Sie sind hier: Home > Leben >

Anzeige: Kindernothilfe-Botschafterin Natalia Wörner im Interview (Anzeige)

Anzeige

INTERVIEWKindernothilfe-Botschafterin  

Natalia Wörner: "Jede Hilfe im Kleinen ist ein Schritt in die richtige Richtung"

16.09.2019, 12:00 Uhr | t-online.de, msc, ron, iger

Anzeige: Kindernothilfe-Botschafterin Natalia Wörner im Interview. Besuch von Natalia Wörner in Äthiopien während einer der heftigsten Dürren in den letzten 50 Jahren. Die Kindernothilfe-Partnerorganisation verteilte hier Maisbrot und sauberes Trinkwasser. (Quelle: Kindernothilfe)

Besuch von Natalia Wörner in Äthiopien während einer der heftigsten Dürren in den letzten 50 Jahren. Die Kindernothilfe-Partnerorganisation verteilte hier Maisbrot und sauberes Trinkwasser. (Quelle: Kindernothilfe)

Prominente nutzen ihre Bekanntheit, um die Welt ein Stück weit besser zu machen. So wie Natalia Wörner. Die Schauspielerin setzt sich aktiv für notleidende Kinder ein.

Engagement für Kinder in Not gehört zu ihrem Leben wie ihr Beruf als Schauspielerin. Im Interview mit t-online.de verrät Natalia Wörner, warum sie sich sozial engagiert, ob sie sich als Vorbild sieht und weshalb sie seit 2006 prominente Botschafterin der Kindernothilfe ist.

t.online.de: Sie engagieren sich seit vielen Jahren sozial – und haben sogar das Bundesverdienstkreuz für Ihr Engagement verliehen bekommen. Gab es ein Schlüsselerlebnis, das Sie dazu bewegt hat?

Natalia Wörner: Anlass für mich war die Tsunami-Katastrophe vor fast 15 Jahren. Damals war ich in Thailand in Khao Lak mitten im Geschehen und habe die Zerstörung und die Verzweiflung der Menschen mit ansehen müssen. Das war in meinem Leben eine Zäsur, die vieles verändert hat.

Sehen Sie sich als Vorbild?

Ich würde mich freuen, wenn ich durch meine Tätigkeit Menschen für die Kinderrechte und die harten Lebensrealitäten, mit denen ein Großteil der Menschheit fertig werden muss, sensibilisieren kann. Jeder Mensch kann sich mit seinen Möglichkeiten einsetzen. Und jeder sollte spüren, dass es bereichernd sein kann, zu helfen. Jede Hilfe im Kleinen, jedes gute Wort, jeder unterstützende Euro ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Sie lachen um die Wette, auch wenn das Leben im Slum Pumwani in Kenia nicht immer einfach ist für Kinder mit Behinderungen. (Quelle: Kindernothilfe)Sie lachen um die Wette, auch wenn das Leben im Slum Pumwani in Kenia nicht immer einfach ist für Kinder mit Behinderungen. (Quelle: Kindernothilfe)

Als Schauspielerin gehört es zu Ihrem Job, zu medienwirksamen Veranstaltungen zu gehen, über rote Teppiche zu laufen, im Rampenlicht zu stehen. Erdet Sie das soziale Engagement?

Durch mein Engagement für die Kindernothilfe schärfe ich auf jeden Fall meinen Blick für das Wesentliche. Ich erlebe durch unsere Reisen Lebensrealitäten, die mich nicht mehr loslassen und mich in meinem Einsatz immer wieder bestärken.

Haben Sie einen Herzenswunsch oder einen Traum?

Ich wünsche mir oft mehr Nachhaltigkeit in unserer schnelllebigen Zeit: Viele dramatische Zustände in der Welt finden wenig Beachtung, weil man sie entweder nicht so einfach erklären kann oder weil das Medieninteresse abebbt und die Welt auf andere Schauplätze blickt. Dabei haben viele Mädchen und Jungen in Krisengebieten mehr Schicksalsschläge erlebt, als eine Kinderseele erträgt. Es ist unsere humanitäre Pflicht, sie nicht alleine zu lassen – auch wenn das Kameralicht erloschen ist.

Sie sind als Botschafterin der Kindernothilfe bereits in viele Länder weltweit gereist. Was bedeuten diese Projektreisen für Sie?

Ich empfinde es als großes Privileg, die Projekte besuchen zu können und, dass die Menschen vor Ort sich uns gegenüber öffnen. Sie gewähren uns ja nicht nur Einblick in ihren Alltag, sondern auch in ihre oft schweren Schicksale. Ich war mit der Kindernothilfe in Russland, Thailand, mehrfach im Libanon und auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs. Wir haben Projekte besucht, in denen schon vierjährige Mädchen vor Vergewaltigung und Missbrauch geschützt werden müssen. Wir haben Kinder getroffen, die ihre Heimat verlassen mussten, weil zu Hause Krieg herrscht. Noch nie habe ich so kraftlose und verzweifelte Eltern und Kinder erlebt wie 2016 während einer der schlimmsten Dürren in Äthiopien. Diese Erlebnisse werden mich mein Leben lang begleiten. Ich habe bei all dem Leid aber auch so viele starke und mutige Kinder getroffen – das macht mir Hoffnung auf die Zukunft.

Sie haben gemeinsam mit Ihrem Sohn ein Kindernothilfe-Projekt in Nairobi besucht. Warum war es Ihnen wichtig, dass Sie Ihr Kind auf so eine besondere Reise mitnehmen?

Jacob ist jetzt Teenager. Seit er auf der Welt ist, bin ich für die Kindernothilfe aktiv. Er hat mich nach meinen Reisen häufig gefragt, was ich erlebt und gesehen habe. Ich habe ihm dann altersgerecht von einigen meiner Erfahrungen erzählt. Dass wir im vergangenen Jahr zusammen ein Projekt für Kinder mit Behinderungen in einem Slum in Nairobi besucht haben, empfinde ich als eine sehr wertvolle Erfahrung. Denn sie zeigte nicht nur mir, sondern besonders auch ihm, wie dankbar wir für unser Leben in einem stabilen gesellschaftlichen Umfeld sein können.

Info
1959 wurde die Kindernothilfe gegründet. Der Verein unterstützt weltweit Kinder in Not und setzt sich für ihre Rechte ein. Im Jahr 2018 erreichte die Kindernothilfe über die Arbeit mit lokalen Partnerorganisationen mehr als zwei Millionen Kinder.

Reichen auch Sie diesen Mädchen und Jungen Ihre Hand, damit Kinderrechte keine Träume bleiben.

Millionen Mädchen und Jungen weltweit wachsen unter schwierigsten Bedingungen auf: Kinder, die auf der Straße leben. Kinder, die täglich arbeiten müssen und davon träumen, in die Schule gehen zu dürfen. Kinder, die in einem perspektivlosen, von Gewalt bestimmten Alltag groß werden. 

Verwendete Quellen:



shopping-portal