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Gewitter: So verhalten Sie sich richtig

Verhalten bei Blitz und Donner  

Fünf Gewitter-Irrtümer, die tödlich enden können

18.05.2019, 16:35 Uhr | ji, hs, t-online.de

Gewitter: So verhalten Sie sich richtig. Bei einem Gewitter wie diesem sollte man sich besser nicht im Freien aufhalten. (Quelle: imago images/7aktuell)

Bei einem Gewitter wie diesem sollte man sich besser nicht im Freien aufhalten. (Quelle: 7aktuell/imago images)

Wenn ein Gewitter tobt, können durch Blitze teure Sachschäden entstehen. Aber auch für Menschen kann ein schweres Unwetter gefährlich werden. Wir klären fünf Gewitter-Irrtümer auf und geben Tipps, wie Sie sich bei einem Gewitter schützen können.

1. Irrtum: "Buchen sollst Du suchen, Eichen sollst Du weichen"

Stellen Sie sich während eines Gewitters keinesfalls direkt unter einen Baum, sondern halten Sie einen Abstand von etwa zehn Metern ein, um die Gefahr eines Überschlags möglichst gering zu halten. Der bekannte Tipp, nach dem Sie "Buchen suchen" und "Eichen weichen" sollen, ist falsch, denn der Blitz macht keinen Unterschied zwischen verschiedenen Baumarten.

Auch zu anderen Personen sollten Sie einen Abstand von mindestens einem Meter einhalten. Halten Sie sich auch von Masten, Metallzäunen oder anderen Bauten aus Metall fern, denn dort ist das Risiko für einen Blitzeinschlag ebenfalls sehr groß. Wer sich gerade an einem Badesee oder im Freibad aufhält, tut außerdem gut daran, sofort das Wasser zu verlassen, denn Wasser besitzt eine hohe Leitfähigkeit.

2. Irrtum: Zuflucht in einer Schutzhütte suchen

Steht eine Schutzhütte auf freiem Feld, dann ist sie meistens der höchste Punkt in der Umgebung. Dort ist die Wahrscheinlichkeit für einen Blitzeinschlag erhöht. Suchen Sie nur dann Zuflucht in einer Schutzhütte, wenn sie mit einem Blitzableiter ausgestattet ist.

Können Sie kein sicheres Gebäude erreichen, dann sollten Sie möglichst einen niedrigen Punkt, beispielsweise eine Senke, auf dem freien Gelände suchen.

3. Irrtum: Bei Gewitter flach auf den Boden legen

Wenn Sie sich bei einem Gewitter im Freien aufhalten, dann ist es am sichersten, wenn Sie sich hinhocken – die Füße möglichst nah bei einander – und damit den Kontaktbereich zum Boden so gering wie möglich halten. Entgegen der landläufigen Meinung sollten Sie sich nicht auf den Boden legen. Auch breitbeiniges Stehen gilt es zu vermeiden.

4. Irrtum: Blitze schlagen nie zweimal an derselben Stelle ein

Blitze treffen vor allem hohe Gebäude oder Bäume. Wenn ein Ort schon von einem Blitz getroffen wurde, dann ist das keine Garantie, dass der Blitz hier nicht wieder einschlägt. Das Empire State Building in New York beispielsweise wird jedes Jahr von mehreren Blitzen getroffen. Orte, die für Blitzeinschläge bekannt sind, sollten Sie bei Gewitter besser meiden.

5. Irrtum: Duschen und telefonieren sind bei Gewitter unproblematisch

Auch Telefon-, Rohr- oder Stromleitungen sind vor Blitzen nicht sicher. Blitze können nämlich auch indirekt übertragen werden, wie beispielsweise durch feuchtes Gras oder Zäune. Vom Boden aus kann ein Blitz auf die Leitungen oder Rohre überspringen, sich darüber verteilen und schließlich jemanden treffen.

Deshalb kann es vorkommen, dass man beim Telefonieren mit schnurgebundenen Telefonen, an elektronischen Geräten, Antennenkabeln oder an Armaturen im badezimmer einen kleinen elektrischen Schlag abbekommt. Dieser ist meist kaum spürbar, da der Blitz im Verlauf seines Weges immer mehr an Energie verliert. Sie sollten aber dennoch zur Sicherheit bei einem Gewitter Duschen oder Baden meiden, auch wenn die Badewanne geerdet ist. Die Benutzung von Handys oder Funk-Headsets dagegen ist unproblematisch.

Vorbereitung auf ein Gewitter: Elektrogeräte schützen

Schon bei Ankündigung eines Gewitters sollten Sie sich gut vorbereiten. In Haus und Wohnung sollten Sie alle Elektrogeräte wie Radios, DVD-Player, Computer und Fernsehgeräte vom Netz nehmen. Alternativ können Sie an jedem Stecker auch einen Überspannungsschutz gegen Blitzeinschlag installieren. Gerade bei teuren Geräten ist der Blitzschutz eine lohnende Investition, denn Schäden durch indirekte Blitzschläge sind nicht immer automatisch durch die Hausratversicherung abgedeckt.

Autos bieten Schutz vor Blitzen

Falls Sie gerade in Ihrem Auto sitzen und keinen Schutz in einem Gebäude suchen können, sollten Sie den Wagen nicht verlassen. Autos wirken als geschlossene Metallkonstruktionen nach dem Prinzip eines sogenannten Faradayschen Käfigs wie Blitzableiter: Fahrzeuge können zwar vom Blitz getroffen werden, leiten diesen aber nach außen hin ab.

Trotzdem sollten Sie im Auto während des Gewitters möglichst nicht den Metallrahmen berühren. Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen möchten, sollten Sie den Wagen bei Gewitter aber besser anhalten, denn falls ein Blitz während der Fahrt in der Nähe einschlägt, könnten Sie sonst durch den Schreck einen Unfall verursachen.

Parken Sie ihr Auto bei einem Gewitter am besten in einer Garage. Falls das nicht möglich ist, sollten Sie den Wagen nicht unbedingt unter Bäumen oder in der Nähe von Häusern abstellen, wo es durch herabstürzende Äste oder Dachziegel beschädigt werden könnte.

Vom Blitz getroffen – was tun?

Ein Blitzschlag kann zu ernsthaften Verletzungen, wie beispielsweise Lähmungen, Verbrennungen, Gehirn- und Herzschädigungen führen. Oftmals bleiben davon Langzeitschäden zurück. Schlimmstenfalls tritt ein Herzstillstand ein. Dabei kommt es unter anderem darauf an, wie stark die Elektrizität ist, die durch den Körper fließt, an welcher Stelle des Körpers der Blitz eindringt, und ob das Opfer direkt oder indirekt (durch Überschlag von einem anderen Objekt) getroffen wird.

Wichtig sei es laut Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung (ABB) des VDE, schnell zu reagieren, den Rettungswagen zu rufen und dem Betroffenen Erste Hilfe zu leisten. Ist die Person nur leicht verletzt, bringen Sie sie an eine geschützte Stelle. Um einem Schock vorzubeugen, sollte die Person viel trinken. Verletzungen oder Verbrennungen müssen sofort versorgt werden. Bringen Sie einen Bewusstlosen in die stabile Seitenlage. Wenn die Person einen Atem- oder Herzstillstand hat, sollten Sie direkt mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage beginnen.

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