit von Mikkeler aus Dänemark ans Herz.

Pale Ale, Wit, Pils, Geuze, Lager

Nun unsere eigenen Favoriten. Zunächst das eingangs erwähnte Pils. Hier muss es schon das Original sein: Das Pilsner Urquell aus Tschechien bietet neben der typischen Hopfigkeit einen sehr aromatischen, vollen Körper. Ein ganz besonderes Bier ist das Framboise Boon aus Belgien. Bei diesem Bier werden in einer zweiten Gärung 250 Gramm Himbeeren im Eichenfass hinzugegeben.

Nun ein kurzer Abstecher in die USA: Brooklyn Lager aus der Brooklyn Brewery ist ein Lagerbier. Dies wird durch eine Lagerung bei Null Grad zusätzlich aromatisiert, was ein vollmundiges, malziges und rundes Aroma ergibt. Und natürlich darf im Sommer das Sauerbier Oude Geuze von Boon nicht fehlen. Es gewann beim World Beer Cup 2010 Gold. Dieses Bier ist ein Cuvee aus den besten Lambic-Bieren, die in Holzfässern gelagert werden. Lambic ist ein spontan vergärender Hopfen aus Lambeek nahe Brüssel. Diese Biere reifen mehrere Jahre im Holzfass. Dabei werden noch nicht komplett vergorene mit zwei bis drei Jahre altem Bier gemischt. Starker Zitrus-Einschlag.

Das Fazit: Biere im Sommer sollten leicht und hopfig sein, gerne fruchtig und vielleicht etwas sauer. Unsere Favoriten für heiße Tage sehen Sie in unserer Fotoshow.

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